• Saltar al contenido principal
  • Skip to secondary menu
  • Acerca de Nosotros
  • Carta del Editor
  • Contacto

Catracho Global

Revista Digital hondureña enfocada en temas nacionales e internacionales

Articulos Destacados

Eine «normale» deutsche Geschichte von Erfolg & Scheitern

agosto 17, 2026 Por: Catracho Global Deja un comentario

  • Economía Política
    • Medio Ambiente
  • Historia
    • Política Nacional
    • Política Internacional
    • Social
    • Historia
  • Filosofía
  • Shop

Wer hat Hitler gedrängt Russland anzugreifen (Fortsetzung des letzten Teils von Nicolay Starikovs Buch «Wer zwang Hitler, Stalin zu überfallen»?)

septiembre 27, 2026 por Catracho Global Deja un comentario

Diesen Text als PDF-Datei mit zahlreichen aufschlussreichen Fotos, Statistiken, Grafiken finden Sie unter www.dr-schacht.com

  • Es begann ein widerliches und dreckiges Spiel des Westens, das in die
  • Geschichte unter der Bezeichnung „Der seltsame Krieg“ eingegangen ist. Am 3.
  • September 1939 erklären Großbritannien und Frankreich tatsächlich dem Dritten
  • Deutschen Reich den Krieg. Aus Warschau fliegt sofort eine polnische
  • Militärdelegation nach London. Es ist nicht schwer zu erraten, dass die polnischen
  • Generäle mit ihren Verbündeten konkrete Schritte zur Niederschlagung der deutschen Aggression
  • beraten und abstimmen wollten. Wir können uns kaum
  • vorstellen, welche Gefühle die polnischen Patrioten damals ergriffen haben, denn …
  • Die polnische Militärdelegation wartet eine ganze Woche auf den
  • Empfang durch den britischen Generalstabschef, General William Edmund
  • Ironside!
  • Als er die Polen empfing, erklärte er sofort, dass der britische Generalstab
  • keinerlei Plan besitzt Polen zu helfen. Außerdem empfahl er den Polen Waffen zu
  • kaufen … in neutralen Ländern [456]! Zur Besänftigung der zornigen und
  • aufgebrachten Polen versprach Baron Ironside 10 tausend alte Gewehre „Hotchkiss“
  • und 15 – 20 Millionen Patronen dazu. Deutsche Panzer drangen schon in Warschau
  • ein, deutsche Flugzeuge vernichteten mit ihren pausenlosen Angriffen eingekreiste
  • polnische Divisionen. Um der deutschen Wehrmacht Widerstand zu leisten,
  • brauchen die Polen Panzerabwehrkanonen, Flakgeschütze und Jagdflugzeuge. Die
  • Briten schlagen den Polen stattdessen vor, die deutschen Panzer und Flugzeuge mit
  • alten Gewehren zu bekämpfen.
  • Aber das ist noch nicht alles! Der Verrat kennt keine Grenzen! Sogar die
  • völlig nutzlosen Gewehre versprechen die Briten erst in 5 – 6 Monaten nach
  • Polen zu liefern! Der gesamte Krieg von Deutschland mit Polen ist in der Realität
  • in weniger als einem Monat beendet [457]. Die so genannte Hilfe von London ist
  • eine Farce, alle Versprechungen werden nicht erfüllt. Polen wurde von seinen
  • Verbündeten in einer zum Himmel schreienden Art und Weise verraten. Dieser
  • Verrat scheint nur dann keine grenzenlose Dummheit oder Blindheit zu sein, wenn
  • die wahren Ziele von London und Paris richtig erkannt werden. Im Gegenteil, dieser
  • Verrat ist die logische Folge der diplomatischen Geschäftigkeit der westlichen
  • Regierungen in den zurückliegenden Jahren – d.h. das gesetzmäßige Ergebnis der
  • 301
  • Politik von Großbritannien und Frankreich.
  • Dieses schmerzhafte Thema berührte auch der uns schon bekannte polnische
  • Geschichtsprofessor, Pawel Wieczorkiewicz, in seinem Interview: „Die Pläne der
  • Briten beweisen, dass sie seit der Unterzeichnung des Molotow-Ribbentrop-Paktes
  • das Geheimprotokoll kannten, das sie vom Mitarbeiter der deutschen Botschaft in
  • Moskau, Hans von Herwarth, erhalten haben. Natürlich haben sie die Polen darüber
  • nicht informiert, denn sie wollten den Beginn des Krieges nicht verhindern. Was
  • wäre geschehen, wenn Warschau die deutsch-sowjetischen Vereinbarungen gekannt
  • hätte? Polen hätte einfach vor Deutschland kapituliert. Ein Krieg in dieser Situation
  • – das ist einfach sinn- und zwecklos. Natürlich aus der Sicht von Polen, aber nicht
  • von Großbritannien“ [458].
  • Vielleicht konnten die Briten und Franzosen den Polen tatsächlich keine
  • Waffen und Flugzeuge schicken, weil sie gegen die Deutschen an einem anderen Ort
  • gebraucht wurden? Genau so versuchte die britische Führung, ihre Handlungen den
  • empörten Polen zu erklären. Der Außenminister von Großbritannien, Earl of
  • Halifax, drückte dem polnischen Botschafter in London, Graf Raczyński, sein
  • Mitgefühl aus und erklärte, dass Großbritannien „seine Kräfte nicht zersplittern
  • kann, die sie für entscheidende Handlungen benötigt“ [459].
  • Die Niederträchtigkeit seiner Verbündeten hat die Führung von Polen
  • hervorragend verstanden, daran gibt es nicht den geringsten Zweifel. Ein
  • Beweis dafür ist die neue personelle Zusammensetzung der polnischen
  • Exilregierung, die sich im Oktober 1939 in London konstituierte. Diejenigen,
  • welche die Briten verraten hatten, wollten mit ihnen schon nichts mehr zu tun
  • 302
  • haben. Auch für die Briten war der Umgang mit Leuten wesentlich leichter,
  • denen sie keinerlei Versprechungen gegeben haben.
  • Aber das war nur die nächste Portion von Lügen. Die Briten und Franzosen
  • hatten nicht die geringste Absicht, etwas gegen die Deutschen zu tun. Der
  • versprochene Angriff der Verbündeten fand deshalb nicht statt. Die mobilisierte
  • französische Armee wurde gemeinsam mit den britischen Truppen in den
  • Befestigungsanlagen an der Grenze zu Deutschland stationiert. Weiter – keinen
  • Schritt! Einige französische Einheiten bewegten sich nur einige Kilometer ins
  • Saargebiet, aber nur deshalb, weil es die Deutschen vermint und bereits verlassen
  • hatten [460]. „Seit Mitte September 1939 stand die französische Armee in ihren
  • rechtzeitig vorbereiteten Verteidigungspositionen [461]. Außerdem hat das
  • französische Kommando sogar den Befehl erteilt, dass der Beschuss von deutschen
  • Stellungen verboten ist [462]. Vom britischen Generalstab wurde die
  • Bombardierung von deutschen Militärobjekten verboten. Keinerlei Handlungen gab
  • es von der gewaltigen britischen Flotte, die ohne größere Anstrengungen den
  • Beschuss der polnischen Stellungen durch deutsche Kriegsschiffe in der Ostsee
  • verhindern konnte. Aber wir sind gerecht: Die Briten und Franzosen konnten
  • tatsächlich ihre Luftflotte nicht nach Polen schicken. Die Flugzeuge der
  • Verbündeten waren alle beschäftigt – sie haben auf Deutschland keine Bomben,
  • sondern Flugblätter abgeworfen [463]!
  • Am Morgen des 8. Septembers wurden in Norddeutschland 3,5 Millionen
  • Flugblätter abgeworfen. In der Nacht vom 9. zum 10. September haben britische
  • Flugzeuge anstelle von Brandbomben erneut verschiedenfarbige Flugblätter über
  • Nord- und Westeuropa abgeworfen. In der ganzen Zeit vom 3. bis 27. September
  • haben die britischen Luftstreitkräfte über den Köpfen der deutschen Bewohner 18
  • 303
  • Millionen Flugblätter abgeworfen. In dieser Zeit ist keine einzige Bombe auf das
  • Industriezentrum im Ruhrgebiet gefallen. Ein französischer Schriftsteller, der als
  • Reservist mobilisiert wurde, hat in seinem Tagebuch folgendes geschrieben: Kein
  • einziger Luftangriff auf Deutschland. Nicht ein einziger, sogar unbedeutender
  • Angriff auf deutsche Positionen. Jeden Tag steht in den Pressemitteilungen: „Es gibt
  • keine besonderen Vorkommnisse“ oder „im Verlaufe der Nacht war an der Front
  • alles ruhig“ [464]. Das ist übrigens sein Eintrag vom 18. September 1939. Seit der
  • Aggression von Hitler in Polen sind schon 18 Tage vergangen.
  • Das einzige komplizierte Problem der polnischen Führung – wie erklären wir
  • unseren ehrlichen und geradlinigen Untergebenen das extrem seltsame Verhalten
  • von Großbritannien und Frankreich. Die gleichen Schwierigkeiten haben später auch
  • die Historiker des Westens, die sich bemühen, irgendeine vernünftige Erklärung für
  • das einmalige Bild an der Front zu geben: Die französischen Soldaten auf der einen
  • Seite des Rheins, die sich in aller Ruhe mit ihren Angelegenheiten beschäftigen, mit
  • dem Blick auf die deutschen Soldaten auf der anderen Seite des Flusses.
  • Niemand schießt. Niemand versteckt sich. Die Artillerie schweigt. Keine
  • Bombenangriffe.
  • 304
  • Während die deutschen Flugzeuge in aller Ruhe Polen bombardieren, werfen die britischen
  • Flugzeuge anstelle von Bomben bunte Flugblätter über Deutschland ab.
  • Es vergeht eine gewisse Zeit und für die um ihre Freizeit besorgten Soldaten,
  • welche sich an der Front befinden, wird von der Regierung Frankreichs in den
  • Streitkräften ein „Unterhaltungsdienst“ geschaffen. Die Langeweile in den
  • Schützengräben erreichte einen derartigen Grad, dass die Steuern für Spielkarten,
  • „vorgesehen für die im Einsatz befindliche Armee“, abgeschafft werden. Außerdem
  • kauft das militärische Amt von Frankreich 10.000 Fußbälle für die Soldaten der „im
  • Einsatz befindlichen Armee“. Die Franzosen spielen, ihre Anhänger, die deutschen
  • Offiziere auf der anderen Seite der Front, schauen ihnen mit ihren ausgezeichneten
  • Zeiss-Ferngläsern begeistert zu. Auch mit den Zielfernrohren der Scharfschützen
  • von Zeiss! Die Soldaten Hitlers haben nicht geschossen, denn sie hatten einen
  • entsprechenden Befehl: Von allen aktiven Kampfhandlungen ist Abstand zu
  • nehmen. Erlaubt sind nur begrenzte Handlungen der Aufklärungsdienste. Und
  • selbstverständlich die Fußballspiele des Gegners. Die britischen Soldaten in den
  • Schützengräben folgten dem guten Beispiel der Franzosen. Ein Problem mit der
  • Landung auf dem Festland gab es für sie nicht. Auch für sie gab es bei der deutschen
  • Flotte eine friedliche Direktive. Die britischen Expeditionskorps landeten deshalb
  • ohne Störung seitens des Gegners in den französischen Häfen und … begannen auch
  • Fußball zu spielen.
  • Das erste Opfer auf dem Altar des allgemeinen Sieges war drei Monate nach
  • dem Beginn des Krieges zu beklagen: Am 9. Dezember 1939 wurde der erste
  • britische Soldat getötet [465]. Und das, obwohl sich schon am 11. Oktober 1939 vier
  • britische Divisionen (158.000 Mann [466]) in Frankreich befanden. In zwei
  • Monaten des „Kampfes“ der britischen Armee ist nur ein Militärangehöriger
  • 305
  • gefallen. Nicht nur deshalb hat der britische Militärhistoriker, John Fuller,
  • geschrieben, „dass die Welt einen derartig unblutigen Krieg noch nie gesehen hat“.
  • Eine rationale Erklärung für diese Idylle ist schwer zu finden. Deshalb hören wir aus
  • dem Munde der hochgestellten Gentlemen mitunter lauter Dummheiten. Als dem
  • britischen Luftfahrtminister, Kingsley Wood, vorgeschlagen wird, Brandbomben
  • auf Waldgebiete Deutschlands abzuwerfen, hat er geantwortet: „Was sagen Sie da,
  • das ist unmöglich. Verstehen Sie, dass das privates Eigentum ist?“ [467].
  • Vielleicht hatten Großbritannien und Frankreich nicht genügend militärische
  • Kräfte für den Kampf gegen Hitler? Eine These, die viele Verteidiger des „seltsamen
  • Krieges“ vertreten. Nein! Militärische Kräfte und Waffen für einen entscheidenden
  • Angriff hatten diese Staaten genug. Die Franzosen und Briten hatten das Vierfache
  • an Soldaten und das Fünffache an Waffen. Die Verbündeten besaßen 3.286 Panzer
  • und 1.500 Flugzeuge, aber die schlecht ausgerüsteten deutschen Divisionen
  • bestanden zum größten Teil aus älteren Reservesoldaten mit Munitions- und
  • Kampfreserven für maximal drei Tage. Panzer und Flugzeuge besaßen sie nicht
  • [468].
  • In den Verhören und in ihren Memoiren haben die deutschen Generäle nach
  • dem Krieg zugegeben, dass im Falle eines Angriffs der britisch-französischen
  • Streitkräfte, sie ohne besondere Probleme große Gebiete Deutschlands,
  • einschließlich des Ruhrgebietes, schnell erobert und damit den begonnenen
  • Weltkrieg schon in einem Monat beendet hätten. „Den Militärspezialisten – so
  • schrieb der General Westphal – standen die Haare zu Berge, als sie an die
  • Möglichkeit eines französischen Angriffs am Beginn des Krieges dachten“ [469].
  • General Halder sagte es besonders resolut: „Im September 1939 konnten die
  • britisch-französischen Truppen, ohne auf ernsthaften Widerstand zu stoßen, den
  • Rhein überqueren und das Ruhrgebiet besetzen, das der entscheidende Faktor für
  • Deutschlands Krieg war“ [470]. Sein Erstaunen verbarg auf dem Nürnberger
  • 306
  • Kriegsverbrecherprozess auch General Keitel nicht: „ Wir Militärs, erwarteten in der
  • Zeit der polnischen Kampagne den Angriffe der Franzosen und waren sehr erstaunt,
  • dass derartiges nicht geschah. Bei ihrem Angriff wären die Franzosen auf einen
  • schwachen Vorhang gestoßen, aber nicht auf eine reale deutsche Verteidigung“
  • [471].
  • Die Situation war sehr durchsichtig: Die Verbündeten haben still und leise
  • Polen Hitler geschenkt, in der Hoffnung, dass er beflügelt durch seinen Erfolg, den
  • polnisch-deutschen Krieg fließend in einen deutsch-sowjetischen Krieg verwandelt.
  • Das sind die Gründe für das „seltsame“ Verhalten von Großbritannien und
  • Frankreich in dieser Zeit. Alle anderen mehr oder weniger schönen Erklärungen, die
  • von den Historikern, Politikern und Schriftstellern ausgedacht wurden sind, sollen
  • irgendwie nur die unparteiische Wahrheit verschleiern.
  • … Es begann der wichtigste Moment der polnischen Kampagne. Das
  • Schlüsselereignis war – wie im Vertrag zwischen Deutschland und Sowjetunion
  • vorgesehen – der Einmarsch der sowjetischen Truppen in Polen. Trotz des
  • vereinbarten Paktes war die Möglichkeit eines zufälligen oder beabsichtigten
  • militärischen Zusammenstoßes mit den deutschen Truppen und einer
  • „schöpferischen“ Entwicklung in einen großen Krieg nicht auszuschließen. Warum
  • sind Stalins Truppen genau am 17. September und nicht früher oder später
  • einmarschiert? Dieses Datum zeigt uns, wie bröcklig die sowjetisch-deutschen
  • 307
  • Beziehungen waren. Die UdSSR hat den Befehl zum Einmarsch in Polen erst dann
  • erteilt, als sie vollständig überzeugt war, dass ihr ein Krieg an zwei Fronten schon
  • nicht mehr droht. Am 16. September 1939 wurde der Konflikt mit Japan auf dem
  • Territorium der Mongolei beendet! Sofort am nächsten Tag, nachdem die japanische
  • Führung offiziell mitgeteilt hat, dass die Kampfhandlungen in der Mongolei beendet
  • sind, ist die Rote Armee in Polen einmarschiert.
  • Die polnische Armee leistete den sowjetischen Truppen „wütenden“
  • Widerstand. Die Rückholung des Westens von Weißrussland und der
  • Westukraine durch Russland kostete unserer Armee 795 getötete, 59 vermisste
  • und 2.019 verwundete Soldaten. In die Gefangenschaft der Roten Armee
  • gerieten 452.500 polnische Soldaten, der größte Teil von ihnen wurde vom
  • „blutrünstigen Stalin-Regime“ sofort nach Hause entlassen. 125.400
  • Menschen kamen in die Lager des NKWD. 15.131 Menschen wurden als
  • Folge in Katyn erschossen. Eine 100%ige Sicherheit, dass die Polen von den
  • Tschekisten, aber nicht von den Nazis erschossen wurden, gibt es bis heute
  • nicht.
  • Stalin hat sich abgesichert: Eine Garantie, dass Hitler die übernommenen
  • Verpflichtungen erfüllt und die Sowjetunion nicht überfällt, konnte niemand geben.
  • Adolf Hitler hatte jedoch verstanden, dass er in diesem Moment einen Krieg gegen
  • die UdSSR nicht brauchte. Die Freundschaft mit der Sowjetunion war eine
  • 308
  • wesentlich bessere Variante. Bei seinen ehemaligen „Herren“ aus Großbritannien
  • und Frankreich konnte er erneut jederzeit vorbeigehen.
  • Die Situation für die Diplomaten des Westens war überhaupt nicht lustig. Als
  • sich der Rauch verzogen hatte, wurde ihnen endgültig klar, dass sie einen
  • schrecklichen Fehler gemacht haben. Polen, ihr loyaler Verbündeter, war von der
  • Landkarte Europas verschwunden. Das Dritte Deutsche Reich und die UdSSR hatten
  • eine gemeinsame Grenze und völlig verschiedene Ideologien. Jedoch gegeneinander
  • kämpfen, das wollten sie nicht. Nach der Beendigung der polnischen Kampagne, am
  1. September 1939, schlossen die potentiellen Gegner einen Freundschaftsvertrag
    ab. Im guten gegenseitigen Einvernehmen haben sie das polnische Territorium
    aufgeteilt.
    Wenn wir die Ereignisse der damaligen Zeit bewerten, lohnt es sich, eine
    Tatsache besonders zu beachten. Großbritannien und Frankreich, die Polen
    Garantien gaben und scheinbar ihre Verpflichtungen gegenüber diesem Land
    erfüllten, machten das nicht in Bezug auf die UdSSR. London und Paris erklärten
    Hitler für seinen Überfall auf das Territorium des polnischen Staates den Krieg.
    Stalin, wenn auch mit schönen diplomatischen Klauseln (er schützte die Werktätigen
    des Westens, von Weißrussland und der Ukraine vor den Schrecken des Krieges),
    vollzog im Grunde genommen genau das Gleiche: Ohne eine Erlaubnis der
    polnischen Regierung ist die Rote Armee in Polen einmarschiert. Aber niemand hat
    Stalin den Krieg erklärt. Warum? Eine klare Antwort auf diese Frage können die
    Historiker und Politiker nicht geben. Der Westen, so sagen sie, wollte Stalin nicht in
    die Arme von Hitler treiben und ihn zum Verbündeten des Dritten Deutschen
    Reiches machen. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit, oder genauer gesagt,
    ebenfalls nur eine Lüge. Denn wenn die Verbündeten auch der UdSSR den Krieg
    erklärt hätten, dann wären Moskau und Berlin tatsächlich unfreiwillige Verbündete
    geworden. London und Paris brauchten aber nicht die Rote Armee für die
    Vernichtung von Hitler-Deutschland, sondern die deutsche Wehrmacht für die
    Vernichtung von Russland. Deshalb wird der UdSSR auch nicht der Krieg erklärt,
    nicht um ein unfreiwilliges Bündnis zwischen Hitler und Stalin zu vermeiden,
    sondern um ihre gegenseitige Feindschaft zu stärken. Dem Führer wird die Chance
    gegeben alles zu überdenken und zu korrigieren. Das hat er tatsächlich getan. Am
  2. Juni 1941 überfällt er unser Land.
    Doch laufen wir den Ereignissen nicht so schnell voraus. Vom September
    1939 bis zum Juni 1941 vergeht noch sehr viel Zeit.
    309
    Wie die Briten Frankreich seinem Schicksal überließen
    Immer wenn wir (Großbritannien) zwischen Europa und dem
    weiten Meer wählen müssen, entscheiden wir uns für das weite Meer
    [472].
    Winston Churchill (* 30. 11.1874, † 24.01.1965)
    Es reichte schon ein einziger Misserfolg auf unserem Kontinent
    und schon beschäftigt sich ganz Großbritannien mit Fragen seiner
    eigenen Verteidigung [473, 474].
    Charles de Gaulle (* 22. 11.1890, † 09.11.1970)
    Die Rede von Adolf Hitler dauerte eineinhalb Stunden. Es war eine lange
    Rede, die längste aller seiner öffentlichen Auftritte. Als ausgezeichneter Redner
    wusste der Führer, dass er die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer nicht unendlich lange
    wachhalten konnte. Deshalb bemühte er sich immer überzeugend, interessant und
    lakonisch zu sein. Aber an diesem Tag, am 6. Oktober 1939, verletzte Adolf Hitler
    seine eigenen Regeln. Das Thema seiner Rede war so interessant, dass er alle Regeln
    opfern konnte. Zwei Wochen nach dem Fall von Warschau und der Beendigung der
    polnischen Kampagne sprach der Führer von Nazi-Deutschland über den Frieden …
    „Nachdem Frankreich selbst dieses Problem (die Rückgabe des
    Saargebietes, Anm. d. Übers.) loyal gelöst hat, fiel jede weitere Forderung
    an Frankreich fort; es existiert keine solche Forderung mehr, und es wird
    auch nie eine solche Forderung erhoben werden. Das heißt: ich habe es
    abgelehnt, das Problem Elsass-Lothringen überhaupt auch nur zur Sprache
    zu bringen – nicht, weil ich dazu gezwungen gewesen wäre, sondern weil diese
    Angelegenheit überhaupt kein Problem ist, das jemals zwischen dem deutschfranzösischen Verhältnis stehen könnte. …
    Nicht geringer waren meine Bemühungen für eine deutsch-englische
    Verständigung, ja, darüber hinaus für eine deutsch-englische Freundschaft.
    Niemals und an keiner Stelle bin ich wirklich den britischen Interessen
    entgegengetreten. … Ich glaube aber auch heute noch, dass es eine wirkliche
    Befriedung in Europa und in der Welt nur dann geben kann, wenn sich
    Deutschland und England verständigen [475]
    Eine erstaunliche Geschichte: Lesen wir das Stenogramm dieser Rede von
    Hitler, dann können wir einfach nicht glauben, dass diese Rede vom größten
    Verbrecher in der Geschichte der Menschheit und nicht vom größten Friedensstifter
    310
    aller Zeiten und Völker gehalten worden ist. In seiner politischen Kariere hat der
    Führer, wenn er gerade dabei war, den nächsten Krieg vorzubereiten, oft und viel
    über den Frieden gesprochen. In seiner Rede vor dem Reichstag am 6. Oktober 1939
    kommen jedoch bestimmte Akzente zum Ausdruck, die es in seinen bisherigen
    Auftritten noch nicht gab. Offensichtlich versucht er seine unsichtbaren
    Gesprächspartner in London und Paris von der Richtigkeit seiner Politik zu
    überzeugen und erklärt ihnen wiederholt seine Position. Zweifellos kennt er ihre
    Entscheidung und versucht persönlich darauf Einfluss zu nehmen.
    Welches Ziel hat Hitler? Braucht er ein Alibi für die künftigen Generationen?
    Will er dem deutschen Volk seine Friedensliebe demonstrieren, um seine Bürger
    leichter in die Flammen eines schrecklichen Krieges zu werfen? Scheinbar ja! Ich
    kann mich jedoch nicht des Eindrucks erwehren, dass er sich in erster Linie an einige
    politische Führer von Großbritannien wendet, wohl wissend, dass sie den weiteren
    Verlauf der Ereignisse bestimmen.
    „Weshalb soll nun der Krieg im Westen stattfinden? Für die
    Wiederherstellung Polens? Das Polen des Versailler Vertrags wird niemals
    wieder erstehen! … Man weiß übrigens ganz genau, dass es eine Sinnlosigkeit
    sein würde, Millionen von Menschenleben zu vernichten und Hunderte
    Milliarden an Werten zu zerstören, um etwa ein Gebilde wiederaufzurichten,
    das schon bei der seinerzeitigen Entstehung von allen Nichtpolen als
    Fehlgeburt bezeichnet worden war. Was soll also sonst der Grund sein? …
    Soll dieser Krieg aber wirklich nur geführt werden, um Deutschland ein neues
    Regime zu geben … dann werden Millionen Menschen zwecklos geopfert …
    Nein, dieser Krieg im Westen kann keinerlei Probleme lösen … [476].
    311
    Über Adolf Hitler zu sagen, er wäre ein „Friedenskämpfer“, das ist angesichts der
    grausamen Verbrechen, die er in unserem Land begangen hat, einfach eine
    Gotteslästerung. Derartige Aussagen sind heutzutage selbst ominösen Anhängern
    des besessenen Führers nicht erlaubt. In vielen historischen „Werken“ wird
    versucht, seine Handlungen mit Hilfe einer so genannten „plausiblen Logik“ zu
    erklären. Genau so handeln Historiker des Westens und in unserem Land, die
    bewusst oder unbewusst die ungeheuerlichen Verbrechen der Nazis auf dem
    Territorium der UdSSR rechtfertigen wollen. Sogar solche „logischen“ Varianten
    werden uns serviert: Mit dem Ziel, Frankreich und Großbritannien – die Hochburgen
    der Freiheit und Demokratie – zu vernichten, hat sich Hitler in ein Komplott mit der
    Sowjetunion, d.h. mit dem wahren „Feind der gesamten Menschheit“ eingelassen.
    Als der beschränkte deutsche Gefreite zum Kanzler ernannt wurde, war er nur eine
    Marionette in den Händen von Josef Wissarionowitsch Stalin. Irgendwann hat Adolf
    Hitler die große Gefahr seitens der russischen Bolschewiken und Barbaren für
    Deutschland und für die „zivilisierte Welt“ erkannt. Deshalb hat er am 22. Juni
    1941… Die Deutschen beschuldigen, das darf man nicht. Denn sie sind dem
    blutrünstigen Stalin nur einige Tage zuvorgekommen und haben gegen ihn tapfer
    gekämpft.
    Derartige Szenarien finden wir in sehr vielen Büchern. Mit billigen
    Sensationen verdienen ehrgeizige Autoren offensichtlich sehr viel Geld. Nur wenige
    von ihnen verstehen, dass sie mit ihrem Versuch, der UdSSR die Hauptschuld an der
    Auslösung des Zweiten Weltkrieges aufzubürden, ein Land beschuldigen, das von
    Anfang an das eigentliche Ziel und Hauptopfer des vom Westen organisierten
    312
    Krieges war. Deshalb haben wir die Untersuchung der Gründe unserer Katastrophe
    nicht am 21. Juni 1941 und nicht am 23. August 1939, sondern am 12. September
    1919 begonnen, d.h. an dem Tag, als Adolf Hitler das erste Mal zur Versammlung
    in die Münchner Bierkneipe kam. Die absurde Beschuldigung unseres Landes, alle
    Totsünden des Zweiten Weltkrieges selbst begangen zu haben, wurde von dem
    talentierten Schriftsteller, Viktor Suworow-Resun, in seinem berühmten Buch „Der
    Eisbrecher“ in Umlauf gesetzt. Wo hat er dieses Buch geschrieben? In London. Wie
    ist er nach London gekommen? Er ist in den Westen geflohen und hat dort den
    Kontakt mit dem britischen Geheimdienst hergestellt. Ihnen, verehrter Leser, ist
    sicher klar, in wessen Auftrag und für wen Suworow-Resun seine Werke
    geschrieben hat? Die Zielstellung dieser „historischen Arbeiten“ ist uns völlig klar.
    Die gesamte Geschichte des Aufstiegs von Adolf Hitler an die Macht, die
    Finanzierungsquellen des von ihm eingeleiteten wirtschaftlichen „Wunders“ in
    Deutschland, seine Liebe zu Großbritannien und seine Sympathie zu den britischen
    Fähigkeiten, die eroberten Völker zu regieren, weisen eindeutig auf den wahrhaft
    Schuldigen des Zweiten Weltkrieges hin. Dieser Schuldige gehört zu Recht
    gemeinsam mit den Mördern von zig Millionen Menschen des Dritten Deutschen
    Reiches auf die Anklagebank. Dieses Land ist nicht Russland und nicht die
    Sowjetunion. Lesen Sie, verehrter Leser, nochmals die Reden Hitlers. Hören Sie sich
    seine Rundfunkübertragungen an. „Weshalb soll nun der Krieg im Westen
    stattfinden?“, – fragt sich der deutsche Kanzler. Seine Antwort lautet: Wir brauchen
    ihn nicht. Er brauchte tatsächlich nichts von Frankreich. Schon in seinem Buch
    „Mein Kampf“ hat er geschrieben, dass Elsass und Lothringen ruhig französisch
    bleiben können.
    313
    Erneut wiederholt er seine These. „Ich habe niemals gegen englische
    Interessen gehandelt“, sagt Hitler. Seltsame Worte aus dem Munde des
    Regierungschefs des deutschen Volkes. Warum rechtfertigt er sich vor denen, die
    ihm den Krieg erklärt haben? Der Führer Deutschlands muss im deutschen Interesse
    handeln, der Führer Frankreichs – im französischen und der Führer Hollands – im
    holländischen. Im nationalen Interesse seines Volkes zu handeln – das ist offenbar
    die Verpflichtung jedes Staatsmanns. Warum muss er sich rechtfertigen, wenn seine
    Handlungen im Widerspruch mit den Interessen eines anderen Landes stehen? Die
    Politik wurde von der Menschheit deshalb erfunden, um seine Interessen mit den
    raffiniertesten Methoden durchzusetzen, auch dann, wenn andere Völker und Länder
    entgegen ihrem Willen, dazu gezwungen werden. Aber Hitler entschuldigt sich
    förmlich: Ich habe niemals gegen englische Interessen gehandelt, und die
    französischen … habe ich auch beachtet! So spricht der Führer eines unabhängigen
    Staates nicht. „Die deutschen Interessen stehen nicht im Widerspruch zu den
    französischen und britischen Interessen“ – so muss der Führer des deutschen Volkes
    seine Gedanken formulieren. Wenn Adolf Hitler nur mit Hilfe der deutschen
    Industriellen in seinem Land, d.h. ohne ausländische Hilfe an die Macht gekommen
    wäre, dann reicht ein einfaches „No“. Doch die Rolle von Großbritannien,
    Frankreich und USA bei der Errichtung des Nazi-Regimes ist schon nicht mehr zu
    übersehen. Deshalb rechtfertigt sich der außer Kontrolle geratene und vom „Ziel“
    abgekommene Adolf Hitler vor seinen britischen Herren. Er bemüht sich, ihnen
    einen einzigen Gedanken zu vermitteln: Was immer auch geschehen ist, ich werde
    mich nicht an ihrem Imperium vergreifen. Im Grunde genommen möchte ich nur mit
    Ihnen auf einer Stufe stehen. Daraus resultiert auch der Satz darüber, dass ein Krieg
    im Westen nicht notwendig ist. Die Rede Hitlers ist kein Aufruf zum Frieden. Nein!
    Es ist der Versuch, die Sturheit der Briten und Franzosen zur Frage der politischen
    Gleichstellung von Deutschland in der Weltarena zum Schwanken zu bringen. Denn
    die Ursache der Unstimmigkeiten ist sehr einfach: Hitler will sich zunächst davon
    überzeugen, dass er ein gleichberechtigter Partner des Westens ist. Erst dann ist er
    bereit, Russland, das er schon immer gehasst hat, zu überfallen. Die politischen
    Führer des Westens weigern sich, gemeinsam mit den Deutschen an einem Tisch zu
    sitzen, solange die Verpflichtung von Berlin, die UdSSR zu vernichten, noch nicht
    erfüllt ist.
    „Die Aufrechterhaltung des jetzigen Zustandes im Westen ist undenkbar.
    Jeder Tag wird bald steigende Opfer erfordern … Und das europäische
    Volksvermögen wird in Granaten zerbersten, die Volkskraft wird auf den
    Schlachtfeldern verbluten … nur eines ist sicher: es hat in der Weltgeschichte
    noch niemals zwei Sieger gegeben, aber oft nur Besiegte … Mögen diejenigen
    Völker und ihre Führer nun das Wort ergreifen, die der gleichen Auffassung
    sind, und mögen diejenigen meine Hand zurückstoßen, die im Kriege die
    bessere Lösung sehen zu müssen glauben“ [477].
    314
    Eine Entscheidung musste vom Westen und von Hitler schnell gefunden
    werden. Denn der „seltsame Krieg“ konnte so nicht ewig weitergehen. Es gab nur
    zwei Varianten: Entweder ein Frieden mit Hitler oder ein richtiger Krieg. Warum
    hat der Westen mit Hitler keinen Frieden geschlossen? Weil er ein Verbrecher war?
    Natürlich nein! Hitler war in dieser Zeit der Kanzler von Deutschland und niemand
    von den westlichen Politikern hat ihn beschuldigt, irgendwelche Verbrechen
    begangen zu haben. Der Grund für die „Prinzipienfestigkeit“ von London und Paris
    war offensichtlich von ganz anderer Art.
    Warum haben sie gegen die Nazis nicht richtig gekämpft? Wer hat sie daran
    gehindert, die Brut des Faschismus in ihrem Nest zu vernichten? Warum wurde das
    Ruhrgebiet, das industrielle Zentrum des Deutschen Reiches direkt an der
    französischen Grenze nicht bombardiert? Der „seltsame Krieg“ an der französischdeutschen Grenze dauerte nicht zwei Wochen, nicht zwei Monate, sondern ganze
    acht Monate [478].
    Was waren die Gründe für eine derartige Verzögerung? Mit welchen
    vernünftigen Argumenten kann die totale Untätigkeit der Briten und Franzosen
    erklärt werden? Konnten sie in diesen acht Monaten keine ordentliche Mobilisierung
    durchführen? Wollten sie ihre Soldaten schonen? Warum bombardierten sie die
    deutschen Faschisten nicht – wie 1999 die NATO in Jugoslawien – mit ihren
    Flugzeugen?
    Ein erfolgreicher Kampfeinsatz der britischen Royal Air Force (RAF)
    während des „seltsamen Krieges“ war der Luftangriff auf den Standort der
    deutschen Flotte in Wilhelmshaven am 4. September 1939. Er richtete nur
    geringe Schäden an. Am 18. Dezember 1939 unternahm die RAF einen
    weiteren Luftangriff auf den Hafen in der deutschen Bucht. Bei diesem Angriff
    erlitt sie jedoch schwere Verluste. Offensichtlich waren das nur sehr
    bescheidene Versuche der Seemacht Großbritannien, die feindliche deutsche
    315
    Seeflotte, die sie eifersüchtig beobachtete, etwas zu schwächen. Da sich die
    Briten in einem „seltsamen Krieg“ mit Hitler-Deutschland befanden,
    gehörten weitere Luftangriffe bis 1940 „nicht zu den Regeln“ ihrer
    Kriegsführung. Deshalb blieben die 1939 abgeschossenen Bomber der
    britischen RAF lange Zeit die einzigen Zeugnisse des Krieges zwischen
    Großbritannien und Deutschland.
    Natürlich können wir auch unterstellen, dass in den westlichen Regierungen
    dank irgendwelcher seltsamen Gesetzmäßigkeiten nur eingefleischte Pazifisten
    saßen, die an Flugzeugen „gespart“ und deshalb Deutschland nicht bombardiert
    haben. Doch dann würden sie zumindest mit ihren beliebten Methoden arbeiten.
    Zum Einsatz käme der berühmte britische Geheimdienst. Ihre Agenten vom Typ
    „James Bond“ würden in Deutschland Sabotageakte, Überfälle, Sprengstoffanschläge und … organisieren. Doch in den ersten Monaten des Zweiten
    Weltkrieges taten sie … nichts. Später, als die Briten verstanden haben, dass man
    mit Hitler keine Absprachen treffen kann, gab es derartige Diversionsakte
    haufenweise. Aber in den acht Monaten des „seltsamen Krieges“ gab es sie nicht.
    Mit mangelnder Erfahrung hatte das nichts zu tun. Im Gegenteil, der britische
    Geheimdienst war sehr talentiert, einfallsreich und erfahren. Wir können uns sehr
    leicht davon überzeugen, wenn wir das interessante Buch „The Secret History of
    SOE: Special Operations Executive 1940-1945“ des britischen Schriftstellers,
    William Mackenzie, lesen.
    Der Umfang dieser Arbeit ist beeindruckend: 900 Seiten Text mit einer sehr
    kleinen Schrift. Die britischen Agenten erfüllten während des Zweiten Weltkrieges
    offensichtlich so viele glorreiche Sabotageakte, dass der Autor des Buches Mühe
    hatte, sie in einem einzigen dicken Band zu beschreiben. Die „Special Operations
    Executive“ wurde in Ergänzung zu allen bereits vorhandenen Geheim- und
    Abwehrdienst – Organisationen ausschließlich für die Zeit des Krieges geschaffen.
    Zu ihren Aufgaben gehörten die dreckigsten Arbeiten. Nach dem Sieg wurde die
    Organisation schnell aufgelöst – alle Archive wurden ordentlich verbrannt. Wie es
    316
    der Autor, William Mackenzie, geschafft hat sie zu lesen, ist unbekannt. Das Buch
    ist unter dem Griff „Streng geheim!“ zunächst nur in Großbritannien erschienen.
    Später wurde es mit der Bemerkung „Teile des Textes wurden aus Gründen der
    nationalen Sicherheit entfernt“ auch der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung
    gestellt. Derartige Streichungen gibt es in diesem Buch sehr viele. Da es sich aber in
    der Regel nur um Namen handelt, blieb der Sinn der Handlungen unverändert.
    Allein schon aus der Bezeichnung des Buches ist die seltsame Zurückhaltung
    der Briten sichtbar: Im Buch ist die Rede von britischen Diversionsakten seit dem
    Jahre 1940. Gab es im Jahre 1939 keine? Der Krieg hat doch bereits 1939 begonnen.
    Warum haben die Briten ihre Aktivitäten so spät begonnen? Waren sie auf den Krieg
    nicht vorbereitet? Waren sie so friedliebend und glaubten sie so stark an die
    menschliche Herzensgüte? Nein, die Ausarbeitung von Diversionsakten gegen die
    Deutschen begann bereits lange Zeit vor dem Beginn des Krieges gegen
    Deutschland. Im Buch von Mackenzie wird sogar das genaue Datum genannt – am
  3. März 1939 [479]. Genau in dieser Zeit wurde den Briten klar, dass Hitler die
    Tschechoslowakei „ nicht richtig“ okkupiert hat, denn die Ukrainischen Karpaten
    hat er nicht besetzt. Am 21. März 1939 versammelten sich die Führer der westlichen
    Welt in London um zu entscheiden, was mit dem ungehorsamen Adolf geschehen
    soll. Schon am 23. März 1939 – wie wir bei Mackenzie lesen können – diskutiert
    der britische Außenminister, Lord Halifax, mit einigen hochgestellten
    Geheimdienstleuten verschiedene Projekte für die Organisation künftiger Unruhen,
    Diversionsakte und Provokationen im deutschen Hinterland [480].
    317
    Die Geheimagenten haben die Situation sehr nüchtern analysiert. Für den Fall
    eines Krieges mit Deutschland haben sie sehr effektive Maßnahmen vorgeschlagen,
    die dieses Land mit einem Schlag in die Knie zwingen. Es ist nicht schwierig, der
    deutschen Wirtschaft den „Sauerstoffhahn“ zuzudrehen. Sie besaß zwei leicht
    verwundbare Punkte: Das rumänische Erdöl und das schwedische Eisenerz [481].
    Die deutsche Industrie erhielt die dafür notwendigen Ressourcen in ausreichender
    Menge. Natürlich konnten die Deutschen das Erdöl auch aus der UdSSR erhalten,
    die erforderlichen Eisenerzmengen jedoch nur aus Schweden und sonst nicht. Vor
    dem Krieg importierten sie es aus Frankreich (Lothringen), Spanien und Schweden.
    Für die britische und französische Flotte war die Unterbrechung der skandinavischen
    Lieferungen kein Problem. Die deutschen Hochöfen bleiben dann einfach stehen:
    Keine Waffen, keine Patronen und keine Granaten für die deutsche Armee. Ohne die
    erforderlichen Reserven gibt es keinen Nachschub und damit auch keinen Kampf!
    Warum haben die Briten diesen Plan nicht bereits am Anfang des polnischdeutschen Konfliktes realisiert? Ohne ausreichende Waffen – kein Sieg von Hitler
    über Polen und kein künftiger Überfall auf die UdSSR. Deshalb gab es bis zum
    Beginn des Krieges keinen Befehl über die detaillierte Ausarbeitung dieser
    Operation. Diese Situation veränderte sich auch nicht nach dem Überfall auf Polen.
    Die aktive Ausarbeitung von Diversionsakten gegen Schiffe, Anlegestellen und
    Häfen, die Eisenerz exportierten, begannen erst im Oktober 1939 [482]. Das Land
    Polen hatten sie auf der Landkarte schon ausradiert.
    318
    Im Buch von W. Mackenzie über die Geschichte der SOE können wir
    erstaunliche Dinge lesen. Im Jahre 1939 haben die britischen Spezialisten für
    die Durchführung von Diversionsakten der Führung einen komplexen
    Handlungsplan vorgelegt. Er erfasste die Länder Rumänien, Dänemark,
    Holland, Polen, Böhmen, Österreich, Deutschland, Libyen und Abessinien
    (Äthiopien).
    Wenn wir diesen Plan bewerten wollen, dann dürfen wir nicht
    vergessen, dass der Krieg gegen Polen noch nicht begonnen hat! Für seine
    Realisierung hat der britische Oberst Grand einen Stellenplan für 25 Offiziere
    und einen Geldbetrag von 500.000 Pfund Sterling vorgeschlagen. Erstaunlich
    ist folgendes Zitat aus diesem Vortrag: „Wenn dieser Vorschlag angenommen
    wird, dann können die Vorbereitungen bezüglich von Rumänien im Verlaufe
    von drei Wochen und bezüglich der anderen Länder (siehe Aufzählung oben!)
    – im Verlaufe von drei bis vier Monaten abgeschlossen werden. D.h., im Juli
    wird der Termin festgelegt, wann in den von Hitler besetzten Gebieten
    plötzlich Unruhen aufflammen“ [483]. Der genannte Monat „Juli“ liegt im
    Jahre 1939. Für kein einziges Land lagen dem deutschen Generalstab auch
    nur im Ansatz irgendwelche militärischen Angriffspläne vor – kein einziges
    Land war okkupiert! Aber für die Briten ist die Situation schon völlig klar:
    Allen Ländern droht die Okkupation durch Hitler. Das Niveau der britischen
    Spezialisten ist so hoch, dass sie für die Vorbereitung der Unruhen (im Falle
    eines Erfolges werden sie dann als „Volksrevolutionen“ bezeichnet) nur Geld
    und etwas Zeit benötigen. Wo haben sich die Briten eine derartige
    Meisterschaft angeeignet? Auf diese Frage eine Antwort zu finden, ist
    überhaupt nicht kompliziert. Erinnern wir uns an das Jahr 1905 und dann –
    an den Februar 1917. Nicht vergessen dürfen wir auch 1918 – die deutsche
    Novemberrevolution …
    Die Tatsache, dass Großbritannien überhaupt nicht beabsichtigte Hitler zu
    stürzen, wird durch das Schicksal der nicht stattgefundenen Operation der SOE
    bewiesen. Die Führung versuchte Zeit zu gewinnen: Verschiedene Diversionen
    werden erst im Dezember 1939 ausgewählt. Am 2. Januar 1940 wurde die Aktion
    von Winston Churchill gebilligt – damals noch 1. Lord der Admiralität. Sir Winston
    konnte jedoch damals grundlegende Fragen noch nicht entscheiden – bis zu seinem
    Machtantritt vergeht noch etwas Zeit. Premierminister Chamberlain und
    Außenminister Halifax – sie allein hatten die Macht – haben am 29. Januar 1940
    ihren Kommandos verboten, irgendwelche Diversionsakte gegen die schwedischen
    Eisenerzgruben zu unternehmen. Am 15. Februar 1940 versuchten die SOE
    nochmals ihr Glück. Aber auch diesmal hat Halifax alle Aktionen verboten, die
    Hitler sehr schnell entwaffnet hätten [484].
    319
    Als die westlichen Diplomaten die Vorschläge Hitlers ablehnten, interessierte
    sie die Situation in Polen überhaupt nicht. Doch sind wir ehrlich: In der Ablehnung
    des Westens mit Hitler Frieden zu schließen, spielte der „polnische“ Faktor trotzdem
    eine bedeutende Rolle. Denn die Bedingung des Westens für eine Kontaktaufnahme
    lautete: Abzug aller deutschen Truppen vom polnischen Territorium und
    Wiederherstellung des polnischen Staates. Kein einziger Historiker stellt sich in
    diesem Zusammenhang die einfache Frage: Wie soll nach der offiziellen Teilung
    von Polen zwischen Berlin und Moskau der polnische Staat wieder hergestellt
    werden? Ein Teil von Polen wurde dem Deutschen Reich angeschlossen, der Westen
    von Weißrussland und der Ukraine – dem Verbund der UdSSR. Nehmen wir an,
    Hitler ist einverstanden, den Staat Polen wieder herzustellen und gibt den Polen das
    ganze Territorium außer Danzig und den deutschen „Korridor“ zurück. Muss dann
    Stalin auch die Gebiete von Weißrussland und von der Ukraine zurückgeben? Aber
    wie soll er das machen, wenn diese Gebiete schon offiziell in den Verbund der
    Sowjetrepubliken aufgenommen worden sind?
    320
    Als Adolf Hitler am 6. Oktober 1939 seine Rede gehalten hat, waren die
    neuen Territorien noch nicht in die UdSSR integriert. Die Prozedur dafür war
    jedoch schon angelaufen: Am 1. Oktober 1939 hat das Politbüro des ZK der
    WKP(B) (Zentralkomitee der Kommunistischen Allunionspartei der
    Bolschewiken, Anm. d. Übers.) ein Programm zur Vereinigung der
    Westukraine und des Westens von Weißrussland mit der UdSSR beschlossen.
  • In der Zeit vom 5. bis 12. Oktober wurden Truppenteile der Roten
    Armee in die neuen Gebiete verlegt.
  • Die Wahlen für die Bildung der Volksversammlungen wurden
    vorbereitet.
  • Am 22. Oktober waren die neuen Machtorgane bereits gewählt.
  • In der Zeit vom 27. bis 29 Oktober wurden die sowjetischen
    Machtorgane geschaffen. Sie baten den Obersten Sowjet, die
    neuen Gebiete in den Verbund der Sowjetunion aufzunehmen.
  • In der Zeit vom 1. bis 2. November hat der Oberste Sowjet der
    UdSSR dieser Bitte entsprochen. Die neuen Gebiete wurden
    untrennbare Bestandteile der UdSSR.
    Wenn Hitler tatsachlich einverstanden gewesen wäre, den polnischen
    Staat wieder herzustellen, dann hätten die Verhandlungen und die
    Abstimmungen über eine Vereinbarungen zwischen den Briten und Franzosen
    nicht weniger Zeit in Anspruch genommen. D.h. im Moment der
    Unterzeichnung des hypothetischen Friedensvertrages zwischen
    Großbritannien, Frankreich, Polen und Deutschland sind die neuen
    Territorien von der Ukraine und Weißrussland schon längst in die
    321
    Sowjetunion integriert… Die Voraussetzungen für einen Krieg mit dem
    „Hauptaggressor“ Russland waren damit geschaffen.
    Welche Macht, die noch einen Minimum an Selbstbewusstsein besitzt, würde
    zwei bis drei Wochen nach der Eroberung und Eingliederung eines neuen
    Territoriums, dieses seinem Gegner wieder zurückgeben? Der Anschluss eines
    Gebietes an ein Land – das ist keine Stromversorgung, die man einfach ein- und
    wieder ausschalten kann. Niemand wird ein Land achten, das in Abhängigkeit von
    den Ansichten fremder Mächte seine „eigenen“ Entscheidungen trifft. Der Westen
    hat der UdSSR nicht den Krieg erklärt. Folglich hat Stalin auch keine Motivation,
    den Polen das Land „im Interesse des Friedens“ zurückzugeben. Wie soll er das
    seinen Soldaten erklären, die von den Bauern in Weißrussland mit Blumen begrüßt
    wurden? Haben sie sich umsonst gefreut?
    Bei Hitler war die Situation völlig anders. Er kann in aller Ruhe die uralten
    deutschen Gebiete übernehmen, den Rest – den Polen wiedergeben. Die deutsche
    Bevölkerung – im Unterschied zur Bevölkerung der UdSSR – versteht das
    wunderbar: Der Krieg gegen Polen wurde mit dem Ziel geführt, die letzten Gebiete
    des deutschen Bodens, die durch den Vertrag von Versailles von Deutschland
    abgetrennt wurden, wieder zurückzuholen. Wir haben uns alles zurückgeholt! Die
    polnische Führung und die „Weltgesellschaft“ zeigen Einsicht und verhalten sich
    friedlich. Das wiederhergestellte Polen schließt mit dem Deutschen Reich einen
    322
    Friedensvertrag ab. Die Unverletzbarkeit der neuen Grenzen wird selbstverständlich garantiert. Sehr menschlich und verständlich! Alles ist wunderbar!
    Auch für die führenden Politiker Deutschlands, Polens, Großbritanniens und
    Frankreichs. Nur die Sowjetunion wird aussehen wie ein widerlicher Aggressor, der
    – natürlich – bestraft werden muss …
    Wenn Hitler einen Schritt zurückgegangen wäre und sein Einverständnis
    gegeben hätte, den polnischen Staat wieder herzustellen, dann wäre ein Krieg gegen
    die UdSSR unvermeidlich gewesen. Denn – die UdSSR gibt die „polnischen
    Gebiete“ nicht wieder her. Das ist der wahre Grund, warum der Westen nicht bereit
    ist Frieden zu schließen. Mit Friedensliebe, mit der Verletzung von Verträgen und
    mit dem Wunsch, den Aggressor zu bändigen, hat das alles nichts zu tun. Es ist nichts
    anderes, als die Konsequenz und die zielstrebige Fortsetzung der traditionellen
    westlichen Politik: Es ist alles zu tun, damit Deutschland und Russland in einen
    Krieg verwickelt werden! Die hervorragend klingende Bedingung der
    „Wiederauferstehung von Polen“ bedeutete kein Frieden auf dem europäischen
    Kontinent, sondern nur eine Überleitung des „seltsamen Krieges“ in einen
    „richtigen“ blutigen Krieg.
    Die Logik vieler Geschichtsbücher ist einfach erstaunlich. Den russischukrainischen Serienmörder Andrej Tschikatilo hat während seines
    Gerichtsprozesses niemand beschuldigt, die Verkehrsregeln verletzt zu haben. Seine
    schrecklichen Verbrechen und die Ermordung von mehr als 50 Menschen sind schon
    allein hinreichende Gründe, um dieses Scheusal mit dem Tode zu bestrafen.
    Aber warum werden dem größten Verbrecher aller Zeiten, Adolf Hitler, Taten und
    Handlungen zugeschrieben, die er nicht begangen hat? Er wird wegen allem
    möglichen beschuldigt, z.B. wegen seiner Hinterhältigkeit und wegen seines
    323
    Verrats. Das ist einfach lächerlich. Es ist, als ob wir einen Serienmörder
    beschuldigen, dass er seine kommunalen Abgaben nicht zahlt. Hitler hat das
    Menschenleben von zig Millionen Menschen auf dem Gewissen. Seine
    ungeheuerlichen Verbrechen sind kaum zu überbieten. Was ist das Ziel dieser
    seltsamen Beschuldigungen? Offensichtlich sollen damit nur diejenigen getarnt
    werden, die ihn an die Macht gebracht haben und ihn hartnäckig zu einem Krieg
    treiben. In jedem beliebigen historischen Werk finden wir Aussagen über den Verrat
    von Hitler, der am 6. Oktober 1939 dem Westen den Frieden versprach und der am
  1. Oktober – den Befehl über die Ausarbeitung eines Angriffsplanes gegen
    Frankreich gab. Ohne etwas zu verstehen, schreiben die Autoren über Hitlers
    Bösartigkeit. Obwohl das Verhalten des Führers völlig logisch war, werden diese
    Aussagen von anderen Autoren kritiklos übernommen …

Hitlers Direktive Nr. 6 über den Plan einer Offensive im Westen gibt eine
beeindruckend genaue Prognose über die künftige Zerschlagung der
französischen Armee. Ihre Aktualität hat sie auch in unserer gegenwärtigen
Zeit nicht verloren: „Unter keinen Umständen dürfen sie (die
Panzerdivisionen, Anm. d. V.) zum Untergang in das unendliche StraßenLabyrinth der belgischen Städte geworfen werden“. Haben General
Gratschow und seine Offiziere, die 1995 unsere Panzer bei dem sinnlosen
Neujahrs-Sturm auf die Stadt Grosny eingesetzt haben, diese elementaren
Erfahrungen der Militärwissenschaften nicht gekannt? Warum haben sie
Hitlers „Werke“ und Befehle nicht gelesen?
324
Bereits im September 1939 teilte Hitler seinen Generälen mit, dass er bereit
sei, Frankreich mit dem gleichen Tempo wie Polen zu schlagen [485]. Vorerst waren
das nur mündlich geäußerte Gedanken. Konkrete Aufträge erteilte er noch nicht. Am

  1. Oktober 1939 hielt Hitler im Reichstag seine berühmte Rede – sein
    „Friedensangebot“ war den Führern von Großbritannien, Frankreich und den USA
    über „geheime“ Kanäle bereits bekannt. Denn schon im September 1939 hat er über
    den schwedischen Vermittler, Birger Dahlerus [486], und über den amerikanischen
    Ölmagnaten, William Rhodes Davis [487], ihnen seine Vorschläge mitgeteilt. Sie
    waren so „friedensliebend“, weil Hitler hoffte, dass sie auf einen „fruchtbaren“
    Boden fallen und die Angelsachsen bewegen werden, Deutschland im Club der
    Weltmächte als gleichberechtigten Partner aufnehmen. Schon am nächsten Tag
    erschienen in den deutschen Zeitungen die bunt schillernden Schlagzeilen: „Des
    Führers Mahnung an das Weltgewissen“, „Friedensangebot des Reichskanzlers
    Adolf Hitler an den Westen“, „Wir wollen keinen Krieg gegen Großbritannien und
    Frankreich“, „Keine weiteren Forderungen, außer unsere Kolonien“, „Reduzierung
    der Rüstung“, … [488].
    Aus der Sicht des Führers konnten die Regierungen Großbritanniens und
    Frankreichs dem Dritten Deutschen Reich jetzt die Hand reichen ohne ihr Gesicht
    zu verlieren. Nicht sie haben um einen Frieden gebeten, sondern Deutschland hat
    ihn ernsthaft vorgeschlagen. Um ihn dann in einen Krieg gegen den Osten
    umzuwandeln. Eine Antwort auf seine Initiative hat Hitler nicht erhalten. Genauer
    gesagt, er bekam sie … doch leider war sie negativ.
    Am 7. Oktober 1939 hat der französische Premierminister, Ėdouard Daladier,
    Hitler mitgeteilt, dass Frankreich die Waffen so lange nicht niederlegt, bis es
    „Garantien für einen echten Frieden und für eine allgemeine Sicherheit“ erhält [489].
    Stalin hat dem deutschen Partner des Nichtangriffspaktes eindeutig nicht
    vertraut. Während Hitler den Westen zum Frieden aufrief, führte er seine
    Truppen in die Länder des Baltikums und traf mit ihnen entsprechende
    325
    Vereinbarungen. Dies geschah in Abstimmung mit Deutschland. Die
    Stationierung von Truppen der Roten Armee in Lettland, Litauen und Estland
    war von großer strategischer Bedeutung, denn ihr Territorium bildete das
    notwendige Aufmarschgebiet für die Truppen des Aggressors beim Überfall
    auf die UdSSR. Im Oktober 1939 begannen die Verhandlungen der
    Sowjetunion mit Finnland. Das Ziel war die Gewährleistung einer erhöhten
    Sicherheit des Leningrader Gebietes, des freien Zugangs zum Finnischen
    Meerbusen und damit auch der sowjetischen Flotte in die Ostsee.
    Entscheidend waren die Worte aus London, aber die gab es leider nicht. Aus den
    Reaktionen der britischen, französischen und amerikanischen Presse wurde jedoch
    klar, dass der Westen an einer friedlichen Lösung des Konfliktes nicht interessiert
    war. Am 10. Oktober 1939, wandte sich der Führer in seiner kurzen Rede im
    Sportpalast nochmals an die Briten. Deutschland, so erklärte er, „ hat keinen
    einzigen Grund, gegen die westlichen Mächte zu kämpfen“. Und nochmals
    326
    unterstrich er sein „Streben nach Frieden“ [490]. Die Antwort aus Großbritannien
    kam am 12. Oktober, d.h. nach zwei Tagen. Am Vorabend gab es in Berlin Unruhen,
    die von den Historikern später als „friedlich“ bezeichnet werden. Auslöser dafür war
    die Mitteilung im Radionetz Berlin, dass die britische Regierung gestürzt worden sei
    und die neue Regierung unverzüglich mit Friedensverhandlungen beginnt. Die
    deutsche Hauptstadt befand sich in einem Freudentaumel, der sehr schnell in bittere
    Enttäuschung umschlug.
    Warum der staatliche Radiosender der Nazis eine derartige Falschmeldung
    verbreitete, das ist bis zum heutigen Tag ein ungeklärtes Geheimnis des Dritten
    Reiches. Der britische Premierminister, Sir Neville Chamberlain, bezeichnet das
    „Friedensangebot“ Hitlers vom 6. Oktober 1939 als „neblig und unbestimmt“. Seine
    Ablehnung muss nur richtig verstanden werden. Wenn Deutschland Frieden
    wünscht, dann muss es dies „durch Taten und nicht durch Worte“ zeigen. D.h. Hitler
    muss „überzeugende Beweise“ für seine Bestrebungen zum Frieden“ vorlegen. Der
    britische Premier hat Hitler aufgefordert, Polen und die Tschechoslowakei zu
    verlassen und Garantien für sein künftiges friedliches Verhalten zu geben. So
    berichten die Historiker aller Schattierungen über die Rede Chamberlains. Aber das
    ist eine Lüge! In Wirklichkeit hat der britische Premierminister Hitler aufgefordert
    die UdSSR zu überfallen und damit den „überzeugenden Beweis“ zu bringen. Genau
    solche „Handlungen“, aber nicht „Worte“ wurden von Hitler in London erwartet.
    Was konnte Adolf Hitler tun? Seine Friedensvorschläge wurden
    zurückgewiesen. Was blieb ihm anderes übrig, als sich auf einen Kampf
    327
    vorzubereiten. Deshalb gab er nach drei Tagen den Befehl, einen Plan für die
    Vernichtung seines unmittelbaren Gegners, d.h. von Frankreich, auszuarbeiten. War
    das seine ganze Hinterhältigkeit? Wohl eher nicht! Wir sagen das nicht, um die
    „Wäsche“ des Mörders von zig Millionen unserer Menschen „weiß zu waschen“,
    sondern um die Logik seiner Handlungen zu verstehen.
    Die Tatsache, dass Hitler am 9. Oktober den Befehl zur Ausarbeitung
    eines Angriffsplanes gab, ist kein Beweis für seine Hinterhältigkeit und
    Aggressivität. Denn …
  2. Das Kommando, einen Plan auszuarbeiten bedeutet noch lange
    keinen Angriff. Die Entscheidung kann jeder Zeit geändert werden.
  3. Am 12. Oktober kam die „offizielle Antwort“ aus London. Die
    nichtoffizielle Antwort ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schon viel früher in
    Berlin angekommen. Aus den Schlagzeilen der „unabhängigen“ britischen
    Presse können wir noch heute erkennen, aus welcher Richtung der Wind weht.
    Die Handlungen von Adolf Hitler wurden nicht von den wahnsinnigen
    Bestrebungen eines rücksichtslosen Aggressors, der die ganze Welt beherrschen will
    diktiert, sondern von der Logik eines Politiker und Vasallen, der nicht ernsthaft mit
    seinen ehemaligen Herren kämpfen will. Wir wiederholen an dieser Stelle nochmals:
    Deutschland kann angesichts seiner wirtschaftlichen und geographischen
    Besonderheiten in einem langfristigen Krieg nicht siegen. Dafür hat es auch nicht
    die erforderlichen Ressourcen. Im Zustand eines „seltsamen Krieges“ konnte es sich
    auch nicht lange befinden: Die Briten hätten Deutschland einfach mit einer Blockade
    erstickt. Vorläufig war sie sehr leicht, einfach lächerlich, aber zu einem beliebigen
    Zeitpunkt konnten die Briten Deutschland richtig ersticken. Ein versenktes Schiff in
    der schwedischen Bucht, ein „Volksaufstand“ in Rumänien und ein paar auf der
    328
    Donau versenkte Dampfer zur Unterbrechung des Handels – solche Kleinigkeiten
    hätten dafür schon ausgereicht. Das ist alles, der Krieg ist schnell vorbei.
    Im britischen Geheimdienst gab es das Projekt „Zerstörung der
    Schifffahrt“. Wie Sie wissen, wurde seine praktische Umsetzung von der
    britischen Regierung „nicht gebilligt“. Später, nachdem die Deutschen in
    Rumänien einmarschiert sind und die Macht in allen Donau-Staaten
    übernommen haben, war die geplante Diversion schon nicht mehr möglich.
    Nach dem Überfall von Hitler auf die UdSSR, war für die Briten die
    Vernichtung der rumänischen Erdölindustrie erneut nicht aktuell! Die
    britische Royal Air Force (RAF) hat niemals versucht, die praktisch einzige
    zugängliche Erdölquelle Deutschlands zu bombardieren. Denn wie sollen die
    deutschen Panzer aufgetankt werden, die in Richtung Moskau, Stalingrad und
    Kursk fahren?
    Vorläufig hat die britische Regierung das Deutsche Reich noch nicht
    „erstickt“. Aber wie lange wird es dauern, bis es die Missachtung ihrer Forderungen
    nicht mehr akzeptiert? Deshalb muss er … entschlossen handeln. Hitlers Aussage
    „Die Engländer werden nur nach ein paar Schlägen zurückweichen“ [491, 492],
    schreibt General Halder in sein Tagebuch. Uns darf nicht irritieren, dass Hitler bei
    der Vorbereitung des Überfalls auf Frankreich von Großbritannien spricht. Er hatte
    klare Vorstellungen darüber, wer in Wirklichkeit den Mechanismus der Weltpolitik
    in Bewegung bringt.
    Im Oktober 1939 sieht Hitler keinen anderen Ausweg mehr, als einen Angriff
    auf Frankreich. Bereits am 19. Oktober, d.h. 13 Tage nach der Proklamation seiner
    „Friedenspolitik“, wurde ihm der erste Entwurf der militärischen Operation „Fall
    Gelb“ vorgelegt. Bei der deutschen Generalität löste der Plan Hitlers aufgrund des
    Kräfteverhältnisses „größtes Entsetzen“ aus. Auch die französische Maginot-Linie
    (ein kompliziertes System aus Bunkern, Stollen, Versorgungsschächten und Gängen
    mit mehr als hundert gigantischen Artilleriewerken, Anm. d. Übers.) galt als
    unüberwindliches Hindernis. Gegen den Angriff auf Frankreich sprachen sich sogar
    die Generäle von Brauchitsch und Halder aus. General von Leeb war außerdem
    gegen die Verletzung der Neutralität von Holland und Belgien. Die Angst, wie im
    Ersten Weltkrieg von einem Gegenangriff in der Flanke überrascht zu werden, saß
    bei den deutschen Generälen noch tief. Auch die Erinnerungen an die blutigen
    Schlachten bei Verdun, an der Marne und Somme mit den vielen hunderttausend
    toten und verwundeten Soldaten war noch frisch. Sollte sich das tatsächlich alles
    wiederholen?
    329
    Die Maginot-Linie – die größte unterirdische Festungsanlage der Welt in Frankreich
    Wir werden wohl niemals erfahren, wie ernsthaft die Absicht von Adolf Hitler
    tatsächlich war, die Franzosen vernichtend zu schlagen. Es gibt jedoch genügend
    Fakten dafür, die beweisen, dass er in erster Linie mit dem Westen verhandeln
    wollte.
    Was sind das für Fakten? Wenn Hitler tatsächlich gegen London und Paris
    kämpfen wollte, warum verhinderte er, dass die deutsche Seeflotte feindliche Schiffe
    versenkt. Die deutsche Seeflotte hatte ihre Kampfhandlungen so zügig begonnen,
    dass Hitler gezwungen war, sich persönlich einzumischen. In der 1. Woche des
    Krieges haben seine fleißigen Kapitäne 11 Schiffe mit einer Wasserverdrängung von
    64.595 t versenkt. Hätte sich dieses Tempo fortgesetzt, dann würden in der Nähe der
    britischen Insel bald nur noch deutsche U-Boote schwimmen. Plötzlich vollzog sich
    ein wahres Wunder: In der zweiten Woche betrug die Tonnage der versenkten
    britischen Schiffe 51.561 t, in der dritten Woche – 12.750 t und in der vierten Woche
    – nur noch 4.646 t [493].
    Was war geschehen? Was hat zu einer derart schlechten Effektivität der
    deutschen U-Boote geführt? Sind die britischen Kapitäne vorsichtiger geworden?
    Haben sie mehr Erfahrungen gesammelt? Oder haben die britischen Kapitäne
    gelernt, die deutschen U-Boote schneller zu versenken? Nein, die Briten haben über
    die o.g. Statistik selbst gestaunt. Das Geheimnis dieses „Wunders“ ist sehr einfach.
    Hitler hat seine Marineoffiziere angewiesen, die Schiffe von Großbritannien und
    Frankreich nicht zu versenken! Admiral Raeder hat in seinem Tagebuch notiert, dass
    die allgemeine Politik uns zu dieser „Zurückhaltung“ zwingt, solange die politische
    Situation im Westen nicht geklärt ist [494]. Bekannt ist auch der Fall, dass der
    Kapitän eines deutschen U-Bootes, das sich in einer sehr günstigen Position zum
    französischen Schlachtschiff „Dunkerque“ befand, beim Stab der Marine um die
    330
    Erlaubnis zum Angriff bat [495]. Der Angriff wurde vom Führer persönlich
    abgelehnt!
    Deutsche Panzer in Frankreich. Dass Hitler riskiert, den Westen anzugreifen, das hätte in
    Paris und London niemand erwartet. Deshalb wurde Frankreich so schnell besiegt.
    Genauso unwahrscheinlich ist die Geschichte von Hitlers Angriffstermin auf
    Frankreich. Den ersten Termin legte er auf den 12. November 1939 fest [496].
    Tatsächlich begann der Feldzug aber am 10. Mai 1940. Im Verlaufe von 25 Wochen
    hatte er den Befehl 20 Mal verschoben [497]. D.h. fast jede Woche hat Hitler den
    Befehl für den Überfall auf Frankreich neu festgelegt! Warum? Die Historiker
    behaupten das „schlechte Wetter“ war der Grund. Glauben Sie das, verehrter Leser?
    Die deutschen Generäle und Hitler wissen im Verlaufe von sieben Monaten (!) nicht,
    welches Wetter sich an der deutsch-französischen Grenze einstellen wird? Jede
    Woche hoffen sie, dass sich die Wolken verziehen und endlich die Sonne scheint?
    Warum wurde der Termin für den Frankreichfeldzug nicht sofort auf einen
    Sonnentag festgelegt? Die deutsche Armee befindet sich ständig in höchster
    Anspannung und Bewegung, denn niemand weiß, verlegt Hitler den Termin erneut
    oder nicht. Wozu brauchen die pedantischen Deutschen das? In Wirklichkeit ist alles
    sehr einfach: Der Angriffsbefehl wird verlegt, solange noch die geringste Hoffnung
    besteht, dass der Westen zu Verhandlungen bereit ist. Als die letzte Hoffnung
    schwindet, erteilt Hitler den „letzten“ Angriffsbefehl.
    331
    Welch eine Antwort erhielt der deutsche Führer auf seine Friedensvorschläge? Formal gesehen – keine. Genauer gesagt, es gab noch eine.
    Jedes Jahr, am Jahrestag des Münchner Bierputsches, trat Adolf Hitler im
    „Bürgerbräukeller“ vor seinen alten „Parteigenossen“ auf. Diese Auftritte hatten
    schon eine feste Tradition. Doch diesmal am 8. November 1939 endete die
    Begegnung des Führers mit seinen alten Freunden etwas anders. Dreizehn Minuten
    nach seiner Abfahrt aus dem „Bürgerbräukeller“ explodierte dort eine Bombe, 8
    Menschen starben, 63 – wurden verletzt. Noch am gleichen Abend wurde der
    deutsche Tischler, Johann Georg Elser, an der deutsch-schweizerischen Grenze
    verhaftet. Nach einigen Verhören hat er alles zugegeben. Im Ergebnis der herzlichen
    Gespräche mit ihm (Elser wurde vom Gestapochef Müller persönlich befragt!)
    wurde offiziell festgestellt, dass der britische Geheimdienst die Verantwortung für
    den Terrorakt trägt. In der Literatur der Historiker lesen wir etwas anderes: Der
    Anschlag wurde von der Gestapo selbst organisiert. Sehr populär ist auch die
    Variante, dass Johann Georg Elser mit diesem Attentat den deutschen Diktator
    beseitigen wollte. Beide Versionen, wie auch schon im Fall des jüdischen
    Terroristen, Herschel Feibel Grünspan, der den deutschen Diplomaten, Ernst vom
    Rath, in Paris erschossen hat, halten keiner ernsthaften Überprüfung Stand. Was
    geschieht mit dem Terroristen nach seinem Arrest? Elser war geständig. Völlig egal,
    ist er Agent der Gestapo oder ein patriotischer Einzelkämpfer, er wird schnell
    verurteilt und … schließlich aufgehängt. Nur so findet man keine Spuren mehr und
    auf keinen Fall die Wahrheit. Die Führer der Gestapo erhalten von Adolf Hitler das
    „Eiserne Kreuz“. Wozu das Leben eines Verrückten bewahren, der ein Anschlag auf
    den Führer verübt hat? Doch Elser wird wie Grünspan als „besonderer Gefangener“
    in das Konzentrationslager Sachsenhausen gesteckt. Später kam er nach Dachau, wo
    332
    er am 9. April 1945 erschossen wurde. Bis zu diesem Tag haben sie ihn am Leben
    erhalten, damit er wie Grünspan im Nachkriegsprozess als Zeuge aussagen kann.
    Denn Hitler hatte geplant, nach dem Krieg einen Schauprozess durchzuführen, in
    dem er der ganzen Welt die Hinterlistigkeit und Grausamkeit seiner Gegner und ihrer
    Geheimdienste beweisen kann [498]. Dazu brauchte er gute Argumente – lebende
    Beweise der Handlungen des britischen Geheimdienstes. Deshalb hat er die
    Terroristen so lange im Konzentrationslager aufbewahrt. An der ganzen Geschichte
    gibt er nur ein „Aber“: Um ein guter Zeuge und ein lebender Beweis im kommenden
    Prozess zu sein, musste man wirklich ein Terrorist sein. Andernfalls nimm einen
    beliebig anderen, und er erzählt dir über den britischen Geheimdienst alles, was du
    ihm diktierst. Nur seine Aussage ist dann nichts wert. Über die Verbindung des
    „Einzelkämpfers“ Johann Georg Elser mit den Briten schreibt Walter Schellenberg
    in seinen Nachkriegserinnerungen folgendes: „Er hatte unter der Last der Indizien
    zugegeben, in einer Säule des Bürgerbräukellers seine Höllenmaschine mit
    Zeitzünder eingebaut zu haben. Es handelte sich um einen genial umkonstruierten
    Wecker, der mit einer Explosivmasse gekoppelt war. Elser hatte erklärt, zwei
    unbekannte Personen hätten ihm bei der Vorbereitung des Anschlages geholfen und
    333
    versprochen, später im Ausland für ihn zu sorgen“ [499]. Um seine Aussagen zu
    überprüfen, ließen die Nazis vier bekannte Hypnotiseure rufen. Es gelang jedoch nur
    einem, Elser in einen hypnotischen Schlaf zu versetzen, wobei er wiederum bei
    seinen Aussagen blieb.
    Was bedeutete dieser Anschlag auf Hitler? War es eine Warnung? Am 9.
    November 1939, um 18:00 Uhr, musste sich Hitler entscheiden: Entweder Angriff
    auf Frankreich oder den Angriff auf Frankreich verschieben. Und plötzlich gab es in
    München eine Explosion. Gleich danach hat Hitler das erste Mal den Angriffstermin
    vom 12. auf den 19. und dann auf den 25. November verlegt. Anschließend begann
    sich das Datums-Karussell für den Überfall auf den Westen zu drehen, ein Prozess,
    der in der Geschichte einmalig war. Wenn jemand angreifen will, dann greift er an.
    Nur die extreme Abneigung Adolf Hitlers, sich von seinen westlichen Herren zu
    lösen, führte letztendlich zu der lächerlichen 20-fachen Terminverschiebung des
    Kriegsbeginns.
    Der britische Geheimdienst kannte – wie immer – die Pläne von Hitler
    ganz genau. Von wem erhielten sie diese Informationen? Von den deutschen
    Generälen, die – wie zur Zeit der Krise in München – mit dem Ziel einen Krieg
    zu verhindern, die Briten mit detaillierten Informationen versorgten. Als die
    Pseudo-Verschwörer von Hitlers Absicht hörten Frankreich zu überfallen,
    gerieten sie in Angst und Schrecken und bemühten sich ihn zu stürzen. Im
    Auftrage bestimmter Kreise des deutschen Geheimdienstes begab sich Dr.
    oec. Josef Müller nach Rom und stellte dort gute Kontakte mit dem britischen
    Botschafter beim Heiligen Stuhl, Sir Francis d‘ Arcy Osborne, her. Der Papst,
    Pius XII., gab sein Einverständnis, als Vermittler zwischen Großbritannien
    und dem künftigen antifaschistischen Deutschland ohne Hitler zu dienen. Ein
    anderer Kanal war die schweizerische Hauptstadt Bern. Dort arbeitete der
    deutsche Diplomat, Theodor Kordt [500].
    Und auch das ist sehr charakteristisch. Es entsteht der Eindruck, dass Hitler in
    London und Paris nicht als gefährlich angesehen wurde. Wenn Hitler tatsächlich ein
    echter Teufel ist, dann beseitigen sie ihn. Kein Problem! Denn er missachtet
    334
    elementare Regeln der Sicherheit, bewegte sich praktisch ohne Personenschutz und
    fährt allein im offenen Wagen. Woher kommt diese Sorglosigkeit? Hitler wusste
    genau, dass man ihn nicht töten wird, weil es für die Briten nur Nachteile hat. Im
    Verlaufe des gesamten Krieges gab es auf den größten Verbrecher aller Zeiten
    keinen einzigen Mordanschlag [501].
    Die Quelle der Aggressivität des faschistischen Deutschlands war ohne
    Zweifel die Persönlichkeit des Führers. Wenn Hitler bei einem Attentat ums Leben
    gekommen wäre, dann hätten sich die politischen Bedingungen in Deutschland
    radikal geändert. Die Nazis wären nicht an der Macht geblieben. Denn niemand von
    den Erfüllungsgehilfen des Führers besaß das erforderliche Charisma und den
    notwendigen Einfluss, um vorbehaltlos sofort die Macht zu übernehmen. Die
    Angehörigen der deutschen Armee haben ihren Eid persönlich nur auf Adolf Hitler
    geleistet. Weder Heß und Himmler noch Göring hätten eine derartige Unterstützung
    erhalten. Mit großer Wahrscheinlichkeit würde in einem derartigen Szenarium das
    Militär die Macht übernehmen, denn sie warteten schon seit dem Münchner
    Abkommen auf einen günstigen Moment um Hitler zu stürzen, d.h. um den
    drohenden Krieg zu vermeiden. Aber brauchten die Briten den Sturz von Hitler
    tatsächlich? Wenn wir uns von allen Emotionen frei machen, dann lautet die Antwort
    „Nein!“. Im Falle der Beseitigung des Hauptideologen der Aggression ist es
    praktisch unmöglich, Deutschland erneut auf den Osten zu hetzen. Eine neue
    Regierung würde einfach keine Antwort auf die Frage finden, warum sollen wir
    weiter Kriege führen, denn die im Ersten Weltkrieg verlorenen Gebiete erhielten wir
    schon zurück. Jetzt können wir in Ruhe und Freude leben. Wozu brauchen wir
    diesen Krieg?
    Die Ablehnung des Westens, mit Hitler Frieden zu schließen, stimmte mit der
    Ablehnung ihn zu stürzen hervorragend überein. Nur dieser Führer Adolf Hitler und
    kein anderer, kann den gewünschten Krieg im Osten führen. Dafür wurde er an die
    Macht gebracht. Mit ihm Frieden zu schließen, das würde bedeuten, sich mit seinem
    eigenen „wildgewordenen Hund“ an einen Tisch zu setzen und mit ihm
    Verhandlungen zu führen. Und das in einem für ihn äußerst günstigen Moment, unter
    seinen Bedingungen und in seinem Interesse. Was kann London und Paris durch die
    Beendigung des „seltsamen Krieges“ gewinnen? Nichts! Die Unterzeichnung eines
    Friedensvertrages bedeutet juristisch die Registration eines neuen unabhängigen
    politischen Spielers in der Weltarena – des Deutschen Reiches. An der Spitze dieses
    Staates steht nicht Kaiser Wilhelm – der Verwandte des britischen Königs – sondern
    ein zynischer und eiskalt berechnender Politiker, der alle Stadien des politischen
    335
    Kampfes durchlebt hat und sehr große Unterstützung beim deutschen Volk genießt.
    Wozu brauchen die Briten und Franzosen ihn? Ein Friedensvertrag mit Hitler – das
    ist das Ende der langfristig geplanten Operation zur Entfesselung eines Krieges
    zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Natürlich besteht auch die Möglichkeit,
    nach dem Abschluss eines Friedensvertrages, die Deutschen erneut auf die Russen
    hetzen. Doch darum müssen die Briten die Deutschen bitten, denn das geschieht
    schon ohne Zwang.
    Für die Briten ist es wesentlich einfacher, keinen Friedensvertrag mit Hitler
    abzuschließen, eine unbestimmte Situation zu schaffen und ihn letztendlich zu
    zwingen, doch noch die UdSSR zu überfallen. Die Trumpfkarte in diesem
    politischen Spiel ist der künftige Friedensvertrag zwischen Deutschland, Frankreich
    und Großbritannien. Zuerst zerschlagen Sie – wie vereinbart – die UdSSR, d.h. Sie
    kehren zu „Geist und Buchstaben“ unserer alten Vereinbarungen zurück, und dann
    erhalten Sie, Herr Hitler, Ihren lang ersehnten Friedensvertrag. „Erst das Geld, dann
    die Ware!“. Wenn Du die Sowjetunion überfällst, dann kannst Du am Leben bleiben.
    Tatsächlich, alle Verschwörungen gegen Hitler, finden im Westen keine
    Unterstützung, nicht in den USA und nicht in Großbritannien.
    Zu den Amerikanern und Briten kamen Vertreter des deutschen Militärs (z.B.
    Beck, Canaris, Oster) und viele „Zivilisten“ (z.B. Goerdeler, Schacht, Hassell). Sie
    führten Gespräche auf höchstem Niveau, sie haben den Sturz des Führers
    vorgeschlagen, sie forderten vom Westen die Beendigung des Krieges und eine
    loyale Haltung. Die Amerikaner und Briten sagten, wir sind sehr interessiert. Als
    Signal für den Beginn des Umsturzes in Deutschland wurde sogar ein Signal „nach
    außen“ vorgeschlagen – die Aufhebung aller Maßnahmen für die Verdunkelung
    [502]. Wie Sie wissen, verehrter Leser, lebte der Führer glücklich bis zum April
    336
    1945.
    Noch bevor Hitler sein seltsames Spiel mit dem Datum des
    Frankreichfeldzuges beenden konnte, begann er einen echten Krieg gegen die Briten
    zu führen. Am 9. April 1940 marschierte die deutsche Wehrmacht in Norwegen ein.
    Im Gegensatz zu Dänemark, dessen Territorium die Deutschen in aller Ruhe und
    völlig gewaltlos besetzt haben, leistete die norwegische Armee entschlossenen
    Widerstand.
    Warum okkupierte Adolf Hitler die zwei skandinavischen Länder? Ist er
    wieder seinem berüchtigten Bestreben gefolgt, die ganze Welt zu erobern und zu
    versklaven? Nein! In Norwegen und Dänemark gab es im Verlaufe des ganzen
    Krieges kein typisches Besatzerregime und deshalb auch keinen bedeutenden
    Widerstand. Die wenigen Aktionen erinnerten in keiner Weise an den Kampf unserer
    weißrussischen und ukrainischen Partisanen gegen die deutschen Okkupanten. Das
    einzige Ziel der Nazis in Skandinavien war die Sicherung der Eisenerzimporte für
    ihre Rüstungsindustrie.
    Die Logik der Kriegswirtschaft in Deutschland machte die Besetzung von
    Norwegen für die Sicherung der schwedischen Eisenerzlieferungen
    erforderlich. Der Nachbarstaat Dänemark wurde de facto für das gleiche Ziel
    okkupiert. Alle anderen Teilnehmer des Weltkrieges haben in diesen Fällen
    auch keine besondere Rücksicht genommen. Am 10. Mai 1940 okkupierte
    Großbritannien Island, das selbst keine Armee besaß. Offiziell wurde
    behauptet, dass dieser Schritt eine deutsche Besetzung verhindern soll. Für
    337
    die Deutschen bestand dazu jedoch keine Notwendigkeit, sonst hätten sie es
    längst gemacht. Die Briten brauchten die Insel im Nordatlantik auf dem Weg
    zwischen Amerika und Großbritannien für die ununterbrochene Versorgung
    der Royal Navy und Royal Air Force. Das neutrale Island reagierte mit einer
    Protestnote, die in London niemand zur Kenntnis nahm. Ist das nicht ein
    Paradoxon der Geschichte: Die Deutschen besetzen ein Land für die
    Sicherung ihrer wirtschaftlichen Bedürfnisse, die Briten – mit dem gleichen
    Ziel ein anderes Land. Die einen sind skrupellose Aggressoren, die andern –
    Kämpfer für Freiheit der Menschheit. Wie ist das möglich? Die Geschichte
    wird immer von den Siegern geschrieben.
    Die schwedischen Schächte befanden sich in zwei verschiedenen Gebieten:
    im Süden der Stadt Stockholm und im Norden des Landes. Das Erz wurde deshalb
    über das Meer exportiert: im Süden über den Hafen Oxelösund, im Norden – über
    Luleå. Vom Dezember bis zum April war der Hafen Luleå vereist und für den
    Transport nicht geeignet, zeitweilig galt das auch für den Hafen Oxelösund. Der
    einzige zuverlässige Transport des Eisenerzes erfolgte in dieser Zeit über den
    norwegischen Hafen Narvik [503].
    Anfang April 1940 waren Planungen von Adolf Hitler zur Okkupation von
    Norwegen durch die bevorstehenden Aktivitäten Großbritanniens stark gefährdet
    [504]. Denn am 8. April begann die Royal Navy mit der Verminung der
    norwegischen Küstengewässer. Nur um wenige Stunden entschieden die Deutschen
    den Wettlauf in diesem skandinavischen Land für sich [505]. Am 9. April 1940
    besetzte die deutsche Wehrmacht Dänemark und griff Norwegen ohne
    Kriegserklärung an. Trotz Unterstützung durch den Westen wurde Oslo schnell
    erobert und der König, Haakon VII., musste mit seiner Regierung fliehen. Für den
    König und die Norweger waren sowohl die deutschen als auch die britischen
    Truppen nur Aggressoren, die Besetzung seines Landes erkannte er nicht an. Schon
    338
    im September 1939 hat Sir Winston Churchill empfohlen, den neutralen Status der
    skandinavischen Länder nicht anzuerkennen und sie in die militärischen
    Operationen Großbritanniens einzubeziehen. In seinen Notizen vom 16. Dezember
    1939 wird Sir Winston noch konkreter: Er schlägt vor, Norwegen und Schweden zu
    okkupieren, um „die deutschen Invasoren auf skandinavischen Boden zu
    empfangen“ [506]. Die Tatsache, dass die deutschen Invasoren von britischen
    Invasoren empfangen werden, das hat den britischen Lord überhaupt nicht irritiert.
    Für die Umsetzung seiner Interessen ist Großbritannien – wie auch sein deutscher
    Gegner – gern bereit, die von ihm unterschriebenen Verträge mit Norwegen und
    Schweden zu zerreißen[507].
    „Das höchste Gericht ist unser Gewissen. Wir kämpfen dafür, dass die
    Herrschaft des Gesetzes wieder hergestellt und die Freiheit der kleinen
    Länder verteidigt wird. Wir haben das Recht, d.h. wir sind sogar vor Gott
    verpflichtet, die Gesetze, die wir bekräftigen und wieder herstellen müssen,
    zeitweilig außer Kraft zu setzen. Die kleinen Länder dürfen uns die Hände
    nicht binden, wenn wir für ihre Rechte und Freiheiten kämpfen. Wir dürfen
    nicht zulassen, dass in der Stunde der großen Gefahr, denjenigen die
    Paragraphen des Gesetzes nicht im Wege stehen, die berufen sind, sie zu
    beschützen und zu verteidigen [508].
    Das ist kein Zitat aus einer Rede von Adolf Hitler, der sich damit auf den
    nächsten aggressiven Akt vorbereitet. Nein! Das ist die Notiz des großen Kämpfers
    für die Freiheit Europas, von Sir Winston Churchill. Nur macht er dabei das Gleiche
    wie der deutsche Führer: Er begründet sein Recht auf Krieg in neutralen Ländern,
    anstatt sie zu verbieten. Besonders rührend ist die Begründung der Verletzung aller
    Verträge: Wir dürfen, weil wir die Guten sind und für die Freiheit kämpfen. Hitler
    ist der Böse, er will alle versklaven. Deshalb darf er nicht! Was ist, wenn die Freiheit
    der Norweger und Dänen genau dann in Gefahr ist, wenn sie von Großbritannien
    verteidigt wird! Es ist das bekannte Lied: Was dem „guten“ Burschen erlaubt ist,
    darf der „böse“ … noch lange nicht! Wir hören es sehr oft von den westlichen
    Politikern. Werden in den USA die Telefone abgehört, dann ist das gut für den
    Schutz der Freiheit, d.h. diese Erscheinung ist positiv. In der sowjetischen Zeit hat
    das KGB (Komitee für Staatssicherheit, Anm. d. Übers.) skrupellos die
    Menschenrechte mit den Füßen getreten und sich mit ungeheuerlichen
    Angelegenheiten beschäftigt – es hat seine Bürger über die Telefone abgehört.
    Amerikanische und britische Truppen sind im Irak einmarschiert und haben ein
    blühendes Land völlig zerstört. Sie haben dort für die Freiheit gekämpft, damit
    Saddam Hussein mit seinen Chemiewaffen nicht den Westen angreifen kann.
    Saddam gibt es nicht mehr, chemische Waffen hat es niemals dort gegeben, jeden
    Tag sterben in Bagdad fast 100 Menschen.
    339
    Aber Gründe für Empörungen und Befürchtungen gibt es nicht: Die USA und
    Großbritannien sind keine Aggressoren. Um Gottes willen, nein! Im Irak gibt es jetzt
    „demokratische“ Wahlen und eine neue Regierung. Die täglichen Leichen sind nur
    eine Übergangserscheinung vom Totalitarismus zur Demokratie. Am 2. August
    1990 ist der blutrünstige Diktator vom Irak in Kuwait einmarschiert und hat es
    eiskalt okkupiert. Schreckliche Dinge sind dort geschehen, die das Blut in den Adern
    gefrieren lassen: Hat Saddam Hussein die Vereinigung von Kuwait und Irak erklärt?
    Nein, es gab keine hundert Leichen am Tag und die irakischen Luftstreitkräfte haben
    die Hauptstadt von Kuwait nicht bombardiert. Aber der Aggressor beging ein viel
    größeres Verbrechen: Ohne Referendum, ohne Volksbefragung, mit einem einzigen
    Federstrich hat es seinen Nachbarn okkupiert.
    Doch kehren wir in die damalige blutige und schreckliche Zeit zurück.
    Betrachten wir zunächst ein wichtiges Detail: Die britische Regierung hat am 15.
    Februar 1940 ihren Spezialkommandos der SOE (Special Operations Executive)
    nicht erlaubt, Diversionsakte zur Blockierung der schwedischen Eisenerzlieferung
    durchzuführen. Nach weniger als zwei Monaten (am 10. April 1940) kommen in
    Norwegen Luftlandetruppen zum Einsatz. Wo ist die Logik geblieben? Aber die
    Logik ist sehr einfach: Die Diversionsakte beenden für Deutschland den Kampf, die
    Okkupation von Norwegen erlaubt den Briten, Hitler ihre Bedingungen zu
    diktierten. Außerdem ist die potentielle Front für den Kampf gegen den
    Bolschewismus schon formiert, wie auch der Vorwand für seinen Beginn: Am 30.
    November 1939 hat der sowjetisch-finnische Krieg begonnen. Die Operation der
    Briten und Franzosen in den norwegischen Fjorden war sehr vielschichtig. Die
    Truppen wurden mit dem fadenscheinigen Grund dorthin geführt, das stolze
    nordische Volk vor den russischen Barbaren zu schützen. Im Weiteren konnte auch
    340
    Deutschland durch das erhaltene „Eisenerzäpfelchen“ einen entsprechenden Beitrag
    leisten. Den Finnen zu helfen, das ist eine gute Tradition der deutschen Politik.
    Nach unserer Oktoberrevolution im Jahre 1917 und der Gewährung der
    Unabhängigkeit für Finnland beschäftigte sich das deutsche Expeditionskorps mit
    der Unterdrückung der Roten. Ihre pro-deutsche Orientierung verloren die Finnen
    sofort nach der Novemberrevolution in Deutschland. Aus den leidenschaftlichen
    Monarchisten wurden eingefleischte Demokraten, eingeschworen auf die Treue zur
    Entente. Während des Angriffs von General Judenitsch auf Petrograd haben sie ihn
    angeblich unterstützt. Die britischen Flugzeuge und Kriegsschiffe, die auf dem
    Territorium von Finnland stationiert waren, beschäftigten sich in Wirklichkeit mit
    der Vernichtung der russischen Flotte. Stalin leitete in dieser Zeit die Verteidigung
    der Stadt. Er erinnert sich noch gut, wie bequem es ist, einen potentiellen Aggressor
    neben der Stadt Leningrad zu stationieren.
    Eine Analyse des sowjetisch-finnischen Krieges sprengt den Rahmen dieses
    Buches. Auf jeden Fall muss jedoch daran erinnert werden, dass Großbritannien sehr
    große Anstrengungen unternahm, um diesen Krieg zu beginnen. Am 17. September
    1939, während des Einmarsches der sowjetischen Truppen in Polen, erklärte die
    UdSSR ihre Neutralität in ihren Beziehungen zu Finnland. Es vergehen zehn Tage:
    Das Schicksal von Polen ist abschließend geklärt, anstelle eines Zusammenstoßes
    341
    zwischen Deutschland und der UdSSR unterschreiben sie auf polnischem Boden
    einen Vertrag über Freundschaft und über die Grenze. Die Briten reagieren etwas
    früher – am 27. September „empfiehlt“ Großbritannien den Finnen, „dem Druck aus
    dem Osten“ Widerstand zu leisten. Am 5. Oktober lädt die UdSSR ihren finnischen
    Nachbarn zu Verhandlungen ein. Das Ziel ist die Verbesserung der gegenseitigen
    Beziehungen. Die Finnen wandten sich mit der Bitte um Unterstützung an die großen
    europäischen Staaten. Deutschland empfahl, die Beziehungen mit Moskau nicht zu
    verschärfen, aber Großbritannien, Frankreich und die USA – das ganze Gegenteil,
    d.h. eine kompromisslose Position. Der Westen hoffte, dass mit der Verschärfung
    der sowjetisch-finnischen Beziehungen eine Krise zwischen der UdSSR und
    Deutschland provoziert werden kann. Finnland zögerte mit seiner Antwort,
    mobilisierte am 6. Oktober die Reservisten seiner Armee und erklärte am 8. Oktober
    seine Kompromisslosigkeit. Am 12. Oktober erklärte Finnland die allgemeine
    Mobilisierung und begann, die Bevölkerung aus den großen Städten zu evakuieren.
    Auf dieser Grundlage begannen auch am gleichen Tag erste Verhandlungen in
    Moskau. Die Finnen liefen mit Volldampf in einen Krieg gegen ihren starken
    Nachbarn. Haben sie tatsächlich gehofft ihn zu gewinnen?
    Natürlich nicht! Allein ist der erfolgreiche Verlauf eines solchen Konfliktes
    nicht möglich, deshalb hofften sie auf ein Eingreifen der „fortschrittlichen
    Menschheit“. Deshalb weigerte sich die finnische Delegation, den Vertragsentwurf
    über die gegenseitigen Beziehungen, der von der UdSSR vorgeschlagen wurde,
    überhaupt zu diskutieren. Die Sowjetunion schlug dann den Abschluss eines
    Vertrages über die gemeinsame Verteidigung des Finnischen Meerbusens vor. Denn
    342
    wenn die UdSSR diesen Zugang zur Ostsee nicht kontrollieren kann, dann versperrt
    ihr jeder beliebige Aggressor den freien Zugang der sowjetischen Flotte zum Meer.
    Doch auch dieser Vorschlag, wie wir leicht erraten können, wurde von den Finnen
    einfach abgelehnt. Die UdSSR hat der finnischen Delegation noch eine Variante
    vorgeschlagen: Die sowjetische Seite erhält die Militärbasis im Hafen von Hanko
    zur Pacht, und die finnische Seite erhält dafür im Austausch ein großes Stück des
    sowjetischen Territoriums.
    Die finnische Delegation kehrte nach Helsinki zurück. Am 17. Oktober wurde
    Carl Gustav Emil Mannerheim zum Oberkommandierenden der finnischen Armee
    ernannt. Am 23. Oktober erklärten sich die Finnen bereit, ihre Grenze westlich zu
    verschieben, doch den Vorschlag einer Verpachtung von Hanko wiesen sie zurück.
    Am 25. Oktober beendete Finnland die Verminung des Meerbusens und entfaltete
    in der Grenzzone vollständig seine Armee. Sowjetische Truppen wurden an die
    Karelische Landenge verlegt. Es ist interessant festzustellen, dass die finnische
    Regierung dem Parlament die sowjetischen Vorschläge nicht vorlegte, weil sie
    befürchtete, dass sie mit der Überzeugung, ein „schwacher Frieden mit der UdSSR
    343
    ist besser, als ein guter Streit mit ihr“ (im Interesse von Großbritannien und
    Frankreich), die Vorschläge für gut heißen wird. Am 3. November begann die letzte
    Runde der Verhandlungen. Als die finnische Delegation die Grenze überquerte,
    eröffneten finnische Grenzsoldaten das Feuer auf uns. Das war offensichtlich eine
    Provokation, welche die UdSSR zu harten Maßnahmen zwang. Am 26. November,
    15:45 Uhr, teilte die sowjetische Nachrichtenagentur TASS mit, dass unser
    Territorium von der finnischen Artillerie beschossen wird – 4 sowjetische Soldaten
    wurden getötet, 9 – verwundet. Einen eindeutigen Kommentar dieses Ereignisses
    gibt es gegenwärtig nicht.
    Am 30. November begannen die ersten Kampfhandlungen [509].
    Die Landung in Norwegen erwies sich für die Deutschen als ein hinreichend
    blutiges Unternehmen. Der Kampf um die Kontrolle über ein Land mit den
    Norwegern, aber auch mit den gelandeten Briten und Franzosen dauerte vom 10.
    April bis zum 8. Juni 1940. Im Grunde genommen war diese Operation der erste
    Krieg, in dem die deutsche Armee keine „Unterstützung“ von Seiten der zwei
    stärksten Armeen jener Zeit erhielt, der französischen und der britischen. Auch dem
    Führer wurde langsam klar, dass seine westlichen Vertragspartner nicht bereit sind,
    einen Millimeter von ihren Positionen abzuweichen. Im März kamen zu ihm gleich
    zwei amerikanische Geheimboten, einen Monat später sind ihm die Briten in
    Norwegen fast zuvorgekommen [510]. Länger warten war unmöglich. Hitler legte
    den Angriff auf Frankreich auf den 10. Mai 1940 fest …
    Wie haben sich die Briten und Franzosen auf die Abwehr der Aggression
    vorbereitet? Manchmal scheint es, als ob sie bis zum Schluss nicht daran glaubten,
    344
    dass sich der Führer wagen würde sie anzugreifen. Sogar als in Norwegen deutsche
    und britische Truppen hart gegeneinander kämpften, strebte die Aktivität der
    britischen Luftflotte (Royal Air Force) gegen Null. Die Angriffe einzelner britischer
    Flugzeuge erfolgten zunächst nur am Tag, später – vorrangig in der Nacht. Während
    der Flüge haben die Briten riesige Mengen an Propaganda-Flugblättern für die
    deutsche Bevölkerung abgeworfen [511]. Diese Idylle setzte sich bis zum Mai 1940
    fort, d.h. bis zum Beginn des deutschen Angriffs auf Frankreich [512]. Erst dann
    begannen die Flugzeuge der Verbündeten auf die angreifenden deutschen Truppen
    echte Bomben und keine ideologischen Bomben abzuwerfen.
    Für die Zerschlagung und Kapitulation Frankreichs brauchte Deutschland nur
    44 Tage. In anderthalb Monaten hat die deutsche Armee das getan, was sie im Ersten
    Weltkrieg in vier Jahren nicht tun konnte. Wie war es möglich, dass die Wehrmacht
    von Hitler das so leicht verwirklicht hat, was die Mehrzahl unserer Zeitgenossen für
    unmöglich hielt? Ohne Zweifel, eine entscheidende Rolle in der erstaunlich
    schnellen Zerschlagung der Franzosen spielte der brillante militärische Plan, der
    vom General Erich von Manstein vorgeschlagen und von Hitler unterstützt wurde.
    345
    Angesichts der Furcht der deutschen Generäle vor einem Krieg gegen die Franzosen
    und Briten, dachten sie mehr über den Sturz des Führers nach, als über einen
    möglichen Sieg über die Franzosen. Deshalb war ihr Plan, den sie für den Beginn
    des Angriffs vorgelegt haben, sehr zaghaft. Sie schlugen vor, den Gegner von der
    Grenze zu verdrängen, dann aus Holland und Belgien, um damit das strategisch
    wichtige Ruhrgebiet zu schützen [513]. Hitler hat diesen Plan zurückgewiesen. In
    diesem Moment ist Manstein mit seinen Vorschlägen aufgetreten. Seine Idee war
    voll nach Hitlers Geschmack! Der tiefe Einschnitt mit einer riesigen Panzerarmee
    versprach im Falle eines Erfolgs die vollständige Vernichtung des Gegners. Seine
    Verwirklichung störte nur ein einziges Problem – die Ardennen, ein Bergmassiv in
    Belgien, war nach Auffassung der deutschen Militärspezialisten für Panzer
    unüberwindbar. Die gleiche Meinung hatte auch der französische Stab, der einen
    Angriff von dieser Seite nicht erwartete. Besonders erstaunlich im deutschen Plan
    über die Zerschlagung Frankreichs ist die Tatsache, dass der Gedanke, die Franzosen
    auf diese Art zu schlagen, Hitler nach dem Lesen eines französischen Militärbuches
    kam. Autor der unheilbringenden Schöpfung war kein anderer als Charles de Gaulle.
    Am Vorabend des Krieges veröffentlichte er einige Arbeiten, die der Formierung
    und Nutzung von bewegten Militäreinheiten und ihrer Rolle im künftigen
    Manöverkrieg gewidmet waren [514]. Hitler hat diese Arbeiten aufmerksam
    studiert. „Ich habe mehrmals – so sagte er einmal – das Buch vom Oberst de Gaulle
    über die Möglichkeiten der modernen Kriegsführung mit motorisierten Verbänden
    gelesen und viel aus ihm geschöpft“ [515]. Daraus folgt, dass ausgerechnet de
    Gaulle, der seine Gedanken publiziert hat, dem Führer die Idee für die
    Niederschlagung seines eigenen Landes gegeben hat. Die französische Führung
    verhielt sich zu den Arbeiten des künftigen Präsidenten von Frankreich mit
    Herablassung. Im Ergebnis haben die Deutschen das getan, was der französische
    General vorgeschlagen hat.
    De Gaulle hat nicht nur Bücher geschrieben. Er traf sich auch mit seinem
    Premierminister, Léon Blum, im Jahre 1936 und hat ihm schon damals das
    vorgeschlagen, was Hitler drei Jahre später schafft: eine manövrierfähige
    Armee mit starken Panzerdivisionen, die für die Zerschlagung der
    Verteidigung vorgesehen ist. Die Führung Frankreichs hat de Gaulle
    angehört, aber nichts getan. Wozu brauchen wir derart teure
    346
    Waffen in unserer Armee – auf der Grundlage unserer Vereinbarungen mit
    Hitler wird er im Osten kämpfen … Selbst zu kämpfen, dazu ist Frankreich
    nicht bereit. Im schlimmsten Fall haben wir unsere Verteidigungsanlagen.
    Aber dann ist Hitler aus der Kontrolle geraten und es war schon zu spät, etwas
    zu verändern.
    Am 10. Mai begann der deutsche Angriff, aber das war nur ein
    Ablenkungsmanöver. Am 15. Mai haben 1.300 Panzer von Guderian und Kleist die
    französische Front in den Ardennen durchbrochen. Nach diesem Durchbruch der
    Deutschen zum Meer war die Verbindung von mehr als einer Million französischer,
    britischer und belgischer Soldaten von ihren Hauptkräften abgeschnitten. Die Lage
    der Verbündeten war kritisch, aber nicht hoffnungslos. Analysieren wir die Gründe
    für die unwahrscheinlich schnelle Zerschlagung von Frankreich im Jahre 1940, dann
    ist der ausgezeichnete Plan, den der deutsche General Manstein ausgearbeitet hat,
    nicht zu übersehen. Aber nicht weniger wichtig ist in der Niederlage der Franzosen
    auch der Beitrag von Großbritannien. Die Briten haben über die Rettung von
    Frankreich nicht nachgedacht, sondern völlig unerwartet für den französischen
    Generalstab, der den gemeinsamen Kampf der Verbündeten führte, praktisch alle
    Befehle negiert. Selbst Churchill zitiert ohne Scham in seinem Buch ein erhaltenes
    Telegramm vom 24. Mai 1940 des Premierministers von Frankreich, Paul Reynaud
    [516] : „…die englische Armee hat sich auf der Grundlage einer eigenen
    Entscheidung um 25 Meilen in Richtung des Hafens zurückgezogen, in der gleichen
    347
    Zeit, in der unsere aus dem Süden kommende Armee sich erfolgreich nach Norden
    bewegt, dorthin, wo sie sich mit seinen Verbündeten treffen soll“ [517].
    Winston Churchill gab den Befehl, Frankreich im Stich zu lassen und damit auch seinem
    Schicksal zu überlassen
    Hinter der diplomatischen Sprache versteckt sich ein äußerst einfacher Sinn.
    Die deutsche Panzerfaust hat die Verteidigung der Verbündeten in zwei Teile
    geschnitten und die Hitlertruppen stürmen in diesen Riss. Die Niederlage kann
    jedoch noch in einen Sieg umgewandelt werden. Der Plan des französischen
    Oberkommandierenden, General Weygand, vom 21. Mai 1940 war sehr einfach und
    sah vor, durch einen beiderseitigen Konterschlag vom Norden und Süden die
    eingekeilten deutschen Divisionen zu vernichten. Die über eine Entfernung von 50
    bis 90 km voneinander getrennten Gruppierungen der Verbündeten sollten sich dann
    wieder vereinigen. Wenn dieser Konterschlag gelungen wäre, dann hätte Hitler nicht
    nur seinen Panzerkeil, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auch den Krieg gegen
    Frankreich verloren.
    Auf der Beratung der Verbündeten fehlte auch General Lord Gort und
    der Kommandierende der britischen Air Force. Deshalb war bei der
    Ausarbeitung des Planes kein einziger Brite anwesend. Das war kein Zufall.
    Denn die Briten bereiteten sich vor, ihre Verbündeten zu verlassen. Noch am
  4. Mai teilte der Lord seiner Regierung in London mit, dass er die
    Möglichkeit untersucht, Frankreich über Dünkirchen zu verlassen. Durch
    seine Abwesenheit auf der Beratung, war er an die getroffenen Beschlüsse
    nicht gebunden.
    348
    Als die französischen Truppen ihren Gegenangriff begannen, d.h. sie
    marschierten vorwärts, zogen sich die Briten im Gegensatz zurück! „Am Abend des
  5. Mai traf Lord Gort eine außerordentlich wichtige Entscheidung. Er hatte noch
    die Weisung, dem Plan von Weygand zu folgen, d.h. mit der 5. und 50. Division in
    Abstimmung mit den Franzosen in Richtung Cambrai zu marschieren … Doch
    plötzlich hat sich Lord Gort vom Plan Weygand distanziert [518].
    So einfach ist das – erst hat er den Plan angenommen und dann sich von ihm
    distanziert! Er betrachte ihn als schlecht und schwer erfüllbar. In keiner Armee der
    Welt kann man so handeln. Befehle werden nicht diskutiert! Stellen wir uns vor, was
    passiert, wenn jeder General, Oberst oder Leutnant sich erlaubt zu entscheiden, ob
    sein Vorgesetzter ihm eine reale oder unreale Aufgabe gestellt hat. Wenn ihm ein
    Plan schlecht erscheint, dann nimmt er ihn und weigert sich, ihn zu erfüllen. Was
    geschieht mit so einer Armee?
    Im entscheidenden Moment des Kampfes hat der britische General gegen die
    Disziplin verstoßen. Dafür gehört er – wie in der Armee üblich – vor das Tribunal
    (Kriegsgericht, Anm. d. Übers.). Aber sein Disziplinverstoß war viel schlimmer: Er
    handelte diametral entgegengesetzt zum erteilten Befehl!
    Interessant ist, dass darüber völlig offen in seinen Memoiren kein Franzose,
    sondern Winston Churchill schreibt: „Eine solche Handlung der englischen Armee
    349
    stellt eine direkte Verweigerung formaler Befehle dar, wie heute Morgen vom
    General Weygand bestätigt wurde. Dieser Rückzug hat natürlich General Weygand
    gezwungen, alle seine Vorbereitungen rückgängig zu machen. Außerdem war er
    gezwungen, den Gedanken über die Schließung des Durchbruchs und die
    Wiederherstellung einer geschlossenen Front fallen zu lassen. Es besteht keine
    Notwendigkeit, den Ernst der möglichen Folgen zu unterstreichen“ [519].
    Weshalb hat der britische General im entscheidenden Moment seinen
    Fahneneid verletzt? In Wirklichkeit hat er seinen Eid nicht verletzt. Den Befehl, in
    Richtung Cambrai zu marschieren, erhielt er von französischen Kommandeuren, den
    Befehl zum Rückzug – direkt aus London. Genau diese Weisung seines
    unmittelbaren britischen Vorgesetzten erfüllte Lord Gort. Ohne Genehmigung hat er
    seine Stellung nicht verlassen. „Der Verzicht von Gort auf den Kampf war voll und
    ganz von Churchill gebilligt worden. In den folgenden Tagen hat der englische
    Premierminister [520] so getan, als ob er mit der Teilnahme des englischen
    Expeditionskorps an der Gegenoffensive Weygands einverstanden ist. Den
    Verbündeten im aller kritischsten Moment des Kampfes alleinzulassen und dabei
    noch das Gesicht zu bewahren – das war die Politik des englischen Kabinetts“ [521].
    Die Evakuierung der britischen Truppen aus Dünkirchen gewährleistete niemand anders,
    als Adolf Hitler persönlich
    Stellen wir die Daten zusammen und die letzten Zweifel verfliegen: Am 22.
    Mai 1940 kommt der britische Premierminister Churchill nach Frankreich; am 24.
    Mai begannen die britischen Truppen mit ihrem Rückzug nach Dünkirchen. Glauben
    Sie, verehrter Leser, dass General Gort in zwei Tagen, ohne mit dem
    Premierminister seiner Regierung in Kontakt zu treten und ohne ihn darüber zu
    informieren, selbständig entschieden hat, Frankreich den Todesstoß zu versetzen?
    350
    Das verräterische Wesen der Entscheidung des britischen Kabinetts kann nicht mit
    Überlegungen über seine strategische Notwendigkeit verdeckt werden. Es ist schon
    erstaunlich: Im Gegensatz zu ihren britischen Kollegen waren die französischen
    Generäle davon überzeugt, dass der Plan von Weygand erfüllt werden kann. Da sich
    jedoch ein Teil der verbündeten Armeen zurückzog, ist der ganze Plan gescheitert.
    Scheiterte auch die letzte Hoffnung einer Stabilisierung der Front. Aber warum
    haben sich die Briten in diesem schweren Moment so unwürdig gezeigt?
    Wir sind bei noch einem Geheimnis dieses Krieges angekommen. Um es zu
    klären, müssen wir uns erinnern, auf welche Seite sich die britischen Divisionen
    zurückgezogen haben. In Richtung Dünkirchen! Warum? Auf diese Frage gibt
    Churchill selbst eine erschöpfende Antwort und nach ihm auch das gesamte Pack
    der Historiker: um die „Evakuierung unter der Bombardierung durch die feindliche
    Luftwaffe über das Meer zu vollziehen“. Vernünftig: Dünkirchen war in diesem
    Moment der einzige Hafen, über den die Briten in ihre Heimat evakuiert werden
    konnten [522].
    Aber der Haken ist der, dass die Briten nicht evakuiert werden konnten.
    Wenn ihnen dabei nicht aktiv geholfen wird … durch die Deutschen. Um es
    genauer zu sagen, durch einen Deutschen. Man nannte ihn Adolf Hitler. Die
    militärische Situation hatte sich so gestaltet, dass im Moment des Rückzuges der
    Briten nach Dünkirchen an seiner Schwelle schon die deutschen Panzer standen. Sie
    kamen nach Dünkirchen zwei Tage früher als die Briten. Die Deutschen waren von
    der Stadt 16 km entfernt, die Briten – 60 km [523]. Für die Deutschen war der
    Einmarsch in die ungeschützte Stadt und die Besetzung des letzten Hafens kein
    Problem. Doch Hitler gab seinen berühmten „Stopp-Befehl“, der den weiteren
    Vormarsch zum Stehen brachte. „Wir haben einfach die Sprache verloren“, erinnert
    351
    sich daran Guderian. Einen Grund dafür gab es! In dem Moment, als es nur noch
    eine kleine Stadt zu besetzen gab und damit auch das Schicksal einer feindlichen
    Gruppierung entschieden war, wurde dies vom Oberhaupt der Deutschen
    ausdrücklich verboten. General Halder versuchte sogar, die Entscheidung des
    Führers in Frage zu stellen und begann ihm die Notwendigkeit zu erklären, den
    letzten Hafen an der Küste zu besetzen. Doch der Führer war unerbittlich: „Die
    stürmische Diskussion endete mit dem Erhalt eines kategorischen Befehls von
    Hitler, dem er noch hinzufügte, dass er für die Sicherung der Erfüllung seines
    Befehls an die Front seine persönlichen Nachrichtenoffiziere schickt“ [524].
    Wenn die Historiker über die seltsame Handlung des Oberhauptes der
    Deutschen erzählen, dann finden sie dafür folgende Erklärungen:
  6. Hitler machte sich Sorgen um seine Panzer (er wollte die Panzerdivisionen
    für den „Kampf für Frankreich“ erhalten) [525];
  7. Hitler hatte Angst vor irgendeiner Schweinerei von Seiten des Gegners [526];
  8. Hitler hat die Absicht der Briten, sich über Dünkirchen zu evakuieren, nicht
    erkannt [527].
    Alle von den Historikern erdachten Begründungen zu lesen, das ist
    einfach nicht möglich. Die Mehrzahl ihrer Begründungen ist makaber und
    lächerlich. Insbesondere die 3. Variante. Die Absicht der Briten zu „flüchten“
    war nicht schwer zu erraten: Immer und überall in ihrer Geschichte haben sie
    ihre Verbündete verraten und letztendlich ihrem eigenen Schicksal
    überlassen. Bei Gefahr einer Niederlage haben sie sich immer verdrückt. So
    war es in Walcheren im Jahre 1809, in Gallipoli 1915 und so geschah es auch
    im Mai/Juni 1940 in Norwegen. Man muss kein Hellseher sein, um das
    Verhalten von Großbritannien auch diesmal zu prognostizieren. Die Absicht,
    über Dünkirchen zu flüchten, war völlig klar, denn es gab keine andere
    Variante! Den „Stopp-Befehl“ gab Hitler am frühen Morgen des 24. Mai. Die
    Briten kamen nach Dünkirchen erst am Abend des 25. Mai, deshalb mussten
    die Deutschen fast zwei Tage auf sie „warten“. Wenn diese Daten in den
    „historischen“ Büchern fehlen, dann kann der Leser die Gründe all dieser
    seltsamen und geheimnisvollen Ereignisse nicht verstehen. Sie glauben dann
    wirklich, dass die stolzen Briten mutig und tapfer gegen die Ausgeburt der
    Menschheit gekämpft haben und nicht mit ihm die ganze Zeit geheime
    Kontakte und Verhandlungen pflegten.
    352
    Nur wenige Forscher haben sich gewagt, den aufrührerischen Gedanken zu
    äußern, dass der Führer dem Gegner ganz bewusst die „goldene Brücke“ für ihren
    Rückzug schuf, um die Chance zu erhalten, mit ihm später in Verhandlungen zu
    treten [528]. Aber niemand verbindet den plötzlichen und verräterischen Rückzug
    der Briten mit ihrer anschließenden wunderbaren Evakuierung nach der Regie von
    Adolf Hitler!
    Und niemand erklärt die Hintergründe des „Stopp-Befehls“. Hitler hielt die
    Panzer an. Beim Leser entsteht der Eindruck, dass der seltsame Führer einfach seine
    Panzersoldaten schonte und ihnen nicht erlaubte, die britischen Positionen in
    Dünkirchen zu stürmen. Aber in Wirklichkeit war die Stadt leer! Die Deutschen
    standen zwei Tage einfach vor Dünkirchen und warteten auf den Befehl Hitlers, d.h.
    auf seine Erlaubnis einzumarschieren. Er wartete seinerseits darauf, dass die Stadt
    von den abrückenden britischen Divisionen besetzt wird. Erst am 26. Mai erteilte er
    seiner Wehrmacht den Befehl zum Angriff. Die Briten hatten sich jedoch in der
    Zwischenzeit schon eingegraben und haben den deutschen Angriff erfolgreich
    abgewehrt. Wann haben die Briten offiziell die Evakuierung begonnen? Wenn
    unsere Vermutung richtig ist, dann begann sie vor Hitlers Befehl den Angriff
    fortzusetzen. Genau am Vorabend des 25. Mai erteilte Churchill den Befehl zur
    353
    Evakuierung [529] …
    Die freundlich gegebene Chance nutzend, führte Großbritannien in der Zeit
    vom 27. Mai bis 4.Juni 1940 die Operation „Dynamo“ erfolgreich durch. Insgesamt
    338.000 Soldaten, davon 215.000 Briten wurden vom Festland auf die Insel
    evakuiert. Die übrigen 123.000 waren Franzosen, Belgier und Militärangehörige
    Adolf Hitler im besiegten Paris
    von anderen verbündeten Ländern. Warum wurde nur ein so geringer Anteil der
    Franzosen evakuiert? Weil die Briten zu Beginn nur ihre eigenen Soldaten auf die
    Schiffe nahmen. Erst dann erlaubten sie den anderen nach Großbritannien zu
    kommen [530]. Von irgendeiner Brüderlichkeit zwischen den Verbündeten oder
    einer gegenseitigen Hilfe kann einfach nicht die Rede sein.
    Vor unseren Augen zeichnet sich ein ausgezeichnetes Beispiel der
    Geheimpolitik ab – einer Politik, die nur hinter den Kulissen abläuft. Nachdem die
    Briten verstanden haben, dass der Krieg in Frankreich praktisch verloren ist, traten
    sie in Kontakt mit Hitler. Sie nutzten dazu den gleichen Kanal, über den schon
    immer ihre Informationen austauschten. Die Bedingung der Briten war sehr einfach:
    zu erlauben, dass ihre Armee evakuiert werden kann. Warum sollte Hitler damit
    einverstanden sein? Erstens ist er ein schrecklicher Anglophiler (bezeichnet die
    354
    Liebe von Nicht-Engländern für alles Englische, Anm. d. Übers.). Zweitens hat er
    sich niemals vorgenommen, Großbritannien zu vernichten und drittens hat man ihm
    klar und deutlich erklärt, dass der Untergang der gesamten britischen Armee
    katastrophale Folgen für ihn hat. Eine Zerschlagung von Großbritannien wird ihm
    Washington niemals verzeihen. Sie ist eine direkte Einladung der USA in einen
    Krieg gegen Deutschland. Dann beginnt der wirkliche Kampf – bis zur totalen
    Vernichtung von Deutschland. Deshalb: Die britische Armee wird evakuiert, die
    Menschen sind gerettet. Das wird hoch geschätzt! Der Krieg ist zwar verloren, aber
    die Ehre der Briten ist nicht verletzt – der Weg zu Friedensverhandlungen ist damit
    offen [531]. Vage Andeutungen, dass sich Hitler genau in dieser Situation befand,
    können wir in den Büchern der westlichen Historiker lesen. Z.B.: „Die Bedeutung
    der Operation in Dünkirchen wurde erst viel später klar, als Hitler verstanden hat,
    dass die Engländer beabsichtigten den Krieg fortzusetzen“ [532].
    Aber woher wusste Hitler, dass die Briten nicht weiter kämpfen werden, wenn
    er sie nach Hause lässt? Wer hat ihm das versprochen? Wer hatte für den Führer
    eine derartige Autorität? Er handelte gegen den gesunden Menschenverstand, denn
    er hat seinen Feind, der bisher jegliche Verhandlungen unterband, nicht geschlagen.
    Wäre es nicht klüger gewesen, in Dünkirchen die gesamte britische Armee zu
    zerschlagen und ihr damit die Möglichkeit zu nehmen, den Kampf fortzusetzen? Wie
    oft müssen wir noch wiederholen: Wenn uns die Handlungen eines Politikers als
    unlogisch erscheinen, dann bedeutet das, dass wir einfach nicht alle Informationen
    besitzen, welche die Grundlage seiner Entscheidung gebildet haben. Mit anderen
    Worten: Die Politik ist keine Gerade, sondern eine extrem gekrümmte Sinuskurve.
    Eine entscheidende Bedingung für die erfolgreiche Evakuierung der Briten
    war der Blankoscheck für Hitler, dass Frankreich geschlagen ist. Mit diesem Land
    konnte er machen was er wollte – eine Hilfe von seinen Verbündeten aus London
    können die französischen Generäle schon nicht mehr erwarten. Frankreich wurde
    von den Briten zynisch abgeschrieben. Genauso wie Polen und die
    Tschechoslowakei vor einem Jahr. Im kritischen Moment des deutschen Überfalls,
    als in die Waage des gemeinsamen Kampfes alle Möglichkeiten der Verbündeten
    geworfen werden mussten, haben die Briten nur an sich gedacht und nicht an den
    gemeinsamen Sieg. Das ist ein typischer Wesenszug der Politik von Großbritannien
    im Verlaufe vieler Jahrhunderte. Es ist immer bereit, bis zum letzten Soldaten zu
    kämpfen, nur nicht mit dem aus seiner Armee. Wenn die Logik des Kampfes große
    Opfer fordert, dann sind die Briten nicht bereit, sie zu bringen. Es ist wie in einer
    Versicherungsgesellschaft: Sie liebt ihre Verbündeten (Kunden) nur so lange, wie
    sie bereit und in der Lage sind, ihre Beiträge mit dem Leben ihrer Soldaten „zu
    bezahlen“. Aber wenn sich die verbündete Großmacht Großbritannien selber am
    Rande des Untergangs befindet und Hilfe braucht, dann schließt die
    „Geschäftsstelle“ der „britischen Versicherungsgesellschaft“ und sie löst sich – wie
    in der La Manche – in Nebel auf. Die Partner werden mit ihren Problemen allein
    355
    gelassen.
    Ein besonders charakteristisches Beispiel für ein solches Verhalten von
    Großbritannien – das sind genau die Monate Mai und Juni im Jahre 1940. Frankreich
    wurde vom britischen Verbündeten seinem Schicksal überlassen: Die britischen
    Landstreitkräfte sind weggelaufen und hatten nicht die Absicht zurückzukehren. Die
    größte Hoffnung setzte die militärische Führung der französischen Armee auf die
    britischen Verbündeten. Frankreich erwartete Hilfe, sie hofften jeden Tag auf sie.
    „… Unsere Lage ist fast hoffnungslos, sagte de Gaulle dem Oberkommandierenden
    der französischen Armee, General Weygand. Wenn die Ereignisse sich nicht zu
    stürmisch entwickeln, wenn ich es schaffe, die französischen Einheiten, die sich aus
    Dünkirchen befreit haben, wieder in eine Linie zu bringen, wenn ich es schaffe, sie
    wieder zu bewaffnen, wenn erneut bewaffnete englische Truppen in den Kampf
    eingreifen und wenn schließlich die Engländer einverstanden sind, auf unserem
    Kontinent bedeutende Kräfte ihrer Luftstreitkräfte einzusetzen, dann haben wir noch
    Chancen“ [533].
    In den ersten Stunden des Überfalls auf Frankreich hat die deutsche Luftwaffe
    die französischen Flughäfen angegriffen und dort die Mehrzahl der Kampfflugzeuge
    zerstört. Seit diesem Moment beherrscht die deutsche Luftwaffe den französischen
    Luftraum. Die Briten müssten ihre Flugzeugstaffeln an die Front schicken, um die
    Lage auszugleichen. Denn abgeschossene deutsche Flugzeuge können
    Großbritannien nicht bedrohen.
    Aber Briten sind und bleiben Briten. Deshalb werden wir uns über die Worte
    356
    von Sir Winston nicht wundern: „Für uns war es lebenswichtig, dass unsere
    Jagdflugzeuge auf keinen Fall von den britischen Inseln genommen werden. Unsere
    Existenz hing davon ab“ [534]. Weiter begannen die Briten, die Franzosen einfach
    nur frech zu betrügen. An diesem Betrug nahm Winston Churchill persönlich teil:
    „Ich habe mich unverzüglich von … zur Wohnung von … begeben und ihm eine
    angenehme Neuigkeit mitgeteilt. Zehn Staffeln Kampfflugzeuge!“ [535].
    Aber eine Hilfe ist niemals angekommen: Die Briten gaben ihnen keine
    Jagdflugzeuge [536]. Mit Bitterkeit schreibt darüber in seinen Memoiren Charles de
    Gaulle: „Nach der Evakuierung aus Dünkirchen haben die englischen
    Luftstreitkräfte nur episodisch an Kämpfen teilgenommen … Die englischen
    Staffeln waren auf dem Territorium von Großbritannien stationiert. Sie waren viel
    zu weit entfernt, um unseren Truppen irgendeine wirksame Unterstützung zu geben
    … Meine nachdrückliche Bitte, zumindest einen Teil der Flugzeugstaffeln für die
    Zusammenarbeit auf die Flughäfen südlich von Loire zu verlegen wurde von
    Churchill kategorisch abgelehnt“ [537].
    Das Datum der Kapitulation von Frankreich wird sich jeder russische Bürger
    sehr leicht merken: der 22. Juni. Frankreich unterschrieb die Kapitulation am 22.
    Juni 1940. Fast die gesamte französische Armee – 1.547.000 Soldaten der 2,5
    Millionen Armee der Metropole – befand sich in Gefangenschaft. Die Verluste der
    geschlagenen französischen Armee in Höhe von 84.000 Soldaten beweisen, dass es
    einen ernsthaften Widerstand gegen die Deutschen nicht gab. Die deutsche
    Wehrmacht hatte weit weniger Verluste – nur 28.000 Soldaten. Im Ersten Weltkrieg
    sind in der Armee des Kaisers 1,8 Millionen Soldaten gefallen, aber die Franzosen
    haben sie nicht besiegt [538]. Nach den Ergebnissen der Kapitulation wurde ein Teil
    von Frankreich, einschließlich seiner Hauptstadt Paris, von den Deutschen
    357
    okkupiert. In dem verbliebenen formell freien Teil des französischen Territoriums
    herrschte weiter die alte Macht [539]. Die französische Regierung, die seit dem 16.
    Juni 1940 von dem sehr alten, aber populären Marschall Petain („Held von Verdun“)
    geleitet wurde, zog in den Kurort Vichy um [540]. Diese gesetzliche Führung von
    Frankreich wird in der Geschichtsschreibung als „Vichy-Regierung“ bzw. „VichyRegime“ bezeichnet.
    Unter dem Einfluss der katastrophal schnellen Zerschlagung seiner Armee
    zog es die neue Regierung des Marschalls Petain vor, am Krieg nicht mehr
    teilzunehmen. Die Variante des Kampfes wählte der unermüdliche und
    unberechenbare General de Gaulle aus. Genau sein Name wird zum Symbol des
    französischen Widerstandes gegen die Nazis. In London leitet de Gaulle die Kräfte
    des Widerstandes – mit seinen Handlungen rettet er die Ehre Frankreichs.
    Ein unberechenbarer General und Politiker blieb de Gaulle sein ganzes
    Leben, sogar als er Präsident von Frankreich war. Eine seiner bekanntesten
    Handlungen auf diesem hohen Posten war der Austritt von Frankreich aus
    der NATO im Jahre 1966. Warum befindet sich das NATO-Hauptquartier
    dieses Militärblocks in Brüssel? Weil de Gaulle nach dem Austritt aus der
    NATO seine ehemaligen Kollegen bat, die französische Hauptstadt von allen
    Führungsgremien der North Atlantic Treaty Organization, welche sich dort
    befanden, zu „säubern“. Sie mussten deshalb schnell umziehen. Deshalb
    bewegten sie sich von Frankreich in das benachbarte Belgien. Aber de Gaulle
    haben sie eine Antwort gegeben. Es vergingen keine zwei Jahre und im Mai
    1968 wurde Paris mit Barrikaden blockiert, an den Wänden hingen Plakate
    „Es ist Zeit zu gehen, Charles!“. Studentenunruhen in der französischen
    Hauptstadt führten tatsächlich zum Ende der politischen Karriere von de
    Gaulle – am 28. April 1969 ist der französische Präsident de Gaulle
    zurückgetreten. Uns bleibt nur sich daran zu erinnern, welcher Geheimdienst
    welcher Macht immer bereit ist, einen Aufstand in jedem Land der Welt unter
    der Bedingung der Bereitstellung einer nicht sehr großen Geldsumme zu
    garantieren …
    Hitler hat für den erniedrigenden Frieden von Versailles Revanche
    genommen: Die Unterzeichnung der Kapitulation fand im Wald von Compiègne
    statt. Im gleichen Eisenbahnwaggon, in dem im November 1918 der
    „Waffenstillstandsvertrag“ unterschrieben wurde, der das Land in den Abgrund trieb
    und Adolf Hitler den Weg in die Politik und zum deutschen Reichskanzler geebnet
    hat. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Waggon von Compiègne ein Museum
    und ein historisches Denkmal. Kein einziger Franzose konnte auch nur vermuten,
    dass er „hinsichtlich seiner Bestimmung“ nochmal genutzt wird, diesmal jedoch für
    die Unterzeichnung der Kapitulation durch Frankreich. Ein Waggon – zwei
    358
    Kapitulationen. Eine dritte darf nicht sein. Adolf Hitler gab den Befehl, den Waggon
    zu verbrennen [541].
    Jedoch die Wege der Geschichte sind unergründlich. Von der Kapitulation
    wurde auch das Dritte Deutsche Reich nicht gerettet. Warum? Weil entgegen aller
    Logik, genau nach einem Jahr, am 22. Juni 1941, Hitler die UdSSR überfallen hat.
    Und auch in diesem Jahr gab es noch viele äußerst interessante Ereignisse.
    359
    Schicksalsliebe von Adolf Hitler
    Ich möchte, dass England unter keinen Umständen sein Prestige
    verliert. Egal was passiert, ich wünsche mir auf keinen Fall solch
    einen Frieden, der das Prestige von England verletzen könnte. [542].
    Adolf Hitler (* 20. 04.1889, † 30.04.1945)
    Als Adolf Hitler begriff, dass seine ursprüngliche Idee der
    Schaffung eines starken Reiches für alle Deutsche, gestützt auf eine
    Union mit England nicht zu realisieren ist, versuchte er dieses Reich
    selbst aufzubauen und mit eigenen militärischen Kräften abzusichern.
    Das führte letztendlich zu einer Welt voller Feinde. [543].
    Joachim von Ribbentrop (* 04. 02.1938, † 30.04.1945)
    Eines der bekanntesten Fotos im Sommer des Jahres 1940 – das ist der
    „tanzende“ Hitler, der sich über seinen unwahrscheinlichen Erfolg in Frankreich
    freut. Anlässe für seinen Triumph hatte der deutsche Reichskanzler mehr als genug.
    Bei der Regierung von Großbritannien haben diese Fakten natürlich keine besondere
    Begeisterung hervorgerufen. Am 3. September 1939 wurde Hitler von den zwei
    Großmächten der Krieg erklärt. Es vergingen neuneinhalb Monate und eine der
    beiden Mächte existierte schon nicht mehr. Nein, die Regierung existierte, aber was
    stellte sie noch dar! Mit der Kapitulation wurden die Franzosen gezwungen ihre
    Armee zu demobilisieren: Die französische Armee existierte nicht mehr. Aber das
    war noch nicht das Schlimmste. Die Entwaffnung betraf auch die französische
    Flotte, was London besonders beunruhigt hat. Gehören Hitler jetzt alle französischen
    Schiffe? D.h. die zweitgrößte Kriegsflotte der ganzen Welt? …
    Mit solchen Szenarien des „Schreckens“ sind unsere Geschichtsbücher
    gefüllt. Entsprechen diese Aussagen den Tatsachen? Um diesen Sachverhalt zu
    klären, kehren wir in die Vergangenheit zurück – eine Woche vor der französischen
    Kapitulation. Der verräterische Rückzug und die Evakuation des britischen
    Expeditionskorps aus Dünkirchen zeigten schon bald gravierende Folgen.
    Frankreich, ohne Luftwaffe und von seinen Londoner Freunden im Stich gelassen,
    konnte allein nicht kämpfen. An 13. Juni 1940 bat die französische Führung offiziell
    den britischen Premierminister Churchill um seine Zustimmung (!) für den
    Abschluss eines Friedensvertrages mit den Deutschen – die französisch-britische
    Vereinbarung verpflichtete sie dazu [544].
    Die Reaktion der Briten war erstaunlich: Großbritannien hat sein
    Einverständnis nicht bedingungslos gegeben. Nur unter der Voraussetzung, dass die
    360
    gesamte französische Flotte dem „Einfluss der Deutschen entzogen“, mit anderen
    Worten, den Briten übergeben wird [545]. Keine Macht der Welt konnte einen derart
    demütigenden Vorschlag, sogar von ihren ehemaligen Freunden, akzeptieren. Um
    diese bittere Pille zu schlucken, hat Großbritannien völlig unerwartet Frankreich die
    Vereinigung ihrer beiden Länder in einem gemeinsamen Staat vorgeschlagen [546].
    Doch beeilen wir uns nicht, diesen Vorschlag als edelmütige Gebärde der Briten
    anzusehen. Ein Einverständnis von Paris hätte bedeutet, dass die Frage von Krieg
    oder Frieden für die Franzosen in London geklärt werden muss. Im Falle der
    Annahme des britischen Vorschlages hätte Frankreich seine Souveränität verloren.
    „Ein seltener Fall, dass ein derart großzügiger Vorschlag derart feindlich
    angenommen wurde“ [547], schreibt in seinem Buch Churchill. Warum wollte
    Frankreich nicht Großbritannien werden?
    Der berühmte „Tanz“ von Hitler, der sich über die Kapitulation von Frankreich im Juni
    1940 freut.
    … Und siehe da, Frankreich hat kapituliert. Die französische Flotte in den Häfen
    unterlag der Abrüstung. Keinerlei Dokumente, welche die Übergabe der
    französischen Kriegsschiffe an die Deutschen vorsahen, wurden unterschrieben.
    „…In den Kapitulationsbedingungen waren keinerlei Zugriffe der Deutschen auf die
    französische Seekriegsflotte vorgesehen“ [548], schreibt Charles de Gaulle in
    seinen Memoiren. Die einzige Verpflichtung, die Frankreich im Vertrag
    übernommen hat, bestand darin, gegen Deutschland in Zukunft keinen Krieg mehr
    zu führen. Vielleicht wollte Hitler hinter dem Rücken trotzdem die französische
    Flotte an sich reißen? Wir können absolut sicher behaupten, nein. Die Forderungen
    361
    des siegreichen Deutschlands waren sehr maßvoll und erinnerten in keinem Maße
    an die Plünderungen der Entente im Vertrag von Versailles. Warum? Weil Hitler
    niemals mit Großbritannien und Frankreich kämpfen wollte. Und sogar nach der
    Niederlage der Franzosen, beschäftigte er sich nicht damit, sie auszurauben, sondern
    versuchte sie auf seine Seite zu ziehen. Denn er versuchte noch immer mit
    Großbritannien den lang erhofften Frieden zu schließen. Keinerlei Krieg hatte er mit
    dem Westen geplant. Im Gegenteil, der Führer hat sich vorbereitet, einen
    Friedensvertrag mit dem nebligen Albion zu unterschreiben. Wobei die
    Friedensbedingungen für die Briten äußerst annehmbar gestaltet wurden. Hitler
    wollte den Briten „kein Haar krümmen“ und ihnen auch ihren Titel „Beherrscher der
    Welt“ nicht wegnehmen. Der Führer beabsichtigte die Grundlage für eine deutsche
    Union mit Großbritannien für ewige Zeiten zu schaffen [549]. „Er war derart
    überzeugt davon, dass die Engländer mit seinen Vorschlägen einverstanden sind,
    dass er nach der Niederlage von Frankreich keinerlei Pläne hatte, den Krieg gegen
    England fortzusetzen“ [550], schreibt William Lawrence Shirer, ein amerikanischer
    Journalist, der in dieser Zeit im Dritten Reich gearbeitet hat.
    Alle Erzählungen über die Pläne des Oberhauptes von Deutschland nach der
    Besetzung von Frankreich das freiheitsliebende Großbritannien zu erobern, sind nur
    die Frucht der flammenden Phantasie westlicher Historiker. Weder Hitler, noch die
    Führung der deutschen Militärstreitkräfte waren an einem Krieg gegen die Briten
    interessiert. Admiral Raeder, der am 20. Juli dem Führer die Frage stellte „ … aber
    wie sollen wir uns jetzt zu den Engländern verhalten?“, erhielt von ihm keine
    Antwort. Zehn Tage später übergab General Jodl, Oberkommandierender des
    Heeres, Hitler ein Schreiben, in dem er erklärte, dass der Krieg gegen
    Großbritannien mit politischen Mitteln fortgesetzt werden muss [551]. Alfred Jodl,
    362
    der im Ergebnis des Nürnberger Prozesses aufgehängt worden ist, trug die
    Verantwortung für alle strategischen Planungen der deutschen Armee. Genau dieser
    bedeutende deutsche Militärstratege und künftige militärische Verbrecher hat Adolf
    Hitler vorgeschlagen, unverzüglich mit Großbritannien Frieden zu schließen und
    den Krieg im Westen zu beenden.
    Wovor hatten die Briten Angst? Wusste ihr vielgelobter Geheimdienst nicht,
    welche starke Friedensliebe die oberste Führung von Hitler-Deutschland erfasst hat?
    Der britische Geheimdienst war im Bilde und auf hohem Niveau. Denn die Führung
    von Großbritannien kannten nicht nur die deutschen, sondern auch die eigenen
    Pläne. Eine friedliche Beendigung des Krieges mit ihrem Protegé Adolf Hitler war
    darin nicht vorgesehen. Auch im Sommer 1940 haben sich die Prinzipien der
    britischen Politik nicht verändert: Die vielen Milliarden britische Pfund sind nicht
    mit dem Ziel ausgegeben worden, dass Deutschland ein gleichberechtigter Partner
    der Londoner Gentlemen wird. Denn der Krieg gegen Russland-UdSSR war noch
    nicht entfacht. Mit dem Führer „Frieden schließen“, das hätte für Großbritannien
    bedeutet, die Weltherrschaft auf ärgerliche und dumme Weise zu verlieren. Mit den
    eigenen Händen einen geopolitischen Konkurrenten schaffen, um mit ihm die
    Weltherrschaft zu teilen? Einen derartigen Frieden brauchen die Briten nicht. Sie
    werden kämpfen, kämpfen und nochmals kämpfen. Wenn es um die Weltherrschaft
    geht, dann sind Sentimentalitäten nicht gefragt. Die britische Entschlossenheit wird
    in den markanten Worten des Premierministers materialisiert: „Wenn notwendig –
    dann über viele Jahre, wenn notwendig – dann ganz allein“ [552]. Das bedeutet, ein
    Imperium muss sich gegen alle möglichen und sogar gegen alle unmöglichen
    Unannehmlichkeiten absichern.
    363
    Die Operation „Catapult“ wurde von Briten in einer beispiellos kurzen Zeit
    vorbereitet und nur 11 Tage nach der Kapitulation von Frankreich durchgeführt. Die
    Besonderheit dieser Situation besteht darin, dass die Briten die Aktion gegen ihren
    Verbündeten durchgeführt haben, aber nicht gegen ihren Feind. Eine abscheuliche
    Szene spielte sich auf den Decks der französischen Schiffe ab, die in den britischen
    Häfen Portsmouth, Plymouth und Devonport vor Anker lagen.
    Die französischen Seeleute haben natürlich einen Überfall von ihren
    Waffengefährten nicht erwartet. „Der Auftritt erfolgte schlagartig und aufgrund der
    Notwendigkeit auch unerwartet“ [553], schreibt später Churchill. Alle Schiffe: 2
    Schlachtschiffe, 4 Kreuzer, 8 Minenboote, 12 Unterseeboote und ungefähr 200
    Minenräumboote wurden am Morgen des 3. Juli 1940 von den Briten gekapert. Der
    Überfall kam so unerwartet, dass nur die Mannschaft des Unterseekreuzers
    „Surcouf“ den Briten Widerstand leisten konnte. Die französischen Mannschaften
    der Schiffe wurden mit Gewalt an das Ufer gebracht und dort „nicht ohne blutige
    Zwischenfälle“ [554] interniert. Die auf diese Art gekaperten Schiffe wurden in die
    Marine von Großbritannien eingereiht …
    Eine noch größere Tragödie spielte sich in den französischen Standorten der
    Flotte ab, in den Häfen Oran, Mers-el-Kébir und in Dakar. An frühen Morgen des 3.
    Juli [555] kam in den Hafen Oran ein kleines Flottengeschwader des Admirals
    Somerville und stellte dem französischen Admiral Marcel Gensoul folgendes
    Ultimatum:
  • Mitzufahren und den Kampf gegen Deutschland bis zum Sieg fortzusetzen.
    364
  • Mit reduzierter Besatzung unter unserer Kontrolle zu einem britischen Hafen
    zu fahren. Die reduzierte Besatzung würde zum frühestmöglichen Zeitpunkt
    in die Heimat zurückgeführt werden. Falls eine dieser Möglichkeiten von
    Ihnen angenommen wird, dann werden wir Ihre Schiffe zum Ende des Krieges
    an Frankreich zurückgeben oder volle Entschädigung zahlen, falls sie
    zwischenzeitlich beschädigt werden sollten.
  • Alternativ, falls Sie sich der Verpflichtung verpflichtet fühlen, dass die
    Schiffe nicht gegen die Deutschen eingesetzt werden sollten, außer wenn
    diese den Waffenstillstand brechen, dann fahren Sie mit uns unter reduzierter
    Besatzung zu einem französischen Hafen der Westindischen Inseln – zum
    Beispiel Martinique – wo sie zu unserer Zufriedenheit demilitarisiert oder ggf.
    den Vereinigten Staaten anvertraut werden können und bis zum Ende des
    Krieges sicher sind, während die Besatzungen in die Heimat zurückgeführt
    werden.
    Sollten Sie diese gerechten Angebote ablehnen, muss ich mit tiefem Bedauern
    fordern, dass Sie ihre Schiffe innerhalb von 6 Stunde versenken müssen [556].
    Wenn Admiral Gensoul keine dieser Varianten als annehmbar betrachten
    würde, dann hat er noch die Möglichkeit seine Schiffe direkt im Hafen selber
    „abzurüsten“, aber sehr „effektiv“. Das bedeutete, dass die Franzosen unter
    Beobachtung der Briten ihre Schiffe selber zerstören müssen. Mit hoher „Qualität“,
    wobei der Grad und das Ausmaß der Zerstörung von den britischen Militärs
    festgelegt wird. Wie sollte der Kommandeur der neusten und stärksten Flotte der
    unabhängigen französischen Macht in seinem eigenen Hafen auf solche Vorschläge
    der ehemaligen „Waffenbrüder“ reagieren?
    Admiral Gensoul hat das Ultimatum zurückgewiesen. Davon wurde Churchill
    unterrichtet, der um 18:25 Uhr (unmittelbar vor dem Ablauf des Ultimatums) dem
    365
    Kommandeur der britischen Flotte folgende endgültige Weisung erteilte: „Die
    französischen Schiffe müssen entweder unsere Bedingungen annehmen, oder sich
    selbst versenken oder … sie werden bis zum Anbruch der Dunkelheit von uns
    versenkt“ [557].
    Der britische Admiral Somerville nutzte den Überraschungseffekt und
    eröffnete schon vor dem Ablauf der Frist des Ultimatums das Feuer! Um 18:00 Uhr
    teilte er mit, dass er den Kampf schon führt [558]. Es geschah das, was keiner der
    französischen Matrosen je erwartet hat: britische Schiffe eröffneten mit ihrer
    schweren Artillerie das Feuer! Das war kein Kampf, das war keine Meeresschlacht.
    Das war eine Erschießung der auf den Kampf nicht vorbereiteten Franzosen. „ …
    Die Schiffe im Hafen von Oran waren nicht in der Lage zu kämpfen. Sie lagen am
    Anker und hatten keinerlei Möglichkeit zu manövrieren oder sich zu
    dezentralisieren. Unsere Schiffe gaben den britischen Schiffen die Möglichkeit, die
    ersten Schüsse abzufeuern, welche – wie bekannt ist – auf dem Meer die
    entscheidende Bedeutung in dieser Entfernung haben. Die französischen Schiffe
    wurden in einem unehrenhaften Kampf zerstört“ [559].
    Das Schlachtschiff „Bretagne“, das im Hafen von Oran lag, ist nach einem
    Einschlag in seinem Munitionsraum in die Luft geflogen, worauf es im Verlaufe von
    wenigen Minuten im Meer versank. Außerdem wurden die Schlachtschiffe
    „Provence“ und „Dunkerque“ außer Gefecht gesetzt. Sie wurden ins Flachwasser
    gezogen, um ihr Sinken zu verhindern. Der Zerstörer „Mogador“ wurde ebenfalls
    schwer beschädigt und auf Grund gesetzt. Damit die britische Flotte nicht in die
    Reichweite der französischen Küstengeschütze kommt, zog sich die Streitmacht
    weiter vom Hafen zurück. Der Kreuzer „Strasbourg“ nutzte diese Chance und
    entkam zusammen mit fünf kleinen Zerstörern und einigen U-Booten durch die
    verminte Hafenausfahrt. Die Verfolgung durch den britischen Kreuzer „Hood“ und
    durch Flugzeuge der Ark Royal brachte keinen Erfolg. Die Schiffe konnten nach
    Toulon entkommen.
    Die britische Admiralität konnte zufrieden sein: Alle Schlachtschiffe von
    366
    Frankreich waren vernichtet bzw. schwer beschädigt. Das letzte von ihnen, die
    „Richelieu“, das sich im Hafen von Dakar befand, wurde von Torpedoflugzeugen
    des Flugzeugträgers „Hermes“ attackiert und schwer beschädigt. Im Verlaufe der
    Operation „Catapult“ sind 1.300 Franzosen gestorben, 400 wurden verletzt [560].
    Als Antwort auf diesen heimtückischen Überfall erklärte die französische Regierung
    dem Land Großbritannien nicht den Krieg, sie hat nur die diplomatischen
    Beziehungen mit ihm abgebrochen.
    Aber warum konnten die Deutschen nicht die französische Flotte in Besitz
    nehmen? Die Antwort ist negativ. Erst am 26. November 1942, d.h. zwei Jahre nach
    der Operation „Catapult“, haben die deutschen Truppen nach dem Einmarsch in
    Toulon das versucht [561]. Die dort befindliche französische Flotte wurde auf
    Befehl der Vichy-Regierung versenkt. Auf den Grund des Meeres versanken: 3
    Schlachtschiffe, 8 Kreuzer, 17 Zerstörer, 16 Minenboote, 16 Unterseeboote, 7
    Küstenschiffe, 3 Boote der Küstenpatrouille, 60 Transporter, Minenräumboote und
    Schlepper [562].
    Das französische Geschwader unter dem Feuer der britischen Flotte im Hafen von Mersel-Kébir am 3. Juli 1940
    Wie wir sehen, bei den Franzosen hat die Hand nicht gezittert. Warum? Weil
    sie niemals deutsche Marionetten waren. Ihre Flotte wollten sie weder den
    Deutschen noch den Briten geben. Am Vorabend der heimtückischen britischen
    Operation „Catapult“ hat eine Garantie dafür, dass die Seekriegsflotte auf keinen
    Fall in die Hände der Deutschen fällt, Frankeich persönlich Churchill gegeben …
    Es vergingen zwei Wochen nach dem verräterischen Überfall der Briten auf
    367
    die französische Flotte und die Welt diskutierte schon ein völlig anderes Ereignis.
    Am 19. Juli 1940 trat Adolf Hitler im Deutschen Reichstag auf. Im Saal saßen nicht
    nur die Abgeordneten des deutschen Parlaments, versammelt waren auch die
    Generäle, Führer der SS und Diplomaten – d.h. die Creme de la Creme des Dritten
    Reiches. Alle lauschten mit Andacht ihrem Führer. Worüber hat er gesprochen?
    Über den hervorragenden Erfolg der deutschen Armee, die in einer fantastisch
    kurzen Zeit Frankreich zerschlagen hat. Aber dann sprach Hitler erneut … über den
    Frieden. Nicht über einen abstrakten „Frieden in der ganzen Welt“, sondern über
    einen konkreten Frieden mit der Macht, die die Verkörperung seiner Ideale war.
    Adolf Hitler, der sich auf dem Gipfel des Ruhms befindet, schlägt Großbritannien
    Frieden vor. Der Sieger schlägt dem Besiegten Frieden vor. Die Rede Hitlers wurde
    synchron in die englische Sprache übersetzt und flog um die ganze Welt.
    „Ich höre nun aus London nur ein Geschrei – es ist nicht das Geschrei
    der Massen, sondern der Politiker -, dass der Kampf erst recht fortgesetzt
    werden müsse. Ich weiß nicht, ob diese Politiker schon die richtigen
    Vorstellungen von der kommenden Fortsetzung dieses Kampfes besitzen. Sie
    erklären allerdings. Dass sie diesen Krieg weiterführen werden und, wenn
    England daran zugrunde ginge, eben von Kanada aus. Ich glaube kaum, dass
    dies so zu verstehen ist, dass das englische Volk nach Kanada geht, sondern
    es werden sich doch wohl nur die Herren Kriegsinteressenten nach Kanada
    zurückziehen. Das Volk wird, glaube ich, schon in England bleiben müssen.
    368
    Und es wird den Krieg in London dann sicherlich mit anderen Augen ansehen
    als seine sogenannten Führer in Kanada. Glauben Sie mir, meine
    Abgeordneten, ich empfinde einen inneren Ekel vor dieser Sorte
    gewissenloser parlamentarischer Volks- und Staatenvernichter. Es tut mir fast
    weh, wenn mich das Schicksal dazu ausersehen hat, das zu stoßen, was durch
    diese Menschen zum Fallen gebracht wird … Natürlich nicht über Herrn
    Churchill, denn er wird ja dann sicherlich in Kanada sitzen, dort, wohin man
    ja das Vermögen und die Kinder der vornehmsten Kriegsinteressenten schon
    gebracht hat. Aber es wird für Millionen anderer Menschen ein großes Leid
    entstehen. Und Herr Churchill sollte mir dieses Mal vielleicht ausnahmsweise
    glauben, wenn ich als Prophet jetzt folgendes ausspreche: Es wird dadurch
    ein großes Weltreich zerstört werden, ein Weltreich, das zu vernichten oder
    auch nur zu schädigen niemals meine Absicht war … In dieser Stunde fühle
    ich mich verpflichtet, vor meinem Gewissen noch einmal einen Appell an die
    Vernunft auch in England zu richten. Ich glaube dies tun zu können, weil ich
    ja nicht als Besiegter um etwas bitte, sondern als Sieger nur für die Vernunft
    spreche. Ich sehe keinen Grund, der zur Fortführung dieses Kampfes zwingen
    könnte [563].
    Am 22. Juli 1940 hat der Außenminister Großbritanniens, Lord Halifax, den
    Aufruf von Hitler zum Frieden in seiner Rede zurückgewiesen. Das Land, das Adolf
    Hitler abgöttisch liebte, die einzige Weltmacht, mit der er eine Union eingehen
    wollte, hat die ausgetreckte Hand des Führers buchstäblich abgeschlagen. Das war
    eine Sackgasse. Nicht für den deutschen Staat, der für einen solch geringen Preis so
    stark geworden war. Das war eine Sackgasse für die Politik von Adolf Hitler, der
    369
    leidenschaftlich den Kommunismus vernichten und eine neue Weltmacht aufbauen
    wollte. Stattdessen hat er einen Nichtangriffspakt mit den Bolschewiken
    abgeschlossen und gegen jene gekämpft, die schon viele Jahre vor seiner Geburt ein
    vorbildliches Imperium errichtet haben. Hitler betrachtete Großbritannien immer als
    ein Ideal. „ Ich bewundere das englische Volk. Bei der Kolonialisierung hat es
    beispielloses geleistet“ [564], lautet eine von vielen Aussagen des Führers über die
    Herrlichkeit des britischen Kolonialismus.
    Das britische Imperium hat nicht dank des Mutes seiner Soldaten
    standgehalten.
    Das britische Imperium hat nicht der heroische Kampf seiner Piloten und
    Matrosen gerettet.
    Das britische Imperium ist nicht deshalb vom Erdboden verschwunden, weil
    es immer für Recht und Demokratie gekämpft hat.
    Der größte „Feind“ von Großbritannien war sein leidenschaftlicher
    Verehrer.
    Gegen die Briten hat niemand ernsthaft gekämpft. Niemand hat sich das Ziel
    gestellt, die Angelsachsen als solche auszurotten. Niemand hat geplant sie zu
    versklaven. Niemand hat sich vorgenommen ihr Land zu okkupieren und sich ihr
    Brot, ihre Kohle und andere Ressourcen zu nehmen. Niemand hatte den Wunsch,
    ihre Köpfe mit einem Zirkel zu vermessen, um festzustellen, ob die Briten Arier sind
    oder nicht. Niemand hat beabsichtigt, die britischen Dörfer anzuzünden und ihre
    Bewohner zu töten. Es gab auch keine Pläne, Kulturschätze, wertvolle Bilder und
    Skulpturen in das Dritte Reich zu bringen.
    370
    All dies hat Adolf Hitler nicht für die Briten, sondern für uns vorbereitet. Für
    die Russen, für die UdSSR. Ausgerechnet uns erklären die Nazis für minderwertig,
    genau uns beginnen sie, mit einer beneidenswerten Hartnäckigkeit „mit Stumpf und
    Stiel“ auszurotten. Aber nicht nur uns, sondern auch die Juden und Zigeuner. Und
    große Erfolge haben sie dabei erzielt: 27 Millionen unserer Brüder und Schwestern
    sterben in diesem grauenvollen Kampf gegen den Faschismus. Hitler bekommt zwar
    noch mehr Feinde: Die USA, Großbritannien und andere Länder. Aber diese Feinde
    werden von der deutschen Propaganda niemals als minderwertig bezeichnet. Bis
    zum Ende des Krieges werden die Feinde der Nazis in die Kategorien „Menschen“
    und „Untermenschen“ eingeteilt. Die erste Kategorie – das sind die Guten … Von
    den Nazis wurden im Jahre 1940 ca. 1,5 Millionen Franzosen gefangen genommen.
    Später – zehntausende britische und amerikanische Soldaten. Ein großer Teil von
    ihnen ist wieder nach Hause zurückgekehrt. Sie wurden ernährt, geheilt und
    gepflegt… unmenschliche Experimente hat man mit ihnen nicht durchgeführt. Aber
    von den mehr als 2 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, die im Sommer und
    Herbst 1941 in die deutschen Lager gekommen sind, sterben im kommenden Winter
    die Mehrzahl vor Hunger, als Folge von Kälte und bitterer Not.
    Was sagt uns das! In den Lagern für die gefangenen britischen Piloten in
    Frankreich erlaubten die Deutschen den Briten „Monopoly“ zu spielen! Und
    das hat der britische Geheimdienst natürlich genutzt. In die Gefangenenlager wurden
    spezielle Spielgarnituren geschickt. In ihnen waren kleine Landkarten der
    Umgebung versteckt, die den Gefangenen die Flucht aus den Lagern erleichtert
    haben [565].
    371
    Aber wie verhält es sich mit der militärischen Operation „Seelöwe“? Aber
    wie verhält es sich mit der grausamen Bombardierung von London? Aber wie
    verhält es sich mit den Luftkämpfen über Großbritannien? Sind das keine Beweise
    des Kampfes der Briten gegen die Nazis und der Wunsch Hitlers den Albion zu
    besiegen? Nein, das sind sie nicht.
    Dieser gesamte „Kampf“ ist nur eine kleine Episode, ein blasses Bild vor dem
    Hintergrund des langen blutigen Films, den Hitlers Armee ein wenig später im Osten
    „drehen“ werden.
    Alles der Reihe nach. Am 13. Juni 1940, sechs Tage nach seiner
    „Friedensrede“ im Reichstag, erteilt der Führer mit der Direktive Nr. 16 folgenden
    Befehl: Es sind Pläne gegen die Briten auszuarbeiten. Diese Direktive begann mit
    der Aussage jener Tatsache, dass Großbritannien, „ungeachtet seiner hoffnungslosen
