Die Ausgangsfrage:
Sind Deutsche und Polen freundschaftlich verbundene Nachbarn … … … oder funktioniert das ‚Elite‘-Konzept’ des ‘Teile und Herrsche’ noch immer?

Es war schon immer mein «großes Hobby» mich mit bisher unbekannten Menschen zu unterhalten, eine vertrauensvolle Basis aufzubauen und zu erfahren, was sie erfreut oder wo ihnen der Schuh drückt. Ich fragte Türken nach ihrem Verhältnis zu Kurden und umgekehrt, fragte Palästinenser nach ihrem Verhältnis zu Juden und umgekehrt, fragte Franzosen nach ihrem Verhältnis zu uns Deutschen und umgekehrt. Das Gleiche tat ich mit Russen, mit Nordamerikanern, Lateinamerikanern und Chinesen stets auf ihre jeweiligen Nachbarn und stets auch auf uns Deutsche bezogen.
Das Ergebnis:
1. Kurden sind mit ihren türkischen Nachbarn zufrieden, wenn sie sich ihre Unterschiede nicht vorwerfen.
2. Normale Palästinenser äußern sich positiv über ihr Verhältnis zu ihren jüdischen Nachbarn und normale Juden haben kein Problem mit Palästinensern. Oft sind sie deren Kollegen oder Mitarbeiter in ihren Firmen.
3. Einfache Polen sind froh, wenn sie sich im geschäftlichen Kontakt mit Deutschen besser stellen können oder gleich in Deutschland saisonal oder ständig arbeiten, während Deutsche froh sind, polnische Arbeitskräfte bei sich beschäftigen zu können, denn sie sind in der Regel etwas preiswerter zu haben, flexibler und vielseitiger einsatzfähig und einsatzbereit.
4. Während Deutsche das französische ‘savoir vivre’ bewundern, bewundern Franzosen nicht selten deutsche Effizienz. Manche Lebenseinstellungen scheinen nur schwer miteinander kombinierbar.
5. Nordamerikaner bewundern in der Regel deutsche Gründlichkeit und unseren Sinn für gute Organisation kombiniert mit Verantwortungsgefühl gegenüber dem Mitmenschen und der Gesellschaft, während Deutsche nordamerikanische Flexibilität und Unternehmergeist und erzielte materielle Erfolge als «amerikanischen Traum» nach wie vor in ihrer Wahrnehmung haben, auch wenn dies der aktuellen Alltagsrealität von sehr/zu vielen Nordamerikanern heute nicht mehr entspricht.
6. Im chinesischen Volk bewundert man die Konsummöglichkeiten der Nordamerikaner und versucht deren Lebensstil so gut sie können nachzuahmen … und genauso reich zu werden. Amerikaner bewundern chinesischen «Bienenfleiß» und haben gleichzeitig Angst davor, von den Chinesen als 1. Weltmacht abgelöst zu werden.
7. Lateinamerikaner mögen zwar das nordamerikanische Imperium und deren Herrschaft während der letzten 100 Jahre über sie selbst nicht, doch am liebsten würden viele von ihnen den «american way of life» mit den Konsum- und Überfluss- Gewohnheiten gerne selbst in USA «genießen», …. auch wenn ihnen dort das familiär-musische Umgangs-Klima ihrer jeweiligen Heimat fehlt. Nordamerikaner hingegen fühlen sich zwar ihren Kollegen aus dem armen Süden kräftemäßig überlegen, neiden ihnen jedoch ihren Frohsinn und ihre Musikalität, die ihnen offenbar seelisch gut tut und über so manche materiellen Knappheiten hinweghilft, merken aber, dass man diesen Frohsinn «bei Walmart nicht kaufen kann».
Schlussfolgerungen:
Derartige Beispiele ließen sich vielfach ergänzen. Mein Fazit aus allen derartigen Gesprächen ist, dass «das einfache Volk» kein Problem mit seinen Nachbarn hat, denn man lernt sich besser kennen, arrangiert und hilft sich, sucht das Gemeinsame und nicht das Trennende und stellt letztlich fest, dass die Liebe und Fürsorge gegenüber den Kindern besser gedeiht, wenn man diese positiven Lebensmotive auch auf die Nachbarschaft ausdehnt. Alle haben vom friedlichen Umgang miteinander letztlich mehr … und das leben sie auch im Alltag. Wenn das so stimmt, woher kommen dann die Animositäten, Konflikte, Feindschaften zwischen Menschen und ganzen Völkern?
Das passt doch irgendwie überhaupt nicht zueinander!
Teile und Herrsche
An dieser Stelle verlassen wir nun die rein persönliche Ebene der Wahrnehmung und wenden uns der Politik, der Wirtschaft, den Politikern, den Geschäftsleuten und der Geopolitik zu. Hier stoßen wir zuerst auf den römischen Machtbegriff des , «DIVIDE ET IMPERA» zu deutsch»Teile und Herrsche».

