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Catracho Global

Revista Digital hondureña enfocada en temas nacionales e internacionales

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Was ist eigentlich deutsch an den Deutschen?

agosto 28, 2026 por Catracho Global Deja un comentario

(aus dem Buch von Frank Fabian «Die geheim gehaltene Geschichte Deutschlands»)

Unter diesem Wort kann man sehr viel verstehen. Mit dem Ausdruck ,,Deutschland» wird einerseits eine genaue geografische Lage bezeichnet und andererseits auch der heutige deutsche Staat, der sich durch eine be stimmte Regierungsform auszeichnet. Neben einer geografischen Definition Deutschlands, dessen Grenzen sich nebenbei bemerkt im Laufe der Jahrhunderte ständig verändert haben, hat also eine Definition mit der Art der Verwaltung und dem politischen Glaubensbekenntnis zu tun.

Aber was ist „,deutsch»?

Das Hermannsdenkmal bei Detmold erinnert an den Sieg der Germanen über die Römer im Teutoburger Wald

Intellektuell ist es immer gefährlich, eine Nation auf bestimmte Eigenschaften zu reduzieren, und zwar nicht nur, weil dies bei den Deutschen so elend missbraucht worden ist, sondern auch und vor allem. weil Verallgemeinerungen nie stimmen. Das trifft beispielsweise auch auf,,den Spanier» zu, der so stolz auf seine spanische Identität ist und bei genauem Hinsehen doch ein Mischmasch aus Ligurern (= Ureinwohnern aus Italien), Kelten (aus Frankreich), Iberern und Karthagern (aus Nordafrika) und Juden (aus aller Welt) ist. Griechen, Römer, Araber, Germanen und Juden formten „den Spanier». 

„Den Spanier» an sich gibt es also nicht. 

Und wie steht es um die Deutschen»? 

Auch „der Deutsche» ist historisch gesehen ein Mischling: Man müsste zunächst all die germanischen Stämme aufzählen, dann den Einfluss Roms in Rechnung stellen und schließlich sogar viele östliche Nachbarn mit einbeziehen, um der Herkunft der Deutschen» gerecht zu werden. Später vermischten sich noch ein paar Tropfen französisches, englisches und jüdisches Blut mit dem „deutschen». 

Auch hier gilt also: „Den Deutschen» an sich gibt es nicht, er ist nicht «reinrassig», sondern aus verschiedenen Völkern und Stämmen gemischt. Versuchen wir trotzdem, ,,den Deutschen» zu beschreiben. Zunächst muss man dafür die alten Germanen und vor allem ihren Götterhimmel betrachten. Nichts verrät ja so viel über ein Volk wie seine Religion. 

Der Germane war ein furchtloser Krieger, ein starker, zäher, mitunter brutaler, aber auch treuer Geselle, für den die höchste Ehre darin bestand, im Kampf zu fallen, um in den mythischen Aufenthaltsort Walhalla einzugehen, Wala bedeutet tot, an hala erinnert noch heute das Wort Halle. „Der Ort der Toten», der ,,Aufenthaltsort/die Halle der Toten» bezeichnete Walhalla mithin. 

Der Germane liebte den Krieg, die Schlacht, die Beute. In voller Rüstung durch einen reißenden Fluss zu schwimmen galt ihm als Zeichen der Stärke. Er war ausdauernd und mutig ohnegleichen, selbst die tapferen Römer, die über tausend Jahre ein Weltreich regierten, fürchteten die Germanen. Die Götter der Germanen waren wie sie selbst: bärbeißige, kraftvolle, zornige Gestalten, die den Hammer werfen konnten. Man verachtete jeden, der im Bett starb. 

Der Germane besaß einen unvergleichlichen Ehrenkodex. Er achtete die persönliche Ehre höher als das eigene Leben – ein Luxus, den sich heute nur wenige leisten. 

DER URSPRUNG DES WORTES DEUTSCH» UND DIE ANFÄNGE 

Wir wollen jetzt noch nicht den Beginn Deutschlands nachzeichnen, darauf kommen wir später noch. Erst einmal geht es hier nur um den Begriff,,deutsch». 

Als sich etwa ab dem 8. Jahrhundert n. Chr. verschiedene deutsche Länder bildeten, drückte das Wort „deutsch» zunächst den Gegensatz zu Latein aus, der Sprache der Gelehrten. Deutsch hieß sehr viel früher diutisk. Diot bedeutete Volk. Das Wort „deutsch» bedeutete also Volkssprache. Indem man Deutsch sprach, konnte man sich dem Volke verständlich machen. Das Verb „deuten» will heute noch sagen, wie man etwas zu verstehen hat. So meinte „Deutsch mit jemandem zu reden» offen und verständlich zu reden, „ohne Umschweife und Hintergedanken, geradeheraus und deutlich seine Meinung, die ungeschminkte Wahrheit sagen», wie der Sprachwissenschaftler Lutz Röhrich feststellte.’ Lingua theodisca bedeutete also frei übersetzt,,deutliche oder gut verständliche (Volks-)Sprache». Im 15. Jahrhundert sprach man auch von tütsch oder teutsch (= deutsch), während das englische Wort dutch später die niederländische Sprache (eigentlich nieder-deutsch) bezeichnete. 

Das Klare, das Offene, das Ehrliche, aber auch das Grobe, die Faust, das Derbe, all das war ,,deutsch». „Undeutsch» meinte schon bei Luther (1483-1546) unverständlich, und so entwickelte sich das Wort