    militärischen Lage noch keine Anzeichen zum Abschluss einer Vereinbarung zeigt“
    [566]. Das Kommando hat Hitler gegeben, aber die Ausarbeitung der Pläne für den
    Überfall auf Großbritannien erinnerten mehr an die Vorbereitung einer
    Theateraufführung: Die Schauspieler lernen die Texte, sind aber überzeugt, dass die
    Vorstellung nicht stattfinden wird. Deshalb haben sie ihre Rolle de facto nicht
    gelernt, wohl wissend, dass der Regisseur das Stück nicht auf die Bühne bringt. Was
    wollen wir damit sagen? Eine Landung in der britischen Metropole wollte selbst
    Hitler nicht. Denn wozu hat er am Vorabend 50 Divisionen aufgelöst und 25 in den
    Status der Friedenszeit versetzt [567]? Er ist überzeugt, dass der Krieg durch
    Verhandlungen beendet wird.
    Er dachte daran, dass Großbritannien, nach seiner persönlichen Rettung von
    300.000 britischen Soldaten in Dünkirchen, mit einem Frieden einverstanden sein
    wird. Der Führer bereitete sich nicht auf einen Kampf vor, sondern auf seine
    372
    Beendigung. Die Generäle kannten Hitlers ängstliche Beziehungen zu den Briten
    und seine Abneigung gegen sie zu kämpfen. Deshalb bereiteten sie den Plan
    „Seelöwe“ ohne besonderen Enthusiasmus vor. Denn sie waren überzeugt: Eine
    Landung in Großbritannien wird nicht stattfinden. „Der Vorschlag, England zu
    überfallen, war einfach absurd, weil dafür nicht die erforderliche Anzahl von
    Schiffen vorhanden war. Deshalb schauten wir darauf, wie auf irgendein Spiel. Ich
    hatte so ein Gefühl, dass der Führer niemals ernsthaft beabsichtigte, den
    Angriffsplan zu verwirklichen“ [568], erzählte den Untersuchungsrichtern der
    Verbündeten schon im Jahre 1945 der deutsche General von Rundstedt. Sein
    Kollege, General Blumentritt, bestätigte ebenfalls, dass in der deutschen Generalität
    die Operation „Seelöwe“ als Bluff betrachtet wurde [569].
    Der unabhängige amerikanische Journalist, William Shirer, der später
    deutsche Militärs in seinem Buch zitiert hat, ist im August 1940 an das Ufer der La
    Manche gefahren. Irgendwelche Anzeichen einer Vorbereitung auf den Überfall auf
    die britische Insel hat er nicht festgestellt [570]. Auch die Termine für den Angriff
    der deutschen Armee auf Großbritannien hat Hitler ständig verlegt: Vom 15. auf den
  1. September, vom 21. auf den 24. September und schließlich vom 24. September
    auf den 12. Oktober. Aber anstelle eines Befehls über die Landung erschien an
    diesem Tag ein ganz anderes Dokument: „Der Führer hat beschlossen, dass die
    Vorbereitungen zur Landung in England von der gegenwärtigen Zeit bis zum
    Frühling nur als Mittel des politischen und militärischen Drucks auf England
    aufrecht erhalten wurden“ [571].
    Aber wie muss der berühmte Luftkampf über Großbritannien bewertet
    werden? Warum erteilte Hitler den Befehl, den Nebligen Albion zu bombardieren?
    Das richtige Verständnis der Strategie von Hitler ist untrennbar mit dem Verständnis
    seiner Ziele verbunden. Mit Großbritannien will er nicht kämpfen, aber einen
    Friedensvertrag will das britische Imperium mit ihm nicht abschließen. Was soll das
    373
    Oberhaupt von Deutschland tun? Entweder auf die Bedingungen der Briten eingehen
    (was für den Sieger blöd und unannehmbar ist) oder sich bemühen, sie zu einem
    Frieden zu bewegen. Zu bewegen, aber nicht zerschlagen oder vernichten. Sogar
    eine erfolgreiche Landung deutscher Truppen in Großbritannien bringt Hitler so gut
    wie nichts. Im Falle einer Okkupation der Insel begibt sich die königliche Familie
    auf ein Kriegsschiff und fährt tatsächlich nach Kanada, ohne zu kapitulieren und
    ohne einen Friedensvertrag zu unterzeichnen. Und was weiter? Der Krieg zeichnet
    sich für Deutschland als eine unendliche Tragödie ab, denn wie wir gesagt haben,
    eine Seeflotte hatte Deutschland nicht. Was bringt ihm eine Okkupation von
    Großbritannien? Im Grunde genommen nichts. Aber Hitler hofft, vielleicht nicht
    besonders stark, dass die demonstrative Vorbereitung einer Landung und die
    anschauliche Demonstration der Schrecken des Krieges auf dem britischen
    Territorium die Briten zu einem Friedenskompromiss treiben. Man muss den Briten
    durch Bombardierung und Bluff nur zu verstehen geben, dass ihre Sturheit ernste
    Folgen hat. Deshalb beginnt angeblich der erste Teil der Operation „Seelöwe“ und
    die Luftattacke auf die Insel – „Die Luftschlacht über England“. Der Kampf dauerte
    nur zwei Monate: vom 10. Juli bis zum 15. September 1940.
    Wir stehen immer im Bann von Klischee und Mythen. Fragen wir
    irgendjemand, wer die Bombardierung friedlicher Städte begonnen hat, dann hören
    wir nur eine Antwort – die Nazis. Aber in Wirklichkeit erfolgte die erste
    Bombardierung von zivilen Zielen nicht von der deutschen, sondern von der
    britischen Luftflotte. Am 11. Mai 1940 hat Winston Churchill, der am Vorabend
    zum Premierminister ernannt worden ist, den Befehl erteilt, die deutsche Stadt
    Freiburg (im Land Baden-Württemberg) zu bombardieren. Warum? Weil am 10.
    374
    Mai der Führer seinen Angriff auf Frankreich begann. Großbritannien gab damit zu
    verstehen, dass es einen Krieg ohne Rücksicht auf irgendwelche Gesetze und Regeln
    führen wird. Obwohl am 2. September 1939 London, Paris und Berlin erklärt haben,
    dass nur „streng militärische Objekte, im engeren Sinne des Wortes“ einer
    Bombardierung unterliegen. Am 15. Februar 1940 hat der damalige Premierminister
    von Großbritannien, Chamberlain, erklärt: „Was andere auch tun, unsere Regierung
    wird niemals so niederträchtig sein, Frauen und zivile Bürger nur deshalb zu
    überfallen, um sie zu terrorisieren“ [572].
    Die britischen Grundsätze galten jedoch nur in der Zeit des „seltsamen
    Krieges“. Als klar wurde, dass alle Hoffnungen Hitler auf die UdSSR zu hetzen
    zusammengebrochen waren und er den Westen angreift, flogen britische Bomber
    nach Freiburg. Hitler, der einen Friedensvertrag mit Großbritannien wollte, hat auf
    diesen Angriff überhaupt nicht reagiert. Erst nach zwei Monaten – am 10. Juli 1940
    erfolgte durch die deutsche Luftwaffe der 1. Angriff auf britisches Territorium.
    Dieses Datum ist der Beginn der „Luftschlacht über England“ [573]. Auch wenn wir
    die Frage „Wer hat friedliche Städte als Erster bombardiert?“ klar beantwortet
    haben, so ist die Beantwortung der Frage „Wer bombardierte als Erster die
    Wohngebiete in den feindlichen Hauptstädten?“ schon wesentlich schwieriger. Die
    Informationen sind widersprüchlich und sehr verwickelt. „Auf die sporadischen
    Angriffe, die Ende August auf London erfolgten, haben wir sofort mit repressiven
    Angriffen auf Berlin geantwortet“ [574], schreibt Winston Churchill.
    Aber er lügt. Auf London gab es keinerlei „Angriffe“ – es war nur ein
    tragischer Fehler. Am 24. August ist ein deutsches Flugzeug vom Kurs abgekommen
    und hat zufällig seine Bomben über der britischen Hauptstadt abgeworfen [575]. Das
    geschah nur ein einziges Mal und war nicht das Resultat eines Befehls der deutschen
    Führung. Die Antwort der Briten waren systematische Nachangriffe auf die
    Hauptstadt des Deutschen Reiches.
    375
    Während der „Luftschlacht über England“ haben die deutschen Piloten
    militärische Objekte des Gegners attackiert. Die Briten verbanden die Angriffe auf
    militärische Ziele mit der Bombardierung deutscher Städte. Am 25., 26. und am 29.
    August bombardierten die britischen Flugzeuge die Stadt Berlin [576]. Am 4.
    September 1940 sprach Adolf Hitler genau über diesen Luftkampf: „So kommen sie
    in der Nacht und werfen nun, wie Sie wissen, wahllos und planlos auf zivile
    bürgerliche Wohnviertel ihre Bomben, auf Bauerngehöfte und Dörfer. Wo sie
    irgendein Licht erblicken, wird eine Bombe darauf geworfen. Ich habe drei Monate
    lang das nicht beantworten lassen, in der Meinung, sie würden diesen Unfug
    einstellen. Herr Churchill sah darin ein Zeichen unserer Schwäche. Sie werden
    verstehen, dass wir jetzt Nacht für Nacht die Antwort geben, und zwar steigend
    Nacht für Nacht“ [577].
    Erst am 7. September begannen reguläre Angriffe deutscher Flugzeuge auf
    London, britische Militärobjekte wurden praktisch nicht mehr bombardiert. Allein
    schon dieser Fakt ist ein anschaulicher Beweis dafür, dass Hitler eine Landung auf
    den britischen Inseln nicht plante. Wenn die deutsche Führung tatsächlich die
    Besetzung von Großbritannien vorgesehen hätte, dann würde sie nicht die britische
    Hauptstadt bombardieren, sondern Flughäfen und militärische Objekte. Denn
    britische Flugzeuge verhindern in erster Linie die Landung der deutschen Armee.
    Wir beobachten die ganze Zeit den gleichen, sich immer wiederholenden
    Fakt: Der Führer von Deutschland führt einen Krieg gegen Großbritannien mit
    halber Kraft und er führt nur Konterschläge durch. Einen solchen Krieg kann man
    nicht gewinnen. Aber Hitler will ihn nicht gewinnen, im Gegenteil, er beabsichtigt
    ihn zu beenden! Das ist nicht ein und dasselbe …
    376
    Wie zerstörerisch und schrecklich waren die deutschen Luftangriffe? In
    Übereinstimmung mit offiziellen Daten, starben in der Periode der „Luftschlacht
    über England“ in London 842 Menschen, 2.347 – wurden verletzt [578]. Im
    bekannten Angriff auf die britische Stadt Coventry starben am 14. November 1940
    ca. 568 Menschen [579]. Ohne Zweifel ist der Tod jedes Menschen eine Tragödie,
    aber wir sehen, dass diese Zahlen im Vergleich mit den zig Millionen Opfern in
    unserem Land förmlich verblassen. Genauso sieht auch der Beitrag von
    Großbritannien aus, bei der Vernichtung des deutschen Faschismus. Im Zweiten
    Weltkrieg hat Großbritannien 388.000 Menschen verloren, davon 62.000 im zivilen
    Bereich [580]. Das bedeutet, dass zu den Opfern der deutschen Bombenangriffe im
    gesamten Zweiten Weltkrieg auch die 62.000 Briten gehören. Ist das viel oder
    wenig? Alles erkennt man nur im Vergleich. Das französische Territorium, von den
    Deutschen okkupiert, war für die Luftstreitkräfte der Alliierten nicht das wichtigste
    Ziel. Deshalb starben von den Luftangriffen der Briten und Amerikaner in 4 Jahren
    (vom Sommer 1940 bis zum Sommer 1944) ca. 30.000 Menschen. Nach der
    Landung in der Normandie haben die Luftstreitkräfte von Großbritannien und von
    den USA zur Vernichtung deutscher Truppen wesentlich öfter und stärker
    französische Städte und Dörfer bombardiert. Im Verlaufe der Verdrängung der
    Deutschen aus Frankreich (3 Monate im Jahre 1944) starben ca. 20.000 Franzosen
    durch die Bomben ihrer Befreier, d.h. 50.000 insgesamt [581].
    Die Anzahl der zivilen Opfer in Deutschland ist nach wie vor ein Geheimnis
    mit sieben Stempeln. Die Gesamtzahl kann niemand nennen, denn sie ist schrecklich
    groß. Wenn Deutschland im Zweiten Weltkrieg gesiegt hätte, dann säßen Churchill,
    Roosevelt und die Führung ihrer Luftstreitkräfte garantiert auf der Anklagebank und
    würden für die vielen hunderttausend Opfer die Todesstrafe erhalten. Aber die
    Geschichte schreibt der Sieger. Deshalb wurden in Nürnberg andere Verbrecher für
    377
    andere Verbrechen verurteilt, aber jene, welche ganze deutsche Städte mit allen
    ihren Einwohnern vernichteten, sind in aller Ruhe in die Rente gegangen …
    Das erste Opfer der strategischen Luftstreitkräfte der Briten war die Stadt
    Hamburg. Die Operation „Gomorra“ begann in der Nacht vom 24. zum 25. Juli
  2. Bombenangriffe der Briten auf deutsche Städte gab es schon früher. Aber in
    diesem Angriff war vieles ganz anders: Eine sehr große Anzahl von Bombern (700)
    und eine unwahrscheinlich große Anzahl von Brandbomben, die auf die Stadt
    abgeworfen worden sind. In der Menschheitsgeschichte trat erstmals eine völlig
    neue Erscheinung auf – der Feuersturm. Die Masse vieler kleiner Brände, die in
    einem Ort konzentriert waren, haben sehr schnell die Luft auf eine derart hohe
    Temperatur gebracht, dass die kältere Luft der Umgebung des Brandes – wie der
    Strudel in einem Abfluss – in den Raum der Wärmequellen gesaugt wurde. Der
    Temperaturunterschied betrug 600 bis 1000 °C. Dadurch entstanden furchtbare
    Wirbelstürme, die es in der Natur nicht gibt. Die brennende Luft, gesättigt mit den
    Funken brennender Teilchen, fegte mit großer Geschwindigkeit durch die Straßen
    und verwandelte alles – sogar die flüchtenden Menschen – zu Asche. Den Feuersturm
    zum Stehen zu bringen war unmöglich. Das Feuer in der Stadt wütete noch einige
    Tage und die Rauchwolken erreichten eine Höhe von 6 km. Gegen die Bewohner
    von Hamburg wurden Phosphorbomben eingesetzt. Die Teilchen, die sich am
    Körper der Menschen festgesetzt hatten und entflammten, konnten nicht gelöscht
    werden: Sobald der Phosphor wieder an die Luft gelangte, brennt er sofort. Viele
    Einwohner der Stadt sind bei lebendigem Leibe verbrannt, keiner konnte ihnen
    helfen. „Ein Augenzeuge berichtet, dass in der Stadt der Asphalt und der Zucker in
    einem Vorratslager brennen, in den Straßenbahnen schmolz das Glas. Friedliche
    Bürger sind bei lebendigem Leib verbrannt, sie verwandelten sich in Asche, oder
    sind in den Bombenkellern durch die giftigen Gase erstickt“ [582]. Kaum waren die
    Feuer gelöscht, schon erfolgte der nächste Bombenangriff. In einer Woche starben
    in Hamburg durch den Bombenangriff 55.000 Bürger der Stadt, fast genauso viele
    Menschen, wie in Großbritannien im ganzen Krieg [583].
    Sie, verehrter Leser, waren noch nicht in Hamburg? Wenn Sie dort sind – dann
    interessieren Sie sich, warum von der alten Hansestadt nichts übrig blieb. Und dann
    erzählt man Ihnen: Das historische Stadtzentrum mit einer Fläche von 13 km2 ist
    vollständig verbrannt, vernichtet wurden 27.000 Wohngebäude und 7.000 städtische
    Gebäude, darunter alte Denkmäler der Kultur und Architektur; 750.000 Menschen
    der 2-Millionen-Stadt Hamburg waren nach der Bombardierung obdachlos [584].
    Aber das war nur der Anfang. Der zweite Feuersturm in der Geschichte der
    Menschheit wurde am 22. Oktober 1943 in der Stadt Kassel organisiert. In der Stadt
    mit 250.000 Einwohnern starben 10.000 Menschen. Später werden die Städte
    Nürnberg, Leipzig und viele andere bombardiert – insgesamt 61 deutsche Städte mit
    25 Millionen Einwohnern. Es starben 600.000 Menschen und 8 Millionen Bürger
    378
    wurden obdachlos [585]. Unter ihnen waren viele Kinder, Frauen und alte Männer,
    denn die jungen Männer waren an der Front …
    Die Bombardierung friedlicher Städte führte zur Zerstörung und zum Tod vieler Menschen
    in allen kämpfenden Ländern. Wer als erster mit diesen Angriffen begann, das ist wahrscheinlich
    schwer festzustellen. Aber die größten Opfer und Zerstörungen von den Bombenangriffen erleidet
    ohne Zweifel Deutschland.
    Aber das war nur der Anfang. Der zweite Feuersturm in der Geschichte der
    Menschheit wurde am 22. Oktober 1943 in der Stadt Kassel organisiert. In der Stadt
    mit 250.000 Einwohnern starben 10.000 Menschen. Später werden die Städte
    Nürnberg, Leipzig und viele andere bombardiert – insgesamt 61 deutsche Städte mit
    25 Millionen Einwohnern. Es starben 600.000 Menschen und 8 Millionen Bürger
    wurden obdachlos [585]. Unter ihnen waren viele Kinder, Frauen und alte Männer,
    denn die jungen Männer waren an der Front …
    Den schrecklichsten aller Feuerstürme organisierten die britischen und
    amerikanischen Luftstreitkräfte in der Stadt Dresden. Der erste Angriff von
    britischen Kampfbombern erfolgte in der Nacht vom 13. bis 14. Februar 1945. Am
    nächsten Morgen wurde das zertrümmerte Dresden erneut bombardiert – diesmal
    von Flugzeugen der USA. Insgesamt wurden 1300 Bomber eingesetzt, was zur
    Bildung von unvorstellbar starken Feuerstürmen führte. Die Stadt Dresden wurde
    förmlich ausgelöscht. Früher gehörte sie zu den schönsten Städten von Deutschland,
    heute besitzt sie keine architektonischen Sehenswürdigkeiten mehr. Die Anzahl der
    Opfer ist unbekannt. Nach verschiedenen Schätzungen starben 60 bis 100 tausend
    Menschen in den Flammen. Wozu brauchten die Briten und Amerikaner zwei
    Monate vor der Beendigung des Krieges in der Stadt Dresden, in der es keine
    militärischen Ziele gab, einen derartigen Schlachthof? Ist das reine Zufälligkeit oder
    ein Fehler?
    379
    Erinnern Sie sich, verehrter Leser, wer in den letzten Tagen des Zweiten
    Weltkrieges die Atombomben in Hiroshima und Nagasaki abwarf. Auch diese
    Verbrecher erhielten keinerlei Bestrafung.
    Wenn wir schon die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges
    schlecht kennen, dann kennen wir auch keine Details über die Schlachten des
    Zweiten Weltkrieges, die am anderen Ende von Eurasien stattgefunden haben.
    Den Kampf zwischen Japan und den USA stellen wir uns im Grunde
    genommen wie in den Hollywood-Filmen vor: Die ungeschützten Amerikaner
    und eine Unmenge von japanischen Flugzeugen. Übrigens, außer dem
    Überfall auf Pearl Harbor, ist das Territorium der USA kein einziges Mal im
    Verlaufe des Krieges bombardiert worden. Japan ist nicht schlechter als
    Deutschland bestraft worden. Der schrecklichste amerikanische Luftangriff
    fand am 9. März 1945 (ungefähr ein Monat nachdem Dresden vernichtet
    wurde) statt. Dreihundert Bomber mit je 6 bis 8 Tonnen Napalmbomben
    griffen die japanische Hauptstadt an. Die japanischen Historiker betrachten
    die dadurch angerichteten Zerstörungen als die größten in der Geschichte der
    Welt. Durch den sich ausbreitenden Feuersturm sind 42,7 km2 des
    Territoriums der Stadt Tokio vollständig vernichtet worden. Nach
    verschiedenen Schätzungen sind 80 bis 300 tausend Menschen gestorben.
    Japan, das Land der aufgehenden Sonne, wurde so stark bombardiert, dass
    der Anteil der Zerstörungen durch den Abwurf der zwei Atombomben nur 6%
    betrug. Sie denken, verehrter Leser, dass die Japaner das alles vergessen und
    verziehen haben [586]?
    380
    Großbritannien ist auf die vorgeschlagenen Friedensgespräche nicht
    eingegangen. Sie haben eiskalt die deutschen Städte bombardiert. Die Briten zeigten
    ihre Entschlossenheit, bis zum bitteren Ende zu kämpfen. Gegen sie konnte Hitler
    kämpfen und sie sogar besiegen, aber nach einer Analyse dieser Möglichkeiten hat
    er das nicht getan. Adolf Hitler stellte sich zwei Fragen: „Welchen Preis müssen wir
    für diesen Sieg bezahlen? Und … die wichtigste Frage – Warum? Deutschland stand
    vor einem schweren Kampf, ohne irgendein Ende zu sehen. Die UdSSR, vorläufig
    noch loyal, löste in aller Ruhe ihre strategischen Aufgaben. Stalin löste das Problem
    im Baltikum: Die Länder Lettland, Litauen und Estland wurden in die UdSSR
    aufgenommen. Genauso wurde das von den Rumänen besetzte Bessarabien
    zurückgeholt. Mit dem Krieg im Westen, gemeint ist der Krieg von Hitler mit seinen
    ehemaligen britischen und amerikanischen Herren, hat sich die Sowjetunion mehr
    oder minder engagiert. Doch hat sich Hitler auch mit den neuen Ereignissen
    abgefunden? Sein ganzes Leben hat er sich bemüht, den Kommunismus zu
    vernichten und sich mit den Angelsachsen zu verbinden, aber jetzt ist alles
    umgekehrt.
    Und plötzlich am 10. Mai 1941 fliegt der Stellvertreter von Hitler, Rudolf
    Hess, angeblich aus eigener Initiative mit einer Messerschmitt nach Großbritannien
    [587]. Das war der verzweifelte Versuch, einen Friedensvertrag zwischen
    Deutschland und Großbritannien abzuschließen. Dieses Ziel von Hess war kein
    Geheimnis: „Er (Hess, Anm. d. V.) kannte und verstand ausgezeichnet die innere
    Welt von Hitler – sein Hass gegen das sowjetische Russland, seinen
    leidenschaftlichen Wunsch, den Bolschewismus zu vernichten, seine Begeisterung
    für Großbritannien und seinen aufrichtigen Wunsch, mit ihm in Freundschaft
    zusammenzuleben …“ [588].
    381
    Bis zu Überfall auf die UdSSR waren es genau noch 42 Tage. Hitler musste
    die Frage entscheiden, ob er die Operation „Barbarossa“ durchführen will oder nicht.
    Der Angriff war noch nicht endgültig entschieden. Die endgültige Entscheidung
    unser Land zu überfallen, wurde bis zum Flug von Hess nicht getroffen: „In
    Übereinstimmung mit dem Plan Barbarossa ist der Befehl zum Angriff auf die
    UdSSR erst am 10. Juni erschienen“ [589]. Adolf Hitler hat niemals einen Krieg an
    zwei Fronten begonnen. Wieso hat er ihn trotzdem begonnen? Weil er im Moment
    des Überfalls auf die UdSSR überzeugt war, dass es keine zweite Front geben wird!
    Das war das Ergebnis des Fluges von Hess nach Großbritannien.
    Es ist wichtig zu verstehen, dass in der ganzen rätselhaften Geschichte
    des Fluges vom Stellvertreter Hitlers nach Großbritannien, nicht der Vorschlag
    Hitlers das Geheimnis ist, sondern die britische Antwort auf ihn!
    Die Briten garantierten ihre wohlwollende Neutralität für Hitler in seinem
    künftigen Krieg gegen die UdSSR. Und den Abschluss des von Deutschland
    langerwarteten Friedens nach der erfolgreichen Zerschlagung von Russland. „Der
    nicht unbekannte Hess wurde von den deutschen Faschisten nach Großbritannien
    geschickt, um die britischen Politiker zu überzeugen, sich dem Feldzug gegen die
    UdSSR anzuschließen. Aber die Deutschen haben sich gewaltig geirrt.
    Großbritannien und die USA erwiesen sich trotz aller Bemühungen von Hess auf der
    Seite der UdSSR …“ [590], sagte Stalin im belagerten Moskau. Das ist die Antwort.
    Warum hat sich Adolf Hitler in dieser Situation so geirrt? Denn wenn die Regierung
    von Großbritannien die Vorschläge des Führers und die Verhandlungen mit ihm
    kategorisch abgelehnt hätte, welche Hoffnungen er sich noch mit der Entfesselung
    eines Krieges im Osten gemacht? Wie konnte Hitler überhaupt annehmen, dass sich
    London dem Feldzug gegen die UdSSR „anschließt“, wenn er schon ein britisches
    „NO“ erhielt? In der Situation, in der Großbritannien mit Deutschland keinen
    Frieden schließen will, die Sowjetunion zu überfallen – das ist reiner Wahnsinn.
    382
    Wenn aber die Briten garantieren, sich in den Konflikt nicht einzumischen und still
    auf ihrer Insel zu sitzen, dann wäre das für Hitler ein Ausweg aus der Sackgasse.
    Ohne an der Operation „Barbarossa“ teilzunehmen, muss er Russland nur
    zerschlagen, und der Frieden mit Großbritannien ist garantiert.
    Da Hitler sich entschlossen hat, die UdSSR anzugreifen, bedeutet das, dass
    Großbritannien diesem Feldzug seinen Segen gegeben hat. Anders kann es nicht
    sein. Denn Großbritannien hat planmäßig Hitler-Deutschland auf Russland
    gehetzt. Und letztendlich ist es den Briten auch gelungen, den Führer zu
    zwingen, unser Land zu überfallen. Die grenzenlose Liebe von Hitler zu
    Großbritannien hat ihm einen bösen Streich gespielt. Der Führer von Deutschland
    handelte gegen jeden gesunden Menschenverstand, er liebte seinen britischen Feind
    und glaubte deshalb an die von ihm versprochene Neutralität. Sofort nach dem
    „Besuch“ von Hess in Großbritannien wurden die starken Angriffe der deutschen
    Luftwaffe auf die britischen Inseln eingestellt. Sie begannen erst wieder im Januar
    1943 [591].
    Am 17. August 1987 hat Rudolf Hess, der letzte noch lebende Führer des
    Dritten Deutschen Reiches, die vergängliche Erde verlassen. Rudolf Hess war im
    Moment seines Todes im „Kriegsverbrechergefängnis Spandau“ fast 93 Jahre alt.
    Im Gefängnis saß er schon 46 Jahre. Alle, die mit ihm gemeinsam im Nürnberger
    Prozess verurteilt worden sind und im Gefängnis saßen, waren schon lange wieder
    auf freiem Fuß. Seit 1966 war er der einzige Gefangene in Spandau. Nach 8 Jahren
    Gefängnisaufenthalt von 15 wurde der Diplomat, Konstantin von Neurath, wegen
    schlechter Gesundheit aus der Haft entlassen. Auch der Admiral Dönitz und der
    Führer der „Hitlerjugend“, Baldur von Schirach, nach 20 Jahren. Aber Rudolf Hess
  • saß und saß.
    Warum? Weil er zu „Lebenslänglich“ verurteilt wurde, sagt der Leser. Aber
    … hier irrt er sehr. Genau das gleiche Urteil hinderte die Alliierten nicht daran, den
    Admiral Röder, nach 10 Jahren Haft, und den Wirtschaftsminister des Dritten
    Reiches, Walter Funk, nach 12 Jahren Haft, zu entlassen. Man hat sie in die Freiheit
    entlassen, weil sie nicht Träger eines solch schrecklichen Geheimnisses waren wie
    Hess. Denn er allein wusste, was die Briten Hitler verpochen haben und warum der
    Führer ihnen geglaubt hat …
    Sogar der Tod von Rudolf Hess war äußerst rätselhaft. Der 93-jährige
    gebrechliche alte Mann machte auf einem Spaziergang den Versuch sich das Leben
    zu nehmen – er versuchte sich mit einem elektrischen Kabel, das er sich um den Hals
    gewickelt hatte, aufzuhängen. Die Bewacher von Hess haben ihn mit künstlicher
    Beatmung „wiederbelebt“, so intensiv, dass sie ihm die Brust und die Rippen
    zerbrachen [592].
    Der Sohn des Verstorbenen hat den offiziellen Schlussfolgerungen über die
    Todesursache seines Vaters von den britischen Pathologen des Britischen
    Krankenhauses nicht geglaubt und eine erneute Untersuchung veranlasst. Die
    383
    Gründe dafür waren sehr schwerwiegend. Hess befand sich ständig unter
    Beobachtung, aber am Tage seines Todes wurde er für einige Minuten allein
    gelassen. „In dieser Zeit schrieb der gebrechliche alte Mann seinen Abschiedsbrief,
    befestigte die Verlängerungsschnur an den Fensterriegel, legte sich die Schlinge um
    den Hals und hat den Knoten so zugezogen, dass die Schlinge ihn erwürgt hat.
    Obwohl er auf die Erde gefallen ist, hinterließ die Schlinge am Hals eine horizontale
    Spur. Wie ist das möglich?“ [593].
    Im Ergebnis der zweiten Untersuchung durch deutsche Ärzte wurde am Hals
    der Leiche eine zweite Spur von einer Schnur entdeckt. Daraus folgte, dass sich der
    93-jährige gebrechliche alte Mann zweimal „erhängt“ hat. Die Spuren und
    Verletzungen am Hals haben eindeutig bewiesen, dass Hess erstickt worden ist.
    Vorher hat er einen Schlag auf den Hinterkopf erhalten. Die Folge war ein seltsames,
    für den Selbstmord völlig unerklärliches Hämatom am Hinterkopf … [594].
    Rudolf Hess hat den Briten die Friedensvorschläge vom Führer gebracht. Großbritannien
    bestätigte den Überfall von Hitler auf Russland, wobei es Mitwirkung versprach. Doch schon am
  1. Juni 1941 wurden die Deutschen betrogen.
    Warum musste der alte Mann ermordet werden und wer hat dieses Verbrechen
    begangen? Der Sohn von Hess, Wolf Rüdiger, hat nicht den geringsten Zweifel, dass
    die Briten seinen Vater ermordet haben [595]. Das schreckliche Geheimnis der
    384
    britischen Diplomatie, die Hitler ermutigt hat, die UdSSR zu überfallen, darf nicht
    gelüftet werden. Aber der unmittelbare Grund für den Mord von Hess war die
    grenzenlose Geschwätzigkeit von Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Dieser
    unwissende Politiker hat nicht nur seiner Macht den Todesstoß versetzt, sondern
    auch dem alten Nazi. Schon sehr lange wurden Stimmen laut, die forderten, Hess zu
    entlassen. Dagegen war immer die UdSSR, deren Meinung sehr konsequent war:
    Für die Nazis gibt es in der Freiheit keinen Platz. Wohl wissend, dass die
    Sowjetunion ihr Einverständnis für die Freilassung von Hess aus dem Gefängnis
    nicht gibt, konnte Großbritannien den „guten Untersuchungsrichter“ spielen und
    immer erklären, dass es gegen eine Entlassung nichts hat. Dann begann die
    „Umgestaltung“, das „neue Denken“ gewann die Oberhand, und Gorbatschow, der
    von Geschichte und Politik überhaupt nichts verstand, erklärte seinen Freunden im
    Westen, dass er bereit ist, ihnen eine Freude zu bereiten und Hess zu entlassen. Für
    Gorbatschow war das eine Geste des guten Willens, d.h. noch ein Strich im Portrait
    des „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“. Aber London bereitete diese Kulanz
    eine große Menge an Sorgen. Da es keinerlei Vorwände mehr gab, den gefährlichen
    alten Mann im Gefängnis zu halten, mussten die Briten, um ein Informationsleck zu
    vermeiden, seinen Träger töten. Alle Beweise für die Ursachen des Todes von
    Rudolf Hess (das Häuschen im Garten, die Schnur, die Möbel und sogar das
    Kriegsverbrechergefängnis Spandau) wurden sofort nach seinem Ende beseitigt. Die
    Akten vom Fall „Hess“ wurden von der britischen Regierung mit dem Griff
    „Geheim!“ versehen – zunächst bis zum Jahr 2017. Warum? Was soll in den
    Protokollen seiner Verhöre stehen? Was versteckt Großbritannien, wenn es uns
    ständig davon überzeugt, dass es keinerlei Verhandlungen mit den Nazis gab? Im
    Gegenteil, die Dokumente müssen in allen Zeitungen veröffentlicht werden. Denn
    sie sind ein anschaulicher Beweis für den Fortschritt und die Demokratie des
    Nebligen Albion! Was für ein ausgezeichneter Anlass für die Propaganda: Wir, die
    Briten, haben alle Vorschläge des blutrünstigen Adolf Hitler kategorisch
    zurückgewiesen! Stattdessen diese Geheimniskrämerei. Ist das nicht völlig
    unlogisch? Nein, das ist völlig logisch. Weil es eine ABLEHNUNG nicht gab,
    sondern eine ZUSTIMMUNG – und das soll uns verheimlicht werden.
    … Als Hitler Stalin überfallen hat, wurde er eiskalt betrogen. Sofort, schon
    am ersten Tag! Am Abend des 22. Juni hat Churchill in seiner Rede beim
    Rundfunksender BBC folgendes erklärt: „Wir sind fest entschlossen, Hitler und jede
    Spur des Nazi-Regimes zu vernichten. Nichts kann uns davon abbringen. Nichts. …
    Deshalb werden wir Russland und dem russischen Volk jegliche Hilfe geben“ [596].
    Britische Hilfe im erforderlichen Umfang hat die UdSSR jedoch nicht
    erhalten. In den äußerst komplizierten ersten Monaten des faschistischen Überfalls
    hat uns Großbritannien nur mit guten Worten geholfen, aber nicht mit Waffen. Das
    ist verständlich, denn Russland und Deutschland sollten ausbluten. Aber dann
    würden in die Arena des Friedenskampfes die Sieger treten – die Angelsachsen.
    385
    Wenn wir als Kenner der britischen Manieren den Schriftwechsel zwischen London
    und Moskau nach dem Beginn des Großen Vaterländischen Krieges lesen, dann
    wundern wir uns nicht. Großbritannien bleibt sich immer treu!
    Telegramm des Botschafters der UdSSR in Großbritannien an das
    Volkskommissariat für Ausländische Angelegenheiten der UdSSR vom 27.
    August 1941:
    Gestern hatte ich ein ernsthaftes Gespräch mit Eden über die Frage der
    britischen Hilfe für die UdSSR. Ich nutzte die Gelegenheit und – erklärend,
    dass ich nur in meinem eigenen Namen spreche – sagte ihm ungefähr
    folgendes:
  2. Im Verlaufe von 10 Wochen führt die UdSSR ihren schwersten Kampf
    gegen die und nur sie überfallende deutsche Militärmaschinerie, die
    stärkste, welche die Welt je gesehen hat … Was hat im Verlaufe dieser
    ganzen Zeit, in der die UdSSR in den schwersten Kämpfe ihrer Geschichte
    alle ihre Kräfte konzentrierte und eingesetzt hat, England getan?
  3. Mitte Juli hat die Sowjetische Regierung der Britischen Regierung die
    Schaffung der zweiten Front im Westen vorgeschlagen. Jedoch aus
    verschiedenen Gründen, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte,
    wurde dieser Vorschlag von der Britischen Regierung abgelehnt. England
    eröffnet keine zweite Front und gibt uns in dieser Zeit auch keine
    Flugzeuge und Waffen in irgendeiner ernsthaften Menge.
    Selbstverständlich sind wir der Britischen Regierung für jene 200
    „Tomahawks“, die uns vor ungefähr zwei Monaten übergeben, aber bisher
    noch nicht an die UdSSR geliefert wurden, dankbar. Im Vergleich mit
    unseren Verlusten in der Luft … was bedeutet das schon? Oder noch ein
    Beispiel: Wir haben die Britische Regierung um große Bomben gebeten –
    der Minister für Luftfahrt war im Ergebnis langer Gespräche
    einverstanden, unsere Bitte zu erfüllen. Aber wie viele Bomben hat er uns
    gegeben? Sechs Bomben – nicht mehr und nicht weniger …
  4. Was erhalten wir noch von England? Eine Masse an Begeisterung
    anlässlich des Mutes und des Patriotismus unseres sowjetischen Volkes,
    anlässlich der ausgezeichneten Qualität der Roten Armee. Natürlich ist
    das sehr angenehm … aber auch sehr platonisch. Jedes Mal, wenn ich
    derartige Lobeshymnen höre, denke ich „Weniger Beifall, dafür aber mehr
    Jagdflugzeuge – das wäre besser“.
    … Tatsächlich ist festzustellen, das England im gegenwärtigen Moment
    weder unser Verbündeter im tödlichen Kampf gegen den deutschen
    Hitlerfaschismus ist noch ein mitfühlender Zuschauer [597].
    386
    Das ist eine äußerst bittere Anekdote. Wir helfen Euch. Wir haben Euch 6
    Bomben, 3 Maschinengewehre und 5 Pistolen geschickt. Die Waffen werden mit der
    britischen Seeflotte geliefert. Wann? Sobald das möglich ist. Aber vorläufig
    erlauben Sie uns, Ihnen unsere aufrichtige Bewunderung für den mutigen Kampf des
    sowjetischen Volkes zu zeigen.
    Was denken Sie, verehrter Leser, in welchem Moment wurden Großbritannien
    und die Sowjetunion offizielle Verbündete im Kampf gegen Hitler? Derjenige, der
    denkt am 22. Juni 1941, irrt sich gewaltig. Derjenige, der meint, dass nach der
    Unterzeichnung der Dokumente und der Erledigung möglicher Formalitäten nur
    einige Wochen vergehen, irrt sich genauso.
    Erst am 26. Mai 1942 wurde in London der Vertrag zwischen der UdSSR
    und Großbritannien über den gemeinsamen Kampf gegen Deutschland
    unterzeichnet! Ganze elf Monate gab es zwischen den „Verbündeten“ keinerlei
    Union! Großbritannien war überhaupt nicht verpflichtet uns zu helfen und konnte
    eine Hilfe jederzeit mit reinem Gewissen beenden. Der Grund für diese Verzögerung
    ist klar: Es wurde abgewartet, wie sich die Situation an der russisch-deutschen Front
    entwickelt. Als sie verstanden haben, dass Hitler den Krieg nicht gewinnt, haben sie
    den Vertrag unterschrieben. Aber bis zu diesem Zeitpunkt hielten sie die Türen für
    einen Dialog mit dem siegreichen Deutschen Reich offen. Deutsche töten Russen –
    das ist prachtvoll. Russen töten Deutsche – das ist ausgezeichnet. Es musste nur
    dafür gesorgt werden, dass bei jenen und bei den anderen alle Möglichkeiten waren,
    das zu tun. Deshalb gab es bis 1944 keine Bombenangriffe auf deutsche Fabriken
    für die Produktion von synthetischem Brennstoff und keine Angriffe auf die
    rumänische Erdölindustrie. Aber die Sowjetunion war in einer schwierigen Lage.
    Um zu kämpfen brauchte die UdSSR viele Waffen. Sie kamen auch mit dem LendLease-Abkommen. Bis zum 6. Juni 1944, als die Briten und Amerikaner in
    Frankreich landeten und die zweite Front eröffneten, haben Deutschland und
    Russland viele Millionen ihrer Bürger verloren. Stalin hat fast drei Jahre gebeten,
    gedrängt und gefordert, dass die zweite Front in Europa eröffnet wird. Mit allen nur
    denkbaren Gründen haben das Großbritannien und die USA abgelehnt. Nur als
    völlig klar war, dass die UdSSR auch allein das Deutsche Reich besiegen wird,
    erfolgte die Landung in der Normandie.
    Hat die Sowjetunion den Zweiten Weltkrieg verloren, wie es SuworowResun und seine Anhänger behaupten? Niemals! Auf keinen Fall! Der Krieg
    wurde in London vorbereitet und dann von Berlin mit dem Ziel unseres Untergangs
    geführt. Wir sollten das kollektive Opfer werden. Aber wir haben diesem
    mörderischen Angriff standgehalten und gesiegt. Über welche Niederlage ist
    überhaupt die Rede, wenn Russland-UdSSR, dass von der Karte der Welt
    verschwinden sollte, den Krieg in Berlin siegreich beendet hat? Wir haben gesiegt
    und den Sieg kann uns niemand nehmen!
    Ohne Zweifel gibt es noch Fragen, auf die es vorläufig keine Antwort gibt.
    387
    Wer Hitler gezwungen hat, die UdSSR zu überfallen, das wissen wir jetzt. Aber die
    Liste der Unklarheiten und Fragen ist damit nicht abgeschlossen:
  • Warum war Hitler, als er die Sowjetunion überfallen hat, von seinem Sieg
    so überzeugt?
  • Warum haben die deutschen Fabriken als sie sich auf den Krieg mit
    Russland vorbereitet haben, keine warmen Uniformen, Stiefel und
    Pelzsachen, sondern nur tropische Helme und kurze Hosen produziert?
  • Warum ging der Plan „Barbarossa“ von der Überzeugung aus, dass die Rote
    Armee nur unmittelbar an ihrer Grenze steht, wo sie schnell vernichtet und
    nicht in das weite sowjetische Territorium gelassen werden kann?
  • Warum zeigte Stalin keinerlei Anzeichen einer Beunruhigung, obwohl er
    unwiderlegbare Beweise für die Entfaltung der deutschen Armee an seiner
    Grenze hat?
  • Gegen wen wurden die deutschen Truppen an unserer Grenze konzentriert,
    wenn das Oberhaupt der Sowjetunion völlig ruhig ist und nicht an die
    Möglichkeit glaubt, dass Hitler ihn überfällt?
  • Und was brachte Stalin die deutsche „Junker.52“, die fünf Tage nachdem
    Hess nach Großbritannien flog, in den sowjetischen Luftraum eindrang und
    am 15. Mai 1941 in Moskau (unweit vom Dynamo-Stadion) landete?
    Die Antworten auf alle diese Fragen gibt es. Eine Fortsetzung dieses Buches
    ist vorgesehen.
    Der Autor dieses Buches ist Ihnen, verehrter Leser, für Reaktionen und
    Rezensionen dankbar. Seine E-Mail-Adresse lautet: nstarikov@bk.ru .
    388
    Literatur und Anmerkungen
    [1] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 420.
    [2] Jacobsen, H.-A. „1939 – 1945. Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg:
    Zwei Ansichten“ (russ.), Moskau 1995, Seite 17.
    [3] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 73.
    [4] Rauschning, H. „Es spricht Hitler“ (russ.), Moskau 1993, Seite 100.
    [5] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 105.
    [6] Z.B. wurden 100% der gesamten Lieferungen des Naturkautschuks ins Deutsche Reich
    erfolgten über die UdSSR. Es wurden auch andere Materialien gekauft, die das
    kriegsführende Deutschland auf dem Weltmarkt nicht selber kaufen konnte.
    [7] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 153.
    [8] Warnung des deutschen Ministers, Joachim von Ribbentrop bezüglich des Krieges gegen
    die Sowjetunion, 28. April 1941 (Zitat aus [5], Seiten 145 – 146).
    [9] Im Tagebuch des Generals Halder können wir z.B. lesen: „Die Belagerung Englands mit
    ausreichenden Kräften der Luftwaffe kann erst dann beginnen, wenn der Krieg im Osten
    im Wesentlichen beendet ist und unser Luftwaffe mit frischen Kräften verstärkt und
    ausgebaut worden ist“ (Niederschrift vom 13.09.1941, Quelle: aus [5], Seite 163).
    [10] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 3, Seite 23.
    [11] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 3, Seite 174.
    [12] Raginskij, M. Y. „Nürnberg: Vor dem Gericht der Geschichte“ (russ.), Moskau 1986, Seite
    108.
    [13] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 21.
    [14] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 92.
    [15] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seiten 25 – 26.
    [16] Heiden, K. „Der Weg der NSDAP. Der Führer und seine Partei“ (russ.), Moskau 2004,
    Seite 178.
    [17] Kershaw, . „Hitler“ (russ.), Rostow am Don 1997, Seite 64.
    [18] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 1, Seite 102.
    [19] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 182.
    [20] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 97 – 98.
    [21] Insgesamt gab es in der Weimarer Republik 38 Parteien.
    389
    [22] Rauschning, H. „Es spricht Hitler“ (russ.), Moskau 1993, Seite 107.
    [23] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 138.
    [24] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite …
    [25] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite ….
    [26] Heiden, K. „Der Weg der NSDAP. Der Führer und seine Partei“ (russ.), Moskau 2004,
    Seite 179.
    [27] Heiden, K. „Der Weg der NSDAP. Der Führer und seine Partei“ (russ.), Moskau 2004,
    Seite 181.
    [28] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 271.
    [29] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 1, Seite 102.
    [30] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 272.
    [31] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 271.
    [32] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seiten 271 – 272.
    [33] „Unabhängige Zeitung“ (russ.) vom 29.04.2005.
    [34] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 1, Seite 111.
    [35] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 23 – 24.
    [36] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 272.
    [37] Heiden, K. „Der Weg der NSDAP. Der Führer und seine Partei“ (russ.), Moskau 2004,
    Seite 178
    [38] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 43.
    [39] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 1, Seite 278.
    [40] Interessant ist, dass die Worte „Dolchstoß in den Rücken“, infolge dessen Deutschland den
    Krieg verloren hat, von dem britischen General Neill Malcolm, Leiter der britischen
    Militärmission in Deutschland, ausgesprochen wurden (siehe auch [20], Seite 148).
    [41] Heute kann niemand die Frage richtig beantworten, gegen wen im Ersten Weltkrieg die
    Entente – zu der auch Russland gehörte – kämpfte. Deshalb erinnern wir uns, dass
    Deutschland drei Verbündete hatte: Österreich-Ungarn, Türkei und Bulgarien.
    [42] Lloyd George „Kriegserinnerungen“ (russ.), Moskau 1938, Bd. 6, Seite 145.
    [43] Schazillo, W. „Der Erste Weltkrieg von 1914 – 1918“ (russ.), Moskau 2003, Seite 350.
    [44] „Weltgeschichte“ (russ.), Moskau 2001, Band 20, Seite 188.
    [45] Schazillo, W. „Der Erste Weltkrieg von 1914 – 1918“ (russ.), Moskau 2003, Seite 338.
    [46] „Der Erste Weltkrieg von 1914 – 1918“ (russ.), Moskau 1975, Seite 508.
    [47] „Wie wurde das deutsche Schwert geschmiedet“ (russ.), Moskau 2006, Seite 7.
    [48] Starikov, N. „1917. Keine Revolution, sondern Spezialoperation!“ (russ.), Moskau 2007.
    390
    [49] Starikov, N. „Wer hat Russland erschlagen“ (russ.), Moskau 2007.
    [50] Insgesamt 37 Jahre seines Lebens wohnte der Deutsche, Karl Marx, in London. Dort
    schrieb er sein Werk „Das Kapital“, dort ist er beerdigt. In dieser Stadt wurde die 1.
    Kommunistische Internationale gegründet. Sicher nicht zufällig. Schon ungefähr 200 Jahre
    finden alle antirussischen Kräfte ihr Asyl gerade in dieser Stadt. Die letzten Ereignisse im
    modernen Russland dürften dafür ein überzeugender Beweis sein.
    [51] Trotz einer klaren Dominanz der USA am Ende des 20. und Anfang des 21. Jahrhunderts
    ist der britische Spionagedienst MI-6 nach wie vor der stärkste Geheimdienst der Welt. Der
    berühmte Kinostar, James Bond, ist ein Mitarbeiter dieser Organisation und nicht der CIA.
    Alle unsere „Kämpfer für die Freiheit“, deren Tätigkeit nach Spionage riecht, flüchten
    ausgerechnet nach London und nicht nach Berlin oder Genf.
    [52] Nach dem Zweiten Weltkrieg hat die „progressive Menschheit“ Italien und Deutschland
    unter ihre Fittiche genommen. Dafür haben diese Länder ihre Souveränität geopfert. Auf
    dem Territorium von Deutschland sind nach wie vor Okkupationstruppen der USA
    stationiert.
    [53] Radio „Echo Moskaus“, 30.10.2007.
    [54] Aussagen über die Etappen der subversiven Tätigkeit des britischen Geheimdienstes in
    Russland finden im Buch von N. Starikov „Von den Dekabristen bis zu den Dschihadisten“
    (russ.), Sankt Petersburg 2008.
    [55] Stalin, I. W. „Gesammelte Werke“ (russ.), Moskau 1953, Bd. 9, Seite 25.
    [56] Die Rede ist nicht von der offenen Vorbereitung der Oktoberrevolution, sondern von den
    Aktivitäten hinter den Kulissen. Bis zum heutigen Tag gibt es keinen einzigen Beweis
    dafür, dass Stalin direkt oder indirekt mit den westlichen Geheimdiensten
    zusammengearbeitet hat. Gespräche über die Zusammenarbeit mit der russischen Ochrana
    (Geheimdienst im zaristischen Russland, Anm. d. Übers.) sind – obwohl nie bewiesen –
    eine völlig andere Sache. Bezüglich Josef Wissarionowitsch können wir sagen, er war ein
    „ehrlicher Revolutionär“. Soweit das Wort „ehrlich“ für diese Kategorie von Menschen
    überhaupt eine Bedeutung hat.
    [57] Staatliches russisches Wirtschaftsarchiv (RGAW), F. 4038, Op. 1, D. 31, Blatt 22 (Zitat
    aus dem „Neue historische Mitteilung“ (russ.), 2004, Nr.1).
    [58] „Neue historische Mitteilung“ (russ.), 2004, Nr.1.
    [59] Frolov, A. N. „Der gegenwärtige Zustand und die nächsten Perspektiven des Eisenbahntransports“, Journal „Ökonom“ (russ.), 1922, Nr.1, Seite 176.
    [60] „Geschichte der Kommunistischen Allunionspartei der Bolschewiken – Kurzfassung“
    (russ.), Moskau 1938, Seite 251.
    [61] Lenin, B. I. „Gesammelte Werke“ (russ.), Moskau 1967, Bd. 54, Seite 25.
    [62] Im Jahre 1924 entsprach ein Dollar 1 Rubel und 94 Kopeken. Zum Vergleich: Im Jahre
    1907 entsprach ein Dollar 2 Zarenrubel.
    391
    [63] Archiv der Russischen Revolution (russ.), Moskau 1991, Band 5 – 6, Seite 103.
    [64] Björkegren, H. „Skandinavischer Transit. Russische Revolutionäre in Skandinavien von
    1906 – 1917“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 425 – 427.
    [65] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seite 120.
    [66] Details über die Hilfe der „Verbündeten“ und die Gründe für die Niederlage der Weißen
    finden Sie in [49].
    [67] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 270.
    [68] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 44.
    [69] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 1, Seite 106.
    [70] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 27 – 28.
    [71] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 76.
    [72] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 221.
    [73] Heiden, K. „Der Weg der NSDAP. Der Führer und seine Partei“ (russ.), Moskau 2004,
    Seite 178
    [74] Die UdSSR wurde am 30. Dezember 1922 gegründet. Zu ihr gehören Russland, Ukraine,
    Weißrussland und die Kaukasische Republik.
    [75] Danilov, A. A.; Kosulina, L.G. „Die Geschichte Russlands“ (russ.), Moskau 1998, Seite
    235.
    [76] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 253.
    [77] Henri Deterding, Hauptaktionär der „Royal Dutch-Shell-Company“, schlug auf der
    Konferenz in Genua vor, ein Konsortium zu bilden, das alle Gas- und Ölkonzessionen
    Russlands erfasst. Weil das nicht gelang, begann er mit seinem Geld die noch junge Partei
    von Adolf Hitler zu unterstützen (siehe [73]).
    [78] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 261.
    [79] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 352.
    [80] Sadowaja, G. M. „Walter Rathenau: Weg nach Rapallo // Geschichte und Historiographie
    der ausländischen Welt in Personen“ (russ.), Samara 1999, Nr. 1, Seiten 121 – 139.
    [81] Ginzberg, L. M. „Joseph Wirth: sein Weg zum Kampf für Frieden und Zusammenarbeit
    zwischen den Völkern / Neue und allerneuste Geschichte“ (russ.), 1981, Nr. 1, Seiten 105
    – 124 und Nr.2, Seiten 102 – 121.
    [82] Das Ruhrgebiet hatte eine Ausdehnung von 90 x 45 km. Auf diesem kleinen Stück Land
    wurden 80% der deutschen Kohle gefördert und 80% des deutschen Guss und Stahls
    gewonnen. Dort befand sich auch das dichteste Eisenbahnnetz der Welt.
    [83] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 265.
    392
    [84] Im Ruhrgebiet wurden für Sabotageakte 400 Menschen hingerichtet, davon 300 von den
    deutschen Gerichten (siehe [65]).
    [85] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 33.
    [86] Sofort nach dem Hitler-Putsch (vom 8. bis 9. November 1923) trat am 23. November 1923
    der deutsche Kanzler, Gustav Stresemann, zurück.
    [87] Shirer, W. L. „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite
    38.
    [88] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 22.
    [89] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 36 und 62.
    [90] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 9 – 10.
    [91] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 51.
    [92] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 63.
    [93] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 50 – 51.
    [94] Heiden, K. „Der Weg der NSDAP. Der Führer und seine Partei“ (russ.), Moskau 2004,
    Seite 178
    [95] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 40.
    [96] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 51.
    [97] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 48.
    [98] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 39 und 55.
    [99] Martirosjan, A. „Wer brachte den Krieg in die UdSSR?“ (russ.), Moskau 2007, Seite 287.
    [100] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 44.
    [101] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 52.
    [102] Seward, D. „Napoleon und Hitler“ (russ.), Moskau 1995, Seite 579.
    [103] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 151.
    [104] Weil Hitler die stärkste Kraft der Nazis war, flog er ein Jahr vor seinem Machtantritt
    aufgeregt von einer deutschen Stadt in die andere. Für ihn wurde ein spezielles Flugzeug
    gemietet und Göppels erfand für ihn den ausgezeichneten Werbeslogan: Hitler über
    Deutschland!
    [105] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 200.
    [106] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 15.
    [107] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 15.
    [108] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 202.
    [109] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 259 – 261.
    393
    [110] Shirer, W. L. „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite
    39.
    [111] Es ist der 1. Februar 1924. An diesem Tag wurde die UdSSR von Großbritannien
    anerkannt.
    [112] Nachdem der „Patron“ die UdSSR anerkannt hatte, folgten ihm auch seine Satteliten:
    Italien am 7. Februar, Norwegen am 13. Februar, Österreich am 25. Februar, Griechenland
    am 8. März, Schweden am 15. März, Dänemark am 18. Juni, Albanien am 6. Juli, China
    am 19, Juli, Mexiko am 1. August und Frankreich am 28. Oktober 1924. Der letzte in dieser
    „Anerkennungsliste“ ist Japan – am 20. Januar 1925. Die USA haben die UdSSR erst 1933
    anerkannt.
    [113] Resun-Suworow beschuldigte Stalin und die UdSSR, dass sie dieser bestialischen
    Aggressivität gefolgt wären und erklärte auf dieser Grundlage den ganzen Mechanismus
    des Zweiten Weltkrieges. In Wirklichkeit verschwand dieser Mechanismus mit seinem
    Autor Trotzki und wurde von Stalin niemals wieder benutzt. Auf dem VII. Kongress der
    Komintern im Jahre 1935 wurde offiziell erklärt, dass eine Weltrevolution nicht mehr
    vorbereitet wird.
    [114] Stalin, I. B. „Gesammelte Werke“ (russ.), Moskau 1953, Bd. 9, Seite 37.
    [115] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 5.
    [116] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 119.
    [117] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 122.
    [118] Vom 12. November 1923 bis 20. Dezember 1924.
    [119] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 82.
    [120] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 82.
    [121] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 82.
    [122] Abramowitsch, I. L. „Erinnerungen und Ansichten“ (russ.), Moskau 2004, Bd. 1, Seite 99.
    [123] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 43.
    [124] Seward, D. „Napoleon und Hitler“ (russ.), Moskau 1995, Seite 83.
    [125] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 82.
    [126] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 82.
    [127] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 97.
    [128] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 140.
    [129] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 87.
    [130] Im Ergebnis der Wahlen am 20.05.1928 erhielten die Nazis 2,6% der Stimmen, am
    14.09.1930 waren es schon 18,3%.
    [131] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 88.
    394
    [132] Durch ein Gehaltszuschlag entschied Hitler 1931 das Problem mit der Berliner SA (siehe
    auch Im Ergebnis der Wahlen am 20.05.1928 erhielten die Nazis 2,6% der Stimmen, am
    14.09.1930 war
    [133] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 196.
    [134] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 1, Seite 199.
    [135] Der geächtete Trotzki wurde sehr operativ ausgewiesen: Der Beschluss wurde Ende Januar
    gefasst und schon am 10. Februar setzten sie ihn auf ein Schiff. Deshalb brauchte Rudolf
    Hess schon Anfang 1929 kein Geld mehr zu sammeln. Es vergehen 2 bis 3 Monate und die
    Notwendigkeit entfällt völlig. Ein Mangel an Geld spürt Hitler nicht mehr.
    [136] Das „Bulletin der Opposition“ erscheint im Verlaufe von 12 Jahren (vom Juli 1929 –
    August 1941). Erschienen sind insgesamt 87 Hefte in 65 Büchern.
    [137] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 105.
    [138] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 43.
    [139] In der Weimarer Republik gab es insgesamt nur drei Präsidenten: Friedrich Ebert (1919 –
    1925), Paul von Hindenburg (1925 – 1934) und Adolf Hitler (1934 – 1945). Wie schlecht
    das Verhältnis der Deutschen zu F. Ebert war, zeigt allein schon die Tatsache, dass sich
    während seiner Beerdigung der Kardinal Michael von Faulhaber, Erzbischof von München
    und Freisingen, weigerte, die Anweisung zu erteilen, die Glocken der Kirche zu läuten. Die
    Tatsache, dass F. Ebert Jude war, gab später Hitler den Anlass für eine antisemitische
    Agitation.
    [140] Ein neugewähltes Parlament des Reichstages arbeitete nur ein Tag und wurde am
    12.09.1932 aufgelöst.
    [141] So wie es die Verfassung forderte – einmal in zwei Jahren.
    [142] 19.01.1919; 06.06.1920; 04.05.1924; 07.12.1924; 20.05.1928; 14.09.1930; 31.07.1932;
    06.11.1932; 05.03.1933. Die Wahlen am 12.11.1933, bei der auf dem Wahlzettel nur Nazis
    standen, wurden bei dieser Aufzählung nicht zur Kenntnis genommen.
    [143] Zwei Präsidentenwahlen, zwei Reichstagswahlen und eine Wahl der örtlichen Parlamente
    (siehe Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 1, Seite 2).
    [144] Kershaw, J. „Hitler“ (russ.), Rostow am Don 1997, Seite 82.
    [145] G. Bauer (1919 – 1920); G. Müller (1920); K. Fehrenbach (1920 -1921); J. Wirth (1921 –
    1922) ; W. Kuno (1922 – 1923); G. Stresemann (1923); W. Marx (1923 – 1925); H. Luther
    (1925 – 1926); W. Marx (1926 – 1928); G. Müller (1928 – 1930); H. Brüning (1930 .
    1932); F. von Papen (1932); K. von Schleicher (1932 – 1933); A. Hitler (1933 – 1945).
    [146] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 2, Seite 276.
    [147] Die Nationalsozialisten nutzten als Wahlpropaganda erstmals Grammophonplatten mit
    Reden des Führers. Das ist auch ein offensichtlicher Beweis dafür, dass Hitler ein sehr
    großes Budget an Wahlgeldern zur Verfügung stand (siehe [150], Seite 130).
    [148] Schwarzes Hakenkreuz im weißen Kreis auf einem roten Fahnentuch.
    395
    [149] Nach der Zerschlagung Hitler-Deutschlands war natürlich ein Hakenkreuz auf der
    deutschen Staatsflagge nicht mehr zulässig. Deshalb wurde die Fahne der Weimarer
    Republik wieder als Staatsflagge gewählt. Sie ist es bis heute geblieben. Alle Zahlen der
    Wahl (siehe [151]).
    [150] Sogar als Hitler schon Reichskanzler war, der Reichstag schon brannte und die
    Repressalien schon eingeleitet wurden, haben die Nazis die Wahlen nicht gewonnen.
    [151] Am 1. März 1933 erhielten sie 43,9% der Wählerstimmen.
    [152] Die letzte Reichsregierung der Weimarer Republik war eine Koalition. Als der Termin der
    „Korrektur“ kam, haben sich die Koalitionspartner zerstritten. Das Kabinett wurde
    aufgelöst. (Sie, verehrter Leser, haben bestimmt schon erraten, dass am Sturz der letzten
    Reichsregierung die Sozialdemokraten schuld sind?).
    [153] Darüber liebt man nicht zu sprechen, aber die „machtlose“ britische Königin ist ebenfalls
    nicht verpflichtet den Führer der stärksten Partei als Premierminister zu ernennen. Sie kann
    jede beliebige Person auf diesen Posten setzen. Warum der konstitutionelle Monarch
    Großbritanniens diese und andere Rechte nicht weniger nutzt als ein absoluter Monarch,
    ist eine ganz andere Sache.
    [154] Die Manieren des zukünftigen Kanzlers waren sehr eigenartig. Weil er Süßigkeiten sehr
    liebte, konnte er vor den erstaunten Augen seiner Gesprächspartner, in aller Ruhe
    Staubzucker in einen teuren trockenen Wein schütten.
    [155] Am Beginn des Zweiten Weltkrieges, d.h. am 01.09.1939 hatte die deutsche Wehrmacht
    (früher Reichswehr) bereits einen Bestand von 4.233.000 Soldaten. Im Jahre 1933 waren
    es 100.000 Soldaten (siehe Martirosjan, A. „Wer brachte den Krieg in die UdSSR?“ (russ.),
    Moskau 2007, Seite 412).
    [156] Seward, D. „Napoleon und Hitler“ (russ.), Moskau 1995, Seite 152.
    [157] Picker, H. „Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier“ (russ.), Smolensk 1993, Seite
    54.
    [158] Picker, H. „Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier“ (russ.), Smolensk 1993, Seite
    55.
    [159] Darum kümmerten sich besonders darum, dass Hitler nach Verbüßung von ¼ seiner
    Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen wurde.
    [160] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seite 249.
    [161] Die Unabhängigkeit von Deutschland war in dieser Zeit genauso illusorisch wie z.B. heute
    von Irak. Die Regierung hat eine Fahne, sie hat eine Hymne, aber die Möglichkeit, eigene
    Entscheidungen zu treffen, hat sie nicht. Der Westen konnte in Deutschland machen was
    er wollte. Das Ergebnis ist bekannt: ständige Wahlen, vorzeitige Entlassung von Hitler aus
    dem Gefängnis und dann seine Ernennung zum Kanzler. Alle Ereignisse von 1918 bis 1933
    geschahen nicht nach dem Willen der Deutschen.
    [162] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seite 251.
    396
    [163] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seite 251.
    [164] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seiten 44 – 45.
    [165] „Wie wurde das deutsche Schwert geschmiedet“ (russ.), Moskau 2007, Seite 13
    (Industriepotential des Dritten Reiches).
    [166] „Wie wurde das deutsche Schwert geschmiedet“ (russ.), Moskau 2007, Seite 13
    (Industriepotential des Dritten Reiches).
    [167] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 35.
    [168] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 38.
    [169] „Militär-Historisches Journal“ (russ.), 1939, Nr. 6, Seiten 39 – 44, Nr. 7, Seiten 41 – 44,
    Nr. 8, Seiten 36 – 42.
    [170] Gorlov, S. A. „Streng geheim: Die Allianz Moskau – Berlin, 1920 – 1933“ (russ.), Moskau
    2001, Seite 220.
    [171] Pichalov, I. „Der große verlogene Krieg“ (russ.), Moskau 2005, Seite 25.
    [172] Sobolev, D. A., Chasanov, D. B. „Der deutsche Einfluss in der Geschichte der
    vaterländischen Flugtechnik“ (russ.), Moskau: Rusavia 2000, Seite 119.
    [173] Sobolev, D. A., Chasanov, D. B. „Der deutsche Einfluss in der Geschichte der
    vaterländischen Flugtechnik“ (russ.), Moskau: Rusavia 2000, Seite 119.
    [174] Pichalov, I. „Der große verlogene Krieg“ (russ.), Moskau 2005, Seiten 35 – 38.
    [175] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 37.
    [176] Schunkov, V. N. „Die Flügel des Dritten Reiches“ (russ.), Minsk 2004, Seite 3.
    [177] Schunkov, V. N. „Die Flügel des Dritten Reiches“ (russ.), Minsk 2004, Seite 206.
    [178] Schunkov, V. N. „Die Flügel des Dritten Reiches“ (russ.), Minsk 2004, Seite 205.
    [179] Schunkov, V. N. „Die Flügel des Dritten Reiches“ (russ.), Minsk 2004, Seite 106.
    [180] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seite 44.
    [181] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 57.
    [182] Schunkov, V. N. „Die Flügel des Dritten Reiches“ (russ.), Minsk 2004, Seite 294.
    [183] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 172.
    [184] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seite 332.
    [185] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seite 333.
    [186] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seite 333.
    [187] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 151.
    397
    [188] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seiten 47 – 48.
    [189] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 123.
    [190] In solch eine Situation gelangte nicht nur Hitler. V. I. Lenin beeindruckte seine Mitstreiter
    ebenfalls mit seiner „genialen“ Voraussicht von bestimmten Ereignissen. In Wirklichkeit
    wusste er einfach, dass A. F. Kerenski keinerlei Widerstand leisten wird. (Fakten und
    Details dieses Spiels siehe: N. Starikov „1917. Keine Revolution, sondern eine
    Spezialoperation!“).
    [191] Schmidt, P. „Übersetzer von Hitler“ (russ.), Smolensk 2001, Seite 10.
    [192] Schmidt, P. „Übersetzer von Hitler“ (russ.), Smolensk 2001, Seite 10.
    [193] Schmidt, P. „Übersetzer von Hitler“ (russ.), Smolensk 2001, Seite 23.
    [194] Der Vize Graf, Samuel John Gurney Hoare, war eine äußerst bedeutende Figur. Im Jahre
    1917 war er Resident des britischen Geheimdienstes und unternahm große Anstrengungen
    zur Organisation der Februar- und Oktoberrevolution. Im Jahre 1935 erfüllte er eine neue
    Aufgabe für seine Heimat – er half Adolf Hitler die militärische Stärke Deutschlands
    schnell wieder herzustellen. 1939 wurde er britischer Botschafter in Spanien. Über ihn
    wurden die Kontakte der Nationalsozialisten mit der westlichen Welt hergestellt. Im
    Zentrum dieser Ereignisse befand sich Samuel Hoare.
    [195] Schmidt, P. „Übersetzer von Hitler“ (russ.), Smolensk 2001, Seiten 46 – 47.
    [196] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 270.
    [197] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 270.
    [198] Cartier, R. „Geheimnisse des Krieges. Nach Nürnberg“ (russ.), Moskau 2005, Seite 38.
    [199] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 270.
    [200] Schmidt, P. „Übersetzer von Hitler“ (russ.), Smolensk 2001, Seite 52.
    [201] Cartier, R. „Geheimnisse des Krieges. Nach Nürnberg“ (russ.), Moskau 2005, Seite 39.
    [202] Schmidt, P. „Übersetzer von Hitler“ (russ.), Smolensk 2001, Seite 48.
    [203] Kershaw, I. „ Hitler“ (russ.), 1997, Seite 180.
    [204] Schmidt, P. „Übersetzer von Hitler“ (russ.), Smolensk 2001, Seite 48.
    [205] Im Jahre 1933 lebten in Deutschland 503 tausend Juden (Radiostation „Echo Moskau“ am
    10.04.2006).
    [206] Um die „Merkwürdigkeit“ der Wahl der Stadt Berlin für die Durchführung der
    Sommerolympiade zu verstehen, müssen wir uns an die aktuellen Ereignisse erinnern:
    Sotschi wurde zur Hauptstadt der Olympischen Winterspiele 2015 im Wettbewerb mit den
    zwei Städten Salzburg und Pyeongchang. Um die Durchführung der Olympischen
    Sommerspiele 1936 bewarben sich außer der Stadt Berlin noch 10 andere Städte. Es siegte
    die Hauptstadt von Deutschland.
    [207] Auch die Ergebnisse der Olympiade waren für Hitler ein Triumph. Als Kommando
    belegten die Sportler Deutschlands mit 89 Medaillen den 1. Platz, die USA – den zweiten
    Platz mit 56 Medaillen und Italien – den dritten Platz mit 22 Medaillen.
    398
    [208] Heute ist es irgendwie unangenehm, sich daran zu erinnern, dass das Anzünden des
    olympischen Feuers von einer Fackel erstmals auf der Olympiade in Berlin praktiziert
    wurde. Die Nazis liebten Fackelumzüge. Jetzt ist das Anzünden des olympischen Feuers
    mit einer Fackel schon eine Tradition.
    [209] Das Erstaunen über die Auswahl des Ortes der Olympiade im Jahre 1936 hat sich bei ihnen,
    verehrter Leser, sicher schon längst gelegt. Dann werden jetzt sicher erneut staunen, dass
    das MOK entschieden hat, die nächste Olympiade in … Tokio durchzuführen. Was ist
    daran seltsam: Russland ist ein großes Land und irgendjemand muss es doch von der
    asiatischen Flanke zerstören.
    [210] Heiden, K. „Der Weg der NSDAP. Der Führer und seine Partei“ (russ.), Moskau 2004,
    Seite 216.
    [211] Fest, J. „Hitler“ (russ.), Perm 1993, Bd. 1, Seite 255.
    [212] Natürlich hätte es keinerlei Skandal gegeben. Die Briten müssten eine neue Figur für die
    Rolle des künftigen Führers suchen. Hitler war interessant und zukunftsträchtig für
    diejenigen, die den „deutschen Faschismus“ ausgedacht haben und auch schaffen wollten.
    Für alle anderen existierte Hitler einfach nicht. In der Frühjahrsausgabe 1923 der
    Enzyklopädie „Brockhaus“ wird der deutsche Politiker verschwommen als „Georg Hitler“
    beschrieben. In einer einzigen Anmerkung in der Londoner Zeitung „Times“ in dieser Zeit
    (vor dem Bierputsch) wird der Führer als „Hintler“ bezeichnet (siehe [207]).
    [213] Das Verhalten vieler Persönlichkeiten und politischer Führer – vorausgesetzt sie werden
    als selbstständige Subjekte der Politik betrachtet – erweist sich als extrem dumm. Deshalb
    wurden die Sozialdemokraten in der UdSSR und von Stalin als soziale Verräter betrachtet.
    Den deutschen Kommunisten wurde verboten sich mit ihnen zu vereinigen.
    [214] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 98.
    [215] Hanfstaengl, E. „Hitler. Verlorene Jahre“ (russ.), Moskau 2007, Seite 190.
    [216] Um Schuschnigg aus dem Gleichgewicht zu bringen, verbot Hitler diesem Kettenraucher,
    der am Tag bis zu 60 Zigaretten rauchte, bewusst das Rauchen während der Verhandlungen
    (siehe auch [223], Seiten 289 – 290).
    [217] Artikel 80. Zitat aus [43], Seiten 395 – 396.
    [218] Artikel 88. Zitat aus [43], Seite 405.
    [219] Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges und der Herstellung eines „gerechten“ Friedens
    durch die Entente haben Österreich und auch Deutschland gewaltig gelitten. Hunger, Kälte,
    eine schreckliche Arbeitslosigkeit und eine galoppierende Inflation prägten den Alltag. Im
    Januar 1922 erhielt man für 100 Schweizer Franken 135.000 Kronen, im August 1922 –
    1,1 Mio. Kronen (Weltgeschichte, Moskau, 2001, Bd. 22, Seite 89).
    [220] 52% der finanziellen Mittel des Staatshaushaltes wurden im Jahre 1938 in Deutschland für
    die Rüstung ausgegeben, d.h. 17% des Bruttoinlandsproduktes (siehe [215], Seite 155). Im
    Vergleich: Die Rüstungsausgaben der Russischen Föderation dürfen 2,7% des
    Bruttoinlandsproduktes nicht überschreiten, erklärte V. V. Putin in einem Interview.
    399
    [221] Seinen Widerstand gegen die Pläne Hitlers musste Schuschnigg teuer bezahlen. Nach der
    Annexion von Österreich durch Deutschland wurde er von der Gestapo verhaftet und bis
    Mai 1945 in ein Konzentrationslager eingesperrt.
    [222] Die so genannte 2. Regierung mit dem Präsidenten Léon Blum.
    [223] Am 10. April 1938 kam in Frankreich eine neue Regierung mit dem Präsidenten Édouard
    Daladier an die Macht. Am 2. April wurde der Anschluss von den Briten anerkannt. Warum
    erfolgen alle diplomatischen Schritte der „unabhängigen“ demokratischen Länder Europas
    erst nach Abstimmung mit Großbritannien? Aber in unserer Zeit – immer nach
    Abstimmung mit Großbritannien und den USA?
    [224] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 122.
    [225] Linz – Heimatstadt von Hitler. In dieser Stadt ist er geboren und aufgewachsen.
    [226] Die so genannte „Achse Berlin – Rom“ wurde am 25. Oktober 1936 beim Besuch des
    Außenministers von Italien, Costanzo Ciano, in Deutschland vertraglich vereinbart. Japan
    schloss sich diesem italienisch-deutschen Vertrag erst am 11. Dezember 1940 an.
    [227] Nach wie vor gehört das von Deutschen besiedelte Süd-Tirol zum Land Italien.
    [228] Seward, D. „Napoleon und Hitler“ (russ.), Moskau 1995, Seite 208.
    [229] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seite 111.
    [230] Der Erdölexport von den USA nach Italien erhöhte sich im Jahre 1935 auf 140% im
    Vergleich zu den Vorjahren, aber in das italienische Afrika um mehr als das 10-fache (siehe
    [255], Seiten 111 – 112).
    [231] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seiten 44 – 45.
    [232] In Spanien werden 45% des Quecksilbers der ganzen Welt gewonnen und mehr als 50%
    des Pyrits. Außerdem ist dieses Land ein großer Exporteur von Eisenerz, Wolfram, Blei,
    Zink, Kalisalz, Silber und anderer Bodenschätze, die für die Rüstungsindustrie sehr wichtig
    sind. Die Kontrolle über die Quellen der strategischen Rohstoffe erlaubte Hitler sein
    wirtschaftliches Potential bedeutend zu stärken (Hinter den Kulissen der Politik der
    „Einmischung“, Moskau 1959, Seiten 22 – 23).
    [233] Thomas, H. „Der Spanische Bürgerkrieg“ (russ.), Moskau 2003, Seite 213.
    [234] „Neueste Nachrichten“ (russ.), 30. Oktober 1936.
    [235] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seite 34.
    [236] „Krieg und Revolution in Spanien. 1936 – 1939“ (russ.), Band 1, Seite 204.
    [237] Kusnezow, I. „Am Vorabend“ (russ.), Moskau 2003, Seiten 208 und 219.
    [238] „Krieg und Revolution in Spanien. 1936 – 1939“ (russ.), Band 1, Seite 200.
    [239] Hitler und Franco trafen sich im Jahre 1940 in Hendaye. Der „dankbare“ Franco sagte, er
    habe Siesta (Mittagspause) und ließ Hitler eine halbe Stunde warten. Später erklärte Hitler,
    er würde sich lieber 3 bis 4 Zähne rausreißen, als sich nochmals mit Caudillo (El Caudillo
    400
    de España bedeutet: „Führer von Spanien durch Gottes Gnade“, Anm. d. Übers.) zu treffen.
    Die Entsendung einer spanische Division „Freiwilliger“ (genannt die „Blauen“) an die
    Ostfront, das war das Einzige, was Hitler bei Franco erreicht hat.
    [240] Mit dem Dekret vom 4. August 1939 wurde Franco auf Lebzeiten zum obersten „Führer
    von Spanien durch Gottes Gnade“ ernannt. Im Jahre 1955 wurde Spanien in die UNO
    aufgenommen. Franco verzichtete auf seinen Posten als Premierminister, aber behielt
    seinen Titel als Chef der Regierung und Kommandierender der Armee. Er starb am 20.
    November 1975.
    [241] „Krieg und Revolution in Spanien. 1936 – 1939“ (russ.), Band 1, Seite 221.
    [242] Damit sich möglichst viele Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere wertvolle
    Kampferfahrungen aneignen, haben die Italiener und die Deutschen ständig ausgetauscht.
    Allein in der Zeit von 1936 bis 1939 haben auf der Seite der Putschisten mehr als 300.000
    ausländische Soldaten gekämpft (siehe [264], Seiten 203 – 203).
    [243] „Kriegsindustrie Kurier“ (russ.), 2006, Nr. 28, Seite 144.
    [244] Sudoplatov, P. „Sondereinsätze. Lubjanka und Kreml 1930 – 1950“ (russ.), Seite 117.
    [245] Am Vorabend des Bürgerkrieges exportierte Spanien 50% seiner Waren nach
    Großbritannien, aus diesem Land erhielt Spanien 17% seiner Importe (siehe [259], Seite
    199). Mit diesem großen Wirtschaftshebel konnten die Briten die Situation in Spanien stark
    beeinflussen. Was sie auch getan haben. Es begann der Bürgerkrieg …
    [246] Maiski, I. „Spanische Aufzeichnungen“ (russ.), Moskau 1962, Seite 139.
    [247] Kusnezow, I. „Am Vorabend“ (russ.), Moskau 2003, Seite 198.
    [248] Der spanische Bürgerkrieg, wie wahrscheinlich jeder beliebige Bürgerkrieg, war durch
    einer großen Anzahl von unwahrscheinlichen Grausamkeiten gekennzeichnet. Die
    Anhänger Francos erschossen Arbeiter und Kommunisten, ihre Gegner vernichteten
    Kirchen, töteten Mönche und vergewaltigten Nonnen. Franco war durch seine Aussage
    „berühmt“, dass kein einziges Gnadengesuch zu ihm kommen darf, bevor das Urteil nicht
    vollstreckt ist.
    [249] Auf französisches Territorium gelangten 10.000 Verwundete, 170.000 Flüchtlinge und
    ungefähr 250.000 republikanische Soldaten (siehe [259], Seite 626).
    [250] Maiski, I. „Spanische Aufzeichnungen“ (russ.), Moskau 1962, Seite 153.
    [251] Thomas, H. „Der Spanische Bürgerkrieg“ (russ.), Moskau 2003, Seiten 526 – 527.
    [252] Thomas, H. „Der Spanische Bürgerkrieg“ (russ.), Moskau 2003, Seite 115.
    [253] Am 7. November 1936 veröffentlichte die britische Zeitung „New Chronicle“ den Bericht
    des braven Kapitäns Bebb.
    [254] Thomas, H. „Der Spanische Bürgerkrieg“ (russ.), Moskau 2003, Seite 200.
    [255] Franco wusste ganz genau, wer der Herr auf unserem Planeten war. Als am 1. September
    1939 der Zweite Weltkrieg begann, bat Franco um einen Kredit für den Wiederaufbau
    seines Landes. Im September begann der Krieg zwischen Polen, Frankreich und
    Großbritannien auf der einen Seite und Deutschland auf der anderen Seite. Franco bat nicht
    seine „Freunde“ um Geld, sondern … Großbritannien (siehe [259], Seite 567).
    401
    [256] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 350 – 351.
    [257] Weiter Details siehe: Starikov, N. „1917. Wer erschlug Russland?“ (russ.), 2007.
    [258] „Weltgeschichte“ (russ.), Moskau 2001, Band 22, Seite 95.
    [259] Schellenberg, W. „Labyrinth“ (russ.), Moskau 1991, Seite 46.
    [260] Seward, D. „Napoleon und Hitler“ (russ.), Moskau 1995, Seite 210.
    [261] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seite 9.
    [262] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 150.
    [263] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 151.
    [264] Wie auf Bestellung erschienen in den „freien“ und „unabhängigen“ Zeitungen im Mai 1938
    pausenlos ähnliche Artikel. Am 6. Mai wurde in der „Daily Mail“ die Tschechoslowakei
    im Leitartikel als widerlicher Staat bezeichnet, dessen Bevölkerung ausschließlich aus
    Rassisten besteht und deren beleidigendes Verhältnis zu den deutschsprachigen Bürgern
    nicht länger geduldet werden kann (siehe [282], Seite 351).
    [265] Schellenberg, W. „Labyrinth“ (russ.), Moskau 1991, Seite 46.
    [266] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 295.
    [267] Am Höhepunkt der deutsch-tschechischen Krise versetzte die UdSSR ihre Armee in
    Alarmzustand und verlegte an die polnische Grenze 60 Infanterie Regimenter, 16
    Kavallerie Divisionen, 3 Panzereinheiten, 22 spezielle Panzerbataillone und 17
    Geschwader. In die Armee wurden 330.000 Reservisten gerufen, die Entlassung von
    mehreren zehntausend Soldaten aus dem Dienst wurde gestoppt. Um den Tschechen zu
    Hilfe zu kommen, musste polnisches Territorium durchquert werden (siehe [215], Seite
    196).
    [268] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 176.
    [269] Ribbentrop, I. „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Smolensk 1998, Bd. 1, Seite
    149.
    [270] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 150.
    [271] Ribbentrop, I. „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Smolensk 1998, Bd. 1, Seite
    149.
    [272] Schmidt, P. „Übersetzer von Hitler“ (russ.), Smolensk 2001, Seite 119.
    [273] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seite 190.
    [274] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seiten 206 – 207.
    [275] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 296.
    [276] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 151.
    [277] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 301.
    [278] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seite 199.
    402
    [279] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 201.
    [280] Speer, A. „Erinnerungen“ (russ.), Moskau 1997, Seite 169.
    [281] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 141.
    [282] Churchill schreibt über die Polen noch härter, als der Autor dieses Buches: „Mit der Gier
    von Hyänen nahmen sie an der Ausplünderung und Vernichtung des tschechoslowakischen Staates teil“ (siehe dort auf Seite 189).
    [283] Formell wurden Hitler die Reste der Tschechoslowakei, in denen sich auch die schöne Stadt
    Prag befand, mit dem Münchner Abkommen nicht übergeben. De facto wurden sie ihm
    schon übergeben. Details betrachten wir im nächsten Kapitel.
    [284] Ribbentrop, I. „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Smolensk 1998, Bd. 1, Seiten
    152 – 153.
    [285] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seite 221.
    [286] Rede des deutschen Reichskanzlers, Adolf Hitler, am Jahrestag des „Bierputsches“,
    München, 8. November 1942.
    [287] Schlusswort zum Rechenschaftsbericht des ZK der KPdSU(B) auf dem XVI. Parteitag
    (Zitat aus dem russ. Buch: Stalin, J. W., Werke, Seite 7).
    [288] Im Ergebnis des Vertrages von Versailles erhielt Polen einen schmalen Streifen
    („Korridor“), der das Territorium von Deutschland in zwei Teile trennte – in Ostpreußen
    und das übrige Deutschland. Damit erhielt Polen einen Zugang zur Ostsee. Die damalige
    Situation in Polen kann mit der gegenwärtigen Trennung der Stadt Kaliningrad vom
    Mutterland Russland durch Litauen beschrieben werden.
    [289] Martirosjan, A. „Wer brachte den Krieg in die UdSSR?“ (russ.), Moskau 2007, Seite 416.
    [290] „Weltgeschichte“ (russ.), Moskau 2001, Band 22, Seiten 309 – 313.
    [291] Ribbentrop, I. „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Smolensk 1998, Bd. 1, Seiten
    311 – 312.
    [292] „Weltgeschichte“ (russ.), Moskau 2001, Band 22, Seite 154.
    [293] Stalin, J. W., Gespräch mit dem Vorsitzenden der amerikanischen Zeitungsvereinigung
    „Scripps-Howard Newspaper“ am 1. März 1936 (Zitat aus [315], Seite 461).
    [294] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seiten 190 – 193.
    [295] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seite 223.
    [296] Beachten Sie, verehrter Leser, dass Hitler noch kein Quadratmeter der Ukrainischen
    Karpaten besaß, als der französische Botschafter in seinem Brief schon über die folgenden
    Schritte des Führers zur Entfaltung der deutschen Armee gegen Russland sprach. Für die
    Trennung der Ukraine von der UdSSR brauchte er die Gebiete von Polen und Rumänien.
    Über den Anschluss der Ukrainischen Karpaten an das Deutsche Reich ist im Brief von
    Robert Coulondre nicht die Rede. Warum? Weil diese Frage bereits abgestimmt und
    entschieden ist. Die Diplomaten von Frankreich und Großbritannien diskutieren bereits den
    nächsten Schritt von Hitler, der zur Entfaltung des deutsch-sowjetischen Konfliktes führen
    wird (siehe auch [320], Seite 222).
    403
    [297] Erste Versuche zur Fernsehübertragung wurden vom Moskauer Fernsehsender Shabolovka
    Anfang März 1938 mit der Übertragung des Kinofilms „Der große Bürger“ durchgeführt.
    Das war nur ein Test für die geplante Übertragung von Filmen, die mit dem Beginn des
    Parteitages regelmäßig gesendet werden sollten. Die Bevölkerung hatte in dieser Zeit noch
    keine Fernseher.
    [298] Stalin, J. W., „Fragen des Leninismus“ (russ.), 2. Ausgabe, Moskau 1946, Seite 569.
    [299] Stalin, J. W., „Fragen des Leninismus“ (russ.), 2. Ausgabe, Moskau 1946, Seite 570.
    [300] Stalin, J. W., „Fragen des Leninismus“ (russ.), 2. Ausgabe, Moskau 1946, Seiten 570 –
    571.
    [301] Stalin, J. W., „Fragen des Leninismus“ (russ.), 2. Ausgabe, Moskau 1946, Seite 571.
    [302] Stalin, J. W., „Fragen des Leninismus“ (russ.), 2. Ausgabe, Moskau 1946, Seite 572.
    [303] Stalin, J. W., „Fragen des Leninismus“ (russ.), 2. Ausgabe, Moskau 1946, Seite 572.
    [304] „Ihr Geheimrat“, Nr. 42 (271), 05.11.2007.
    [305] Die Dokumente der Naziführung, die den tschechischen Problemen gewidmet waren,
    beweisen die „geniale Voraussicht“ des Führers. Auf der Sitzung in Hitlers Reichskanzlei
    am 5. November 1937, d.h. ein Jahr vor der schäbigen Kapitulation der Tschechoslowakei,
    war dem Führer die Position des Westens in dieser Frage schon völlig klar. „Der Führer
    geht davon aus, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit folgendes angenommen werden kann:
    Großbritannien und damit auch Frankreich haben insgeheim die Tschechei bereits von ihrer
    Liste gestrichen und sich damit zufrieden geben, dass diese Frage von Deutschland
    endgültig gelöst wird.“ (siehe auch [2], Seite 81).
    [306] Sudoplatov, P. „Sondereinsätze. Lubjanka und Kreml 1930 – 1950“ (russ.), Seite 75.
    [307] Sudoplatov, P. „Sondereinsätze. Lubjanka und Kreml 1930 – 1950“ (russ.), Seite 77.
    [308] Martirosjan, A. „Wer brachte den Krieg in die UdSSR?“ (russ.), Moskau 2007, Seite 434.
    [309] Martirosjan, A. „Wer brachte den Krieg in die UdSSR?“ (russ.), Moskau 2007, Seite 434.
    [310] Gorlov, S. A. „Streng geheim: Die Allianz Moskau – Berlin, 1920 – 1933“ (russ.), Moskau
    2001, Seiten 296 – 297.
    [311] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seiten 44 – 45.
    [312] Martirosjan, A. „Wer brachte den Krieg in die UdSSR?“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 438
    – 439.
    [313] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seiten 229 – 230.
    [314] Beschluss des Politbüros des ZK der WKP(B) vom 21. Januar 1939 für Nr. 67/187 (Zitat
    aus Besymenski, L. A., „Hitler und Stalin vor ihrem Zweikampf“ (russ.), Moskau 2000,
    Seite 184). In Deutschland erschien das Buch von Besymenski, L. A. unter dem Titel
    „Stalin und Hitler. Das Pokerspiel der Diktatoren“ im Jahre 2002 (Anm. d. Übers.)!!!
    [315] Als „böhmischen Gefreiten“ bezeichnete der deutsche Präsident, Paul von Hindenburg,
    Adolf Hitler. Er hat dem Führer der Nationalsozialisten seinen Segen für den „Zarenthron“
    404
    gegeben. Adolf Hitler wurde in Österreich geboren. Das tschechische Gebiet Böhmen war
    ein Teil des Österreich-Ungarischen-Imperiums. Irgendjemand hat Hindenburg gesagt,
    Hitler sei in Böhmen geboren. Obwohl das nicht richtig war, bezeichnete er Hitler, den er
    nicht besonders liebte, auch weiterhin als „böhmischen Gefreiten“.
    [316] Nach der Übergabe der Ukrainischen Karpaten an Ungarn bei der „ersten“ Teilung der
    Tschechoslowakei im Jahre 1938 gemeinsam mit den Städten Ushgorod und Mukachevo
    wurde die (vorläufig) noch in der Tschechoslowakei verbleibende Stadt Chust der Karpaten
    zur Hauptstadt ernannt.
    [317] Melnikov, D.; Tschernaja, N. „Der Verbrecher Nr. 1“ (russ.), Moskau 1982, Seite 304.
    [318] Deutsche Bezeichnung für die Ukrainischen Karpaten.
    [319] Eine derartige politische Kleinigkeit, wie die Ukrainischen Karpaten, brauchte man
    eigentlich überhaupt nicht zu erwähnen. Keine Abspaltung der Slowakei – keine
    Abspaltung ihres kleinen Gebietes.
    [320] Da Adolf Hitler die getroffenen Vereinbarungen verletzte, blieben die tatsächlich
    getroffenen Absprachen geheim. Vielleicht sollte die Slowakei ein unabhängiger Staat
    bleiben und nur die Ukrainischen Karpaten mit Deutschland vereint werden? Aus
    militärischer Sicht (Entfaltung der Armee) war jedoch die bessere Variante, die ganze
    Slowakei.
    [321] Auf den aktuellen Karten ist die Situation in den Jahren 1938 – 1939 schlecht zu erkennen.
    Nach dem Zweiten Weltkrieg hat die UdSSR die Lage der Länder „ein wenig korrigiert“.
    Heute grenzt die Slowakei direkt an der Ukraine.
    [322] Shirer, W. L. „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite
    322.
    [323] Noch eine kleine Geschichte „über die Schokolade“. In einem der besten Zimmer des
    Hotels wartete die Tochter des tschechoslowakischen Präsidenten auf das persönliche
    Geschenk des Führers – eine große Schachtel mit Schokolade. Der Süßigkeiten liebende
    Hitler betrachtete sie als das beste Geschenk.
    [324] Ribbentrop, I. „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Smolensk 1998, Bd. 1, Seite
    158.
    [325] Zitat aus dem Buch Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite
  1. So ganz nebenbei sei angemerkt, dass Adolf Hitler in diesem Fall keinerlei
    Bescheidenheit gezeigt hat. Er wiederholte nur die Schlagzeilen einer britischen Zeitung,
    die ihren Premierminister Chamberlain zitierte. Er bezeichnete den Führer „als größten
    Deutschen unserer Epoche“ (siehe auch [339], Seite 348).
    [326] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 219.
    [327] Shirer, W. L. „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite
    325.
    [328] „Am frühen Morgen des schicksalhaften 15. März 1939 …“ – das ist eine typische
    Bewertung (Zitat aus [298], Seite 119).
    [329] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seiten 212 – 213.
    405
    [330] Die Ukrainischen Karpaten sind in Wirklichkeit Russische Karpaten. Die Frage, besteht
    die Bevölkerung in diesem Gebiet aus Ukrainern oder Russen, ist bis heute nicht geklärt.
    In der heutigen „demokratischen“ Ukraine wird z.B. die Existenz solcher Nationalitäten,
    wie Russen, grundsätzlich verneint.
    [331] Die Ukrainischen Karpaten sind in Wirklichkeit Russische Karpaten. Die Frage, besteht
    die Bevölkerung in diesem Gebiet aus Ukrainern oder Russen, ist bis heute nicht geklärt.
    In der heutigen „demokratischen“ Ukraine wird z.B. die Existenz solcher Nationalitäten,
    wie Russen, grundsätzlich verneint.
    [332] Das Verbot jeglicher Parteitätigkeit in den Ukrainischen Karpaten zeigt, nach wessen
    Methode die Führung handelt. Als Erstes verboten sie die Kommunisten („die Hand
    Moskaus“) und die Sozialdemokraten („die Hand des Westens“).
    [333] „Kiewer Telegraph“, Nr. 234.
    [334] Allukrainische Zeitung „Der Tag“, Nr. 69 vom 16.04.1999.
    [335] Tschuev, S. G. „Verdammte Soldaten. Verräter auf der Seite des III. Reiches“ (russ.),
    Moskau 2004, Seite 328.
    [336] Tschuev, S. G. „Verdammte Soldaten . Verräter auf der Seite des III. Reiches“ (russ.),
    Moskau 2004, Seite 331.
    [337] Ribbentrop, I. „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Smolensk 1998, Bd. 1, Seite
    160.
    [338] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seite 69.
    [339] Shirer, W. L. „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seiten
    328 – 329.
    [340] Shirer, W. L. „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seiten
    328 – 329.
    [341] Ribbentrop, I. „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Smolensk 1998, Bd. 1, Seite
    160.
    [342] Schmidt, P. „Übersetzer von Hitler“ (russ.), Smolensk 2001, Seiten 171 – 172.
    [343] Dokumente und Material über den Vorabend des Zweiten Weltkrieges“ (russ.), Moskau
    1981, Band 2, Seiten 49 – 50.
    [344] Eine andere Bezeichnung für Memel – Klaipéda.
    [345] Shirer, W. L. „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seiten
    337 – 338.
    [346] Shirer, W. L. „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite
    338.
    [347] Sipols, V. J. „Diplomatischer Kampf am Vorabend des Zweiten Weltkrieges“, Moskau
    1979, Internationale Beziehungen, Seite 226.
    [348] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 219.
    406
    [349] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seite 355.
    [350] Dönitz, K. „Die Unterseeflotte des Reiches“ (russ.), Smolensk 1999, Seite 38.
    [351] „Der verlängerte Blitzkrieg. Deutsche Generäle über den Krieg in Russland (russ.), Moskau
    2006, Seite 292.
    [352] Chester Nimitz; Edward Potter „Seekrieg. 1939 – 1945“ (russ.), Smolensk 1999, Seite 11.
    [353] Kershaw, I. „Hitler 1936 – 1945“ (russ.), Smolensk 1999, Seite 11.
    [354] Kershaw, I. „Hitler 1936 – 1945“ (russ.), Smolensk 1999, Seite 218.
    [355] Journal „Time“ vom 02.01.1939 (Zitat aus dem Buch von Martirosjan, A. „Wer brachte
    den Krieg in die UdSSR?“ (russ.) , Seite 400.
    [356] „Der verlängerte Blitzkrieg. Deutsche Generäle über den Krieg in Russland (russ.), Moskau
    2006, Seite 296.
    [357] Alle Angaben über die von den Deutschen versenkten Schiffe finden Sie in
    Dönitz, K. „Die Unterseeflotte des Reiches“ (russ.), Smolensk 1999, Seiten 443 – 444.
    [358] Donitz, K. „Die Unterseeflotte des Reiches“ (russ.), Smolensk 1999, Seiten 32 – 33.
    [359] Donitz, K. „Die Unterseeflotte des Reiches“ (russ.), Smolensk 1999, Seite 443.
    [360] Siehe z.B. Donitz, K. „Die Unterseeflotte des Reiches“ (russ.), Smolensk 1999, Seiten 38
    – 39 und Kusnezov, I. „Am Vorabend“ (russ.), Moskau 2003, Seite 390.
    [361] Italien hat tatsächlich bis zum Sommer 1940 nicht gekämpft. Einige Tage vor der
    Kapitulation von Frankreich ist es in den Krieg eingetreten. Die ganze Last des Zweiten
    Weltkrieges hat Deutschland allein getragen. Wird so ein Angriffskrieg vorbereitet?
    [362] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seiten 341 – 342.
    [363] Im Ergebnis der Vereinbarung zwischen Preußen, Österreich-Ungarn und Russland fand
    im Jahre 1795 die so genannte dritte Teilung Polens statt. Im Ergebnis wurde das
    Territorium von Polen unter den drei Teilnehmern des Vertrages aufgeteilt. In den Verbund
    des Russischen Imperiums gelangten Teile des Baltikums, westliche Gebiete von
    Weißrussland und zentrale Gebiete von Polen. Der polnische Staat erschien erstmals
    wieder auf der Karte Europas nach dem Ersten Weltkrieg.
    [364] Eine mystische Zahl: Deutschland unterschrieb das Dokument über die eigene Niederlage
    im Ersten Weltkrieg (Waffenstillstand von Compiègne) am 11. 11. 1918 um 11:00 Uhr.
    Geschah das rein zufällig?
    [365] Tschernov, V. M. „Vor dem Sturm. Erinnerungen. Memoiren“ (russ.) , Minsk 2004, Seiten
    294 – 295.
    [366] Bürgerkrieg und Interventionskrieg in der UdSSR (russ.), Enzyklopädie, Moskau 1987,
    Seiten 556 – 557.
    [367] Weil diese Armee von General Galler kommandiert wurde, nannte man seine Soldaten –
    die Gallacher.
    407
    [368] Meltjuchov, M. I. „Der sowjetisch-polnische Krieg. Militär-politischer Widerstand 1918 –
    1938“ (russ.), Moskau 2001, Seite 38.
    [369] Wenn Sie in Kiew sind, stellen Sie dem Stadtführer nur zwei Fragen: Wie oft wechselte
    während des Bürgerkrieges die Macht in Kiew? Welche dieser „Macht“ war bei ihren
    Bürgern besonders verhasst? Die Antwort auf die erste Frage kennt nicht jeder Ukrainer,
    aber auf die zweite Frage antwortet Ihnen jeder – die Polen.
    [370] Staatliches Archiv der Russischen Föderation, F. 1318, Op. 24, L. 4.
    [371] Trotzki, L. D. „Probleme der proletarischen Revolution. Kommunistische Internationale //
    Werke“ (russ.), Moskau-Leningrad 1926, Band 13, Verweis 119.
    [372] Matweew, G. F. „Nochmals über die Anzahl der Rotarmisten in polnischer Gefangenschaft
    in den Jahren 1919 – 1920“ (russ.), Neue und neuste Geschichte, 2006, Nr. 3.
    [373] Pospellow, P. I. „Die Polen erwarten von uns Buße für die Okkupation. Aber wir erwarten
    von ihnen Buße für die Lager in Strzalkovo und Tuchola (russ.), „Unabhängige Zeitung“,
    10.04.2007.
    [374] Es gab bei den Polen auch Unterschiede: Gefangene Rotarmisten mit deutscher Nationalität
    wurden an Ort und Stelle sofort erschossen.
    [375] „Unabhängige Zeitung“, 10.04.2007.
    [376] Iwanow, J. , Die Tragödie der polnischen Gefangenschaft (russ.), „Unabhängige Zeitung“,
    Nr. 127 (1698) vom 16.07.1998.
    [377] Veröffentlicht auf der Internetseite inosmi.ru am 28. September 2005 (russ.).
    [378] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 395.
    [379] „Letztendlich ist es schwierig festzustellen, wo unsere Propaganda endet und wo die
    Spionage beginnt“, sagte Joseph Goebbels (siehe Riss, K. „Die totale Spionage“ (russ.),
    Moskau 1945, Militärverlag, Seiten 107 – 108).
    [380] Diese und viele andere Zitate aus dem Interview von Professor Wieczorkiewicz finden Sie
    in der Zeitung „Rzeczpospolita“ vom 28. September 2005 (siehe Internetseite inosmi.ru).
    [381] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 209.
    [382] In ihren politischen Handlungen dieser Zeit kopierten die europäischen Länder die
    Entscheidungen der führenden Mächte – in erster Linie von Großbritannien, Frankreich
    und den USA. Weil die Juden von den Supermächten nicht aufgenommen wurden,
    handelten die „kleinen Mächte“ genauso.
    [383] Fintuschal, M., „Ermordung des Diplomaten Ernst Eduard vom Rath – Attentat oder eine
    Provokation“ (russ.), Monatliches internationales jüdisches Journal, 21.11.2005.
    [384] Eine typische Erklärung eines angesehenen westlichen Historikers über die Gründe des
    Attentates, das letztendlich zur „Kristallnacht“ führte: „Das war ein verzweifelter Akt des
    Protestes gegen die plötzliche Deportation seiner Eltern und noch 50 tausend polnischer
    Juden durch die Gestapo zurück nach Polen“ (Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.),
    Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 205). Das ist alles! Warum die Gestapo „plötzlich“ die Juden
    nach Polen deportiert hat, darüber schreiben die westlichen Historiker nicht gern.
    408
    [385] Fintuschal, M., „Ermordung des Diplomaten Ernst Eduard vom Rath – Attentat oder eine
    Provokation“ (russ.), Monatliches internationales jüdisches Journal, 21.11.2005.
    [386] Die Rede ist von dem berühmten Überfall auf die Radiostation in der kleinen deutschen
    Grenzstadt Gleiwitz. Eine Gruppe von SS-Leuten in polnischer Uniform überfiel die
    Radiostation, organisierte einen Schusswechsel und wandte sich in polnischer und
    deutscher Sprache über den Sender mit dem Aufruf „Hoch lebe Polen!“ an die
    Bevölkerung. Das von den „Polen“ besetzte Gebäude wurde von anderen SS-Leuten
    befreit. Zurück blieb ein vorab getöteter Gefangener in polnischer Uniform.
    [387] Botschafter von Polen in Deutschland.
    [388] Zeitung „Rzeczpospolita“ (russ.) vom 28. September 2005 (siehe Internetseite inosmi.ru).
    [389] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 217.
    [390] Zitat aus dem Buch: Jahr der Krise, 1938 – 1939: Dokumente und Informationen (russ.),
    Moskau 1990, Bd. 1, Seite 162.
    [391] Polnisch-deutscher Nichtangriffspakt von 1934.
    [392] Sogar in dieser Frage sind die Historiker unaufrichtig, weil sie dem Leser nicht das
    Wesentliche der deutschen Vorschläge erklären. Danzig gehörte nicht zu Polen, es wurde
    von einer „Internationalen Gesellschaft“ geführt. Von den Polen wurde nur ihr
    Einverständnis gefordert, damit sich die „unabhängige Stadt“ Danzig mit Deutschland
    vereinigen kann.
    [393] Joachim von Ribbentrop, „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Seiten 164 – 168.
    [394] Joachim von Ribbentrop, „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Seiten 168 – 169.
    [395] Joachim von Ribbentrop, „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Seite 169.
    [396] Joachim von Ribbentrop, „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Seite 169.
    [397] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 38.
    [398] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 63.
    [399] Nürnberger Prozess (russ.), Band 1, Moskau 1955, Seite 343.
    [400] Die UdSSR im Kampf für Frieden am Vorabend des Zweiten Weltkrieges (September 1938
    – August 1939), Russ. Dokumente und Informationen, Moskau 1971, Seite 290.
    [401] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 155.
    [402] Am 13. April 1939 wurde Hitler trotz der Garantien, die Rumänien gegeben hatte, der
    Ölhahn zugedreht. Ohne Öl kann man keinen Krieg führen: Sobald du auf Rumänien Druck
    ausübst, hast du mindestens Krieg gegen Großbritannien, Frankreich, Polen und mit
    Rumänien auch. Was tun? Es gibt nur einen Ausweg. Den Kopf zurück in das britische
    „Hundehalsband“ zwängen und die UdSSR überfallen! (siehe Bullock, A. „Hitler und
    Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 224).
    [403] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seite 108.
    [404] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 65.
    409
    [405] Genau im Westen von der UdSSR befindet sich Polen. Gib Stalin die Verpflichtung, die
    „westlichen Nachbarn“ zu unterstützen – d.h. die Polen – schon ist der Vorwand für einen
    Krieg gegen Deutschland vorhanden.
    [406] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 65.
    [407] Wolkov, F. D. „Hinter den Kulissen des Zweiten Weltkrieges“ (russ.), Moskau 1985,
    Seiten 256 – 257.
    [408] Großbritannien hat den Vertrag nicht ratifiziert und verzögerte das bis zur letzten
    Möglichkeit. Am 25. August 1939 tat London das, was es schon im April machen sollte.
    Der Grund: Am 23. August wurde in Moskau der Molotow – Ribbentrop – Pakt
    unterschrieben. Andernfalls hätten Großbritannien und Frankreich ihre Verträge mit Polen
    niemals ratifiziert.
    [409] Die Paraphierung eines internationalen Vertrages – das ist die Bestätigung seiner
    Authentizität (Konformität) des Vertragstextes in jeder Sprache durch die Abzeichnung der
    Bevollmächtigten der Vertragsstaaten. Nichts mehr und nichts weniger. Das ist keine
    Ratifizierung des Vertrages, das ist die Verpflichtung ihn zu erfüllen.
    [410] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 67.
    [411] In der Zeit, in der jede Putzfrau eines Bahnhofrestaurants für den „Kontakt“ mit einem
    Ausländer aus einem vorbeifahrenden Zug zwanzig Jahre Gefängnis erhalten konnte, hatte
    der Außenminister der UdSSR eine ausländische Ehefrau. Sie werden mir zustimmen, das
    ist eine äußerst merkwürdige Tatsache.
    [412] Zitat aus dem Buch: „Veröffentlichung nicht vorgesehen: UdSSR – Deutschland. 1939 –
    1941: russ. Dokumente und Informationen / von J. Felschtinski, Moskau 1991.
    [413] Russ. Tageszeitung „Iswestija“ Nr. 228 vom 15.08.1989.
    [414] Erinnern wir uns an die deutschen Generäle, die im Herbst 1938 während des Münchner
    Abkommens den Briten vorgeschlagen haben, Hitler zu beseitigen. Im Herbst 1939 waren
    diese Herren alle noch hochgestellte deutsche Offiziere, die mit Großbritannien nicht
    kämpfen wollten und die Briten mit Informationen versorgten. Der bekannte Chef der
    deutschen Abwehr, Admiral Kanaris, wurde 1945 von den Nazis hingerichtet … für die
    Zusammenarbeit mit dem britischen Geheimdienst. Am Vorabend des Überfalls auf Polen
    übergab er über den Gesandten der deutschen Botschaft in London, Theodor Kordt,
    Einzelheiten der Angriffspläne an die Briten (Falin, V. „Die zweite Front.
    Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau 2000, Seite 105).
    [415] Der Besitz einer schriftlichen Bevollmächtigung – das ist keine einfache Formalität. Nicht
    umsonst überreichen die Botschafter eines beliebigen Landes dem Präsidenten ihr
    Beglaubigungsschreiben (schriftliche Vollmacht). Das Fehlen einer schriftlichen
    Bevollmächtigung – das ist wie das Fehlen eines Führerscheines oder eines
    Personalausweises bei einem Notarbesuch. Sie können unverrichteter Dinge sofort wieder
    gehen.
    [416] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seite 13.
    [417] Besymenski, L. A. „Sonderakte „Barbarossa“: Dokumente, Darstellung, Deutung, (russ.),
    Moskau 1978, Seite 67.
    410
    [418] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seite 88.
    [419] Dokumente und Material über den Vorabend des Zweiten Weltkrieges“ (russ.), Moskau
    1981, Band 2, Seite 247.
    [420] Besymenski, L. A. „Sonderakte „Barbarossa“: Dokumente, Darstellung, Deutung, (russ.),
    Moskau 1978, Seite 64.
    [421] Während der Verhandlungen mit Frankreich wurde erklärt, dass es 110 Divisionen gegen
    Deutschland aufstellen kann, UdSSR – 120 und Großbritannien – 6 (Kusnezow, I. „Am
    Vorabend“ (russ.), Moskau 2003, Seite 304).
    [422] Dokumente und Material über den Vorabend des Zweiten Weltkrieges“ (russ.), Moskau
    1981, Band 2, Seiten 224 – 229.
    [423] Dokumente und Material über den Vorabend des Zweiten Weltkrieges“ (russ.), Moskau
    1981, Band 2, Seiten 224 – 229.
    [424] Dokumente und Material über den Vorabend des Zweiten Weltkrieges“ (russ.), Moskau
    1981, Band 2, Seiten 230 – 239.
    [425] Dokumente und Material über den Vorabend des Zweiten Weltkrieges“ (russ.), Moskau
    1981, Band 2, Seite 239.
    [426] „Brief des Sekretärs des ZK der Kommunistischen Allunionspartei I. W. Stalin an den
    Reichskanzler Deutschlands, A. Hitler“, AWP UdSSR, F. 0745, Op. 14, P. 32, D. 3, L. 65.
    [427] Die Tatsache, dass London und Paris sofort über den bevorstehenden Besuch von
    Ribbentrop in Kenntnis gesetzt wurde und deshalb versuchten ihre Position in den
    Moskauer Verhandlungen zu ändern, können wir in dem Telegramm des sowjetischen
    Botschafters, Iwan Maiski, lesen: „Die am späten Abend (21:00 Uhr) eingetroffene
    Mitteilung über den bevorstehenden Flug von Ribbentrop nach Moskau zu den
    Verhandlungen über den Nichtangriffspakt hat hier für größte Aufregung in den politischen
    und Regierungskreisen gesorgt. Sie hat sowohl Bewunderung und Verunsicherung, als
    auch Verärgerung und Angst hervorgerufen. Heute Morgen herrschte bereits panische
    Stimmung“ (Zitat aus: Die UdSSR im Kampf für Frieden am Vorabend des Zweiten
    Weltkrieges (September 1938 – August 1939), Russ. Dokumente und Informationen,
    Moskau 1971, Seite 631).
    [428] Die UdSSR im Kampf für Frieden am Vorabend des Zweiten Weltkrieges (September 1938
    – August 1939), Russ. Dokumente und Informationen, Moskau 1971, Seite 635.
    [429] Die UdSSR im Kampf für Frieden am Vorabend des Zweiten Weltkrieges (September 1938
    – August 1939), Russ. Dokumente und Informationen, Moskau 1971, Seite 636.
    [430] Die UdSSR im Kampf für Frieden am Vorabend des Zweiten Weltkrieges (September 1938
    – August 1939), Russ. Dokumente und Informationen, Moskau 1971, Seite 635.
    [431] Rede des Reichskanzlers Adolf Hitler am Jahrestag des „Bierputsches“, München, 8.
    November 1942.
    [432] Am 11. Mai 1939 erklärte der polnische Botschafter in Moskau, Wadaw Grzybowski:
    „Polen betrachtet den Abschluss eines Paktes über die gegenseitige Hilfe mit der UdSSR
    411
    als unmöglich“. Diese Position von Warschau hat sich bis zum Überfall von Hitler auf
    Polen nicht geändert.
    [433] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seite 301.
    [434] Die Deutschen waren der Auffassung, dass die Polen schon nach fünf Kriegstagen (am 5.
    September 1939) völlig geschlagen waren. An diesem Tag fand bei General Halder eine
    Besprechung mit den Generälen von Brauchitsch und von Bock statt. Nach einer Analyse
    der Situation am 5. Tag des Krieges stellten sie gemeinsam fest, dass der „Gegner
    geschlagen ist“. General Halder machte darüber eine Notiz in seinem Tagebuch.
    [435] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 65.
    [436] Isserson, G. S. „Neue Formen des Kampfes“ (russ.), Moskau 1940, Seiten 29 – 30.
    [437] Zeitung „Rzeczpospolita“ vom 28. September 2005.
    [438] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 97.
    [439] Isserson, G. S. „Neue Formen des Kampfes“ (russ.), Moskau 1940, Seite 34.
    [440] Isserson, G. S. „Neue Formen des Kampfes“ (russ.), Moskau 1940, Seiten 33 – 34.
    [441] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 1, Seite 199.
    [442] Isserson, G. S. „Neue Formen des Kampfes“ (russ.), Moskau 1940, Seite 34.
    [443] „Von den geforderten Waffenreserven für vier Monate waren nur ca. 25% vorhanden; die
    Munition für Flugabwehrgeschütze und die Bomben reichten nur für drei Monate … die
    Brennstoffreserven reichten nur für vier Kriegsmonate“, lesen wir in dem Buch des
    deutschen Historikers Hans-Adolf Jacobsen (siehe auch [2] , Seite 11).
    [444] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 97.
    [445] Besymenski, L. A. „Sonderakte „Barbarossa“: Dokumente, Darstellung, Deutung, (russ.),
    Moskau 1978, Seite 159.
    [446] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 67.
    [447] „Gau“ war die Bezeichnung für eine landschaftlich geschlossene und von naturräumlichen
    Grenzen bestimmte politische Siedlungsgemeinschaft der Germanen. So bezeichnete Hitler
    die administrativen Gebietsverwaltungen im Dritten Deutschen Reich.
    [448] Eine derartige Tarnung gab es nur bis zum Beginn des Krieges. Am 1. September 1939
    wurde das Gesetz über den Anschluss der Stadt Danzig an das faschistische Deutschland.
    Am gleichen Tag hat der der Deutsche Reichstag in Berlin in einer außerordentlichen
    Tagung den Beschluss über den Anschluss von Danzig an das Deutsche Reich gefasst. Das
    Schlachtschiff „Schleswig-Holstein“ begann – ohne den Hafen von Danzig zu verlassen –
    mit dem Beschuss der polnischen Stellungen auf der Westerplatte.
    [449] In einigen Literaturquellen können wir lesen, dass am 1. September 1939, als der Krieg
    tatsächlich begann, Leutnant Hans-Albrecht Herzner die gleiche Aufgabe erfüllte. Er
    besetzte die gleiche Station und entwaffnete erneut die gleichen polnischen Soldaten.
    [450] Isserson, G. S. „Neue Formen des Kampfes“ (russ.), Moskau 1940, Seite 63.
    [451] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 98.
    412
    [452] Polen besaß ungefähr 3 Millionen ausgebildete Soldaten. Mehr als die Hälfte erhielten ihre
    militärische Ausbildung nach 1920. Ein großer Teil dieser ausgebildeten Reserve wurde
    überhaupt nicht genutzt. 50% der Soldaten, die für den Militärdienst geeignet waren,
    befanden sich im September 1939 nicht in der Armee (siehe auch [468] , Seite 35).
    [453] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seite 27.
    [454] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seite 61.
    [455] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seite 62.
    [456] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seite 34.
    [457] Die letzten großen Kämpfe im Polenfeldzug fanden an der Festung Modlin statt. Die Polen
    kapitulierten am 28. September 1939, die Verteidiger des Hafens Hela – am 2. Oktober.
    [458] Zeitung „Rzeczpospolita“ vom 28. September 2005.
    [459] Ovsjani, I. D. „Das Geheimnis des Kriegsbeginns“ (russ.), Moskau 1971, Seiten 66 – 67.
    [460] Als Polen geschlagen war, haben sich die Franzosen im Oktober 1939 ohne irgendeinen
    Zwang aus ein paar Quadratkilometer besetztem deutschen Land zurückgezogen. Sie
    wollten Hitler nicht provozieren und seine Ehre nicht verletzen.
    [461] De Gaulle, Charles „ Kriegserinnerungen . Der Ruf 1940-1942“ (russ.), Moskau 2003,
    Seite 9.
    [462] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seite 33.
    [463] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seite 33.
    [464] Grenier, F. „Tagebuch eines „seltsamen Krieges“ (russ.), Moskau 1971, Seite 47.
    [465] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 55.
    [466] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 55.
    [467] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seite 373.
    [468] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 400.
    [469] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seiten 34 – 35.
    [470] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 55.
    [471] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 56.
    [472] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seite 132.
    [473] De Gaulle, Charles „ Kriegserinnerungen . Der Ruf 1940-1942“ (russ.), Moskau 2003,
    Seite 248.
    [474] De Gaulle, Charles „ Kriegserinnerungen . Der Ruf 1940-1942“ (russ.), Moskau 2003,
    Seite 78.
    [475] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 64.
    413
    [476] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seiten 64 – 65.
    [477] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 65.
    [478] Vom 3. September 1939 bis zum 10. Mai 1940.
    [479] MacKenzie, W. „The Secret History of SOE: Special Operations Executive 1940-1945“
    (russ.), Moskau 2004, Seite 38.
    [480] MacKenzie, W. „The Secret History of SOE: Special Operations Executive 1940-1945“
    (russ.), Moskau 2004, Seite 39.
    [481] MacKenzie, W. „The Secret History of SOE: Special Operations Executive 1940-1945“
    (russ.), Moskau 2004, Seite 48.
    [482] MacKenzie, W. „The Secret History of SOE: Special Operations Executive 1940-1945“
    (russ.), Moskau 2004, Seite 51.
    [483] MacKenzie, W. „The Secret History of SOE: Special Operations Executive 1940-1945“
    (russ.), Moskau 2004, Seite 39.
    [484] MacKenzie, W. „The Secret History of SOE: Special Operations Executive 1940-1945“
    (russ.), Moskau 2004, Seite 52.
    [485] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seite 145.
    [486] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seite 145.
    [487] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seite 145.
    [488] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 66.
    [489] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 66.
    [490] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 66.
    [491] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 67.
    [492] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 73.
    [493] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 57.
    [494] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 66.
    [495] Speer, A. „Erinnerungen“ (russ.), Moskau 1997, Seite 238.
    [496] Halder, F. „Kriegstagebuch. Tägliche Aufzeichnungen des Generalstabschefs des Heeres
    1939 – 1942“ (russ.), Moskau 1971, Seite 147.
    [497] Jacobsen, H.-A. „1939 – 1945. Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg:
    Zwei Ansichten“ (russ.), Moskau 1995, Seite 13.
    [498] „Europa Express“ (deutsche russischsprachige Zeitung), Nr. 45 (401), vom 7. 11. 2005.
    [499] Schellenberg, W. „Labyrinth“ (russ.), Moskau 1991, Seite 91.
    414
    [500] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seiten 73 – 78.
    [501] Der berühmte Anschlag des Grafen Claus Schenk, die Explosion einer Bombe im
    Führerhauptquartier am 20. Juli 1944, wurde von den Deutschen selbst ohne Teilnahme
    der Briten organisiert. Aber wir beziehen uns auf die Versuche der Liquidierung von Hitler,
    die von ausländischen Geheimdiensten organisiert worden sind. Gespräche darüber gab es
    viele, Projekte auch. Aber sie wurden vorsichtig „gelöscht“ von der höchsten Führung des
    britischen Geheimdienstes. Der letzte Artikel in der heutigen Presse über dieses Thema
    erschien am 09.01.2008 unter der charakteristischen Bezeichnung „M15 erlaubte seinem
    Agenten nicht, Hitler in die Luft zu sprengen“ (siehe
    http://www.lenta.ru/news/2007/01/09/mission/).
    [502] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seite 169.
    [503] MacKenzie, W. „The Secret History of SOE: Special Operations Executive 1940-1945“
    (russ.), Moskau 2004, Seite 49.
    [504] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 292.
    [505] Jacobsen, H.-A. „1939 – 1945. Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg:
    Zwei Ansichten“ (russ.), Moskau 1995, Seite 14.
    [506] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seiten 149 – 150.
    [507] Am 11. November 1939 wurde der englisch-norwegische Vertrag abgeschlossen über den
    Abtransport der größten und besten Teile seiner Flotte. Schweden unterschrieb einen
    Handelsvertrag mit Großbritannien und übergab den Briten 50% seiner Handelsflotte.
    Beide Verträge behielten bis zum Ende des Krieges ihre Gültigkeit. Aber Schweden hat
    unter Beachtung seiner Neutralität nicht nur mit ihnen gehandelt: Am 22. Dezember 1939
    schlossen sie eine Vereinbarung mit den Deutschen ab, die ihnen die Lieferung von
    Eisenerz garantierte (siehe auch Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.),
    Moskau 1996, Seite 139).
    [508] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seite 150.
    [509] Meltjuchov, M. I. „Die verpasste Chance Stalins“ (russ.), Moskau 1996, Seiten 142 – 151.
    [510] Sumner Welles, Stellvertreter des Staatssekretärs der USA führte in der Zeit vom 1. bis 3.
    März 1939 mit den Nazis Verhandlungen, am 4. März empfing der Führer in Berlin den
    amerikanischen Industriellen Munin, der angeblich gute Kontakte zu dem amerikanischen
    Präsidenten Franklin Delano Roosevelt hatte (siehe auch Falin, V. „Die zweite Front.
    Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau 2000, Seiten 167 – 175).
    [511] „Der verlängerte Blitzkrieg. Deutsche Generäle über den Krieg in Russland“, Seite 384.
    [512] Bis zur Mitte des Jahres 1940 setzten die deutschen Flakgeschütze Feuermethoden ein, die
    in Friedenszeiten üblich waren (siehe auch „Der verlängerte Blitzkrieg. Deutsche Generäle
    über den Krieg in Russland“, Seite 385).
    [513] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 412.
    415
    [514] „Zerfall im Lager des Feindes“, „Auf scharfen Säbeln“, „Für eine professionelle Armee“.
    [515] Speer, A. „Erinnerungen“ (russ.), Moskau 1997, Seite 245.
    [516] Paul Reynaud vereinte die Posten des Premierministers und des Kriegsministers von
    Frankreich.
    [517] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seite 335.
    [518] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seite 342.
    [519] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seite 335.
    [520] Churchill wurde am 10. Mai Premierminister, gleich nach dem deutschen Überfall auf
    Frankreich, der am Morgen des gleichen Tages begann.
    [521] Projektor, D. M. „Blitzkrieg in Europa: Der Krieg im Westen“ (russ.), Moskau 2004, Seite
    253.
    [522] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seiten 43 – 44.
    [523] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seite 44.
    [524] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seite 338.
    [525] Projektor, D. M. „Blitzkrieg in Europa: Der Krieg im Westen“ (russ.), Moskau 2004, Seite
    279.
    [526] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 417.
    [527] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 296.
    [528] Aktive Propagandisten der Idee „Goldene Brücke“ … das waren die deutschen Generäle
    Blumentritt und Jodl. Nach dem Krieg schrieben sie ihre Memoiren und gaben den
    Siegermächten wichtige Hinweise. In der sowjetischen Zeit haben viele Historiker
    geschrieben, dass Hitler der britischen Armee die Möglichkeit gab, zu fliehen. Aber sie
    haben die Operation nicht sehr überzeugend beschrieben, sie haben keine Daten genannt,
    den Sinn der Aktion nicht erklärt und sich vorrangig auf das „aggressive Wesen des
    Imperialismus“ bezogen.
    [529] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seite 44.
    [530] Wolkov, F. D. „Das Geheimnis wird offenbart“ (russ.), Moskau 1989, Seiten 57 – 58.
    [531] Falin, V. „Die zweite Front. Antihitlerkoalition: Konflikt der Interessen“ (russ.), Moskau
    2000, Seite 183.
    [532] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 296.
    [533] De Gaulle, Charles „Kriegserinnerungen“ . Der Ruf 1940-1942“ (russ.), Moskau 2003,
    Seite 70.
    [534] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seite 330.
    [535] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seite 331.
    416
    [536] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 415.
    [537] De Gaulle, Charles „ Kriegserinnerungen . Der Ruf 1940-1942“ (russ.), Moskau 2003,
    Seite 78.
    [538] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Seite 296.
    [539] Zu der okkupierten Zone gehörten große Gebiete des nördlichen und westlichen
    Frankreichs – insgesamt waren das 300.000 km2 von der gesamten Fläche Frankreichs mit
    550.000 km2 (siehe auch De Gaulle, Charles „Kriegserinnerungen“. Der Ruf 1940-1942“
    (russ.), Moskau 2003, Seite 10).
    [540] Marschall Petain wurde als Oberhaupt des französischen Staates von den Mitgliedern des
    demokratisch gewählten Parlaments mit 569 Stimmen (80 Stimmen dagegen und 17
    Enthaltungen) gewählt (siehe auch Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.),
    Moskau 1991, Bd. 2, Seite 407).
    [541] Preparata, G. G. „Hitler, Inc. Wie Großbritannien und die USA das Dritte Reich geschaffen
    haben“ (russ.), Moskau 2007, Seite 375.
    [542] Ribbentrop, I. „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Smolensk 1998, Bd. 1, Seite
    345.
    [543] Ribbentrop, I. „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Smolensk 1998, Bd. 1, Seite
    303.
    [544] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 419.
    [545] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seiten 394 – 395.
    [546] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 419.
    [547] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seite 398.
    [548] De Gaulle, Charles „ Kriegserinnerungen . Der Ruf 1940-1942“ (russ.), Moskau 2003,
    Seite 111.
    [549] Ribbentrop, I. „Memoiren eines Nazi-Diplomaten“ (russ.), Smolensk 1998, Bd. 1, Seite
    347.
    [550] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 210.
    [551] Projektor, D. M. „Blitzkrieg in Europa: Der Krieg im Westen“ (russ.), Moskau 2004, Seiten
    270 – 271.
    [552] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seite 401.
    [553] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seite 406.
    [554] De Gaulle, Charles „ Kriegserinnerungen . Der Ruf 1940-1942“ (russ.), Moskau 2003,
    Seite 110.
    417
    [555] Der Schlag gegen die französische Flotte wurde synchron in allen Häfen durchgeführt,
    andernfalls wäre der Überraschungseffekt – die Grundlage für die Vernichtung der Schiffe
    – verloren gegangen.
    [556] Pulman, K. „Die ersten Salven der britischen Flotte“, Moskau 2004, Seite 530.
    [557] Pulman, K. „Die ersten Salven der britischen Flotte“, Moskau 2004, Seite 531.
    [558] Pulman, K. „Die ersten Salven der britischen Flotte“, Moskau 2004, Seite 532.
    [559] De Gaulle, Charles „ Kriegserinnerungen . Der Ruf 1940-1942“ (russ.), Moskau 2003,
    Seite 321.
    [560] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 421.
    [561] Nicht lange davor landeten die Briten und Amerikaner in Algerien, d.h. auf dem
    afrikanischen Territorium von Frankreich. Nach einem verzweifelten Widerstand gegen
    die Angelsachsen hat Admiral Darlan schließlich die Seiten gewechselt. Deshalb war
    Deutschland gezwungen, dass noch „freie“ Territorium von Frankreich zu okkupieren.
    Damit sollte die Landung der Briten und Amerikaner in Frankreich verhindert werden.
    [562] De Gaulle, Charles „ Kriegserinnerungen . Die Einheit 1942-1944“ (russ.), Moskau 2003,
    Seite 59.
    [563] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 220.
    [564] Die Rede von Hitler am 28. April 1939. Zitat aus dem Buch von Sarkisyanz E. „Die
    britischen Wurzeln des deutschen Faschismus“, Sankt Petersburg 2003, Seite 30.
    [565] Es scheint unwahrscheinlich, aber den Dokumentarfilm über die heldenhaften britischen
    Piloten, die im deutschen Konzentrationslager „Monopoly“ spielten, hat der Autor in einem
    der historischen Westkanäle selbst gesehen.
    [566] Projektor, D. M. „Blitzkrieg in Europa: Der Krieg im Westen“ (russ.), Moskau 2004, Seite
    275.
    [567] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 423.
    [568] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 229.
    [569] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 229.
    [570] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 229.
    [571] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seiten 247 –
    248.
    [572] Krieg ohne Regeln // Rund um die Welt (russ.), Nr. 2772, 2004, Dezember.
    [573] Jacobsen, H.-A. „1939 – 1945. Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg:
    Zwei Ansichten“ (russ.), Moskau 1995, Seite 288.
    [574] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 2, Seite 451.
    418
    [575] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 430.
    [576] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seiten 253 – 254.
    [577] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 255.
    [578] Shirer, W. L. „Untergang des Nazi-Imperiums“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 257.
    [579] Schepowa, N. „Rausbomben von Deutschland aus dem Krieg“ (russ.), Militär-Industrie
    Kurier, Nr. 21 (137) vom 07. 06. 2006.
    [580] Bullock, A. „Hitler und Stalin“ (russ.), Smolensk 1994, Bd. 2, Hülle.
    [581] De Gaulle, Charles „ Kriegserinnerungen . Die Einheit 1942-1944“ (russ.), Moskau 2003,
    Seiten 189 – 190.
    [582] Krieg ohne Regeln // Rund um die Welt (russ.), Nr. 2771, 2004, Dezember.
    [583] Westphal, S. „Zwischen zwei entscheidenden Schlachten // Schicksalhafte
    Entscheidungen“ (russ.), Moskau 1958, Seite 82.
    [584] Schepowa, N. „Rausbomben von Deutschland aus dem Krieg“ (russ.), Militär-Industrie
    Kurier, Nr. 21 (137) vom 07. 06. 2006.
    [585] „Kiewer Telegraph“ (russ.), Nr. 26 (278), März 2005.
    [586] Horikoshi, J. u.a. „Zero! Japanische Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg“ (russ.), Moskau
    2003, Seiten 394 – 395.
    [587] Die Zeit des Fluges von Hess nach Großbritannien war nicht zufällig gewählt. In
    Übereinstimmung mit dem Plan des deutschen Generalstabes, sollte der „Plan Barbarossa“
    am 15. Mai 1941 fertiggestellt werden.
    [588] Churchill, W. S. „Der Zweite Weltkrieg“ (russ.), Moskau 1991, Bd. 3, Seite 29.
    [589] Sudoplatov, P. „Verschiedene Tage des Geheimkrieges und der Diplomatie. 1941“ (russ.),
    Moskau 2001, Seite 18.
    [590] Vortrag von I. W. Stalin auf der Festveranstaltung der Moskauer Ratsabgeordneten
    anlässlich des 24. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution (russ.), 6.
    November 1941.
    [591] Martirosjan, A. „Die Tragödie des 22. Juni: Blitzkrieg oder Verrat“ (russ.), Moskau 2006,
    Seite 386.
    [592] Padfield, P. „Rudolf Hess – der Vertraute von Hitler“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 524.
    [593] Padfield, P. „Rudolf Hess – der Vertraute von Hitler“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 535.
    [594] Padfield, P. „Rudolf Hess – der Vertraute von Hitler“ (russ.), Smolensk 1998, Seiten 529
    – 530, 536, 542.
    [595] Padfield, P. „Rudolf Hess – der Vertraute von Hitler“ (russ.), Smolensk 1998, Seite 530.
    [596] Taylor, A. „Der Zweite Weltkrieg“ // „Der Zweite Weltkrieg – zwei Ansichten“ (russ.),
    Moskau 1995, Seite 455.
    419
    [597] „Sowjetisch-englische Beziehungen während des Großen Vaterländischen Krieges von
    1941 – 1945“ (russ.), Moskau 1983, Seiten 1; 105 – 106.

Publicado en: Sin categorizar

Interacciones con los lectores

Deja una respuesta Cancelar la respuesta

Tu dirección de correo electrónico no será publicada. Los campos obligatorios están marcados con *

Copyright © 2026 · Catracho Global - Powered by Mintec