Es handelte sich dabei um eine TAKTIK der Römer zur Machtausdehnung zum Nutzen ihres Imperiums. Wenn ein römischer Kaiser/Cäsar Gelüste oder finanzielle Notwendigkeiten hatte, sein Imperium, sein Ansehen, seine Macht auszudehnen bediente er sich dieser Taktik. Er suchte den Kontakt zu den Anführern seiner dem römischen Reich bis dato noch nicht angegliederten/ unterworfenen Nachbarn und versuchte sie durch reizvolle Angebote, heute nennt man das Bestechung/Korruption, auf die Seite des römischen Imperiums zu ziehen. Das Gleiche machen heutzutage noch die Nordamerikaner, wenn sie regionale Kooperationspartner in für sie interessanten geostrategischen bzw. Öl-Regionen zu gewinnen suchen.

Wenn es den Römern/Nordamerikanern gelang, auf diese Weise Eliten für die Umsetzung ihrer zumeist geschäftlichen Interessen zu gewinnen, dann hatten sie das Volk von seiner Elite getrennt und das «DIVIDE» / «TEILE» erreicht. Die Herrschaft, das «IMPERA» war dann leichter und ohne militärische Unterwerfung umzusetzen. Auf diese Weise konnte sich das römische Reich extrem in alle Richtungen ausdehnen und das nordamerikanische Imperium gliederte seiner Einflusszone mit «DIVIDE ET IMPERA» bis dato FAST die gesamte Welt ein. Fehlen lediglich einige wenige, aber umso wichtigere Länder wie Russland (mit dem größten Territorium der Erde) und China (mit der größten Bevölkerungszahl der Erde) und ein paar kleine «Quertreiber-Nationen» wie Nordkorea, Venezuela, Kuba und nicht zuletzt der aktuell auf der «to do Liste der US-Eliten» stehende Iran, um nur die relevantesten (Rohstoff- und Öl-reichsten) «regime-change»-Kandidaten zu nennen. Daran arbeitet das aktuelle Imperium noch mit finanziellem und militärischem Engagement.
Überdehnung großer Reiche

DOCH STOPP: Ähnlich wie das römische Reich an «ÜBERDEHNUNG» und Überforderung seiner wirtschaftlichen und finanziellen Kräfte letztlich zugrunde ging, droht genau dies auch zur Zeit dem nordamerikanischen Imperium. Ihm fehlt inzwischen die wirtschaftlich-finanzielle Kraft, sein Imperium aufrecht zu erhalten, geschweige denn auszudehnen und man muss Vasallen-Staaten wie z.B. Deutschland mit seinen letzten noch vorhandenen Reserven anzapfen/heranziehen. Die eigenen US-amerikanischen Finanzengpässe mögen für nordamerikanische Geschäftsleute stressig, können aber für andere Nationen ein Segen sein. Das mussten damals die römischen Kaiser erkennen, und sie hatten es schon länger erkannt, versuchten jedoch, den «point of no return» nach hinten zu verschieben. Es gelang ihnen bekanntlich nicht.
Wenn der Wind der Veränderung weht,
bauen die einen Mauern,
die anderen Windmühlen
und die Aggresiven führen Kriege
(Volksweisheit)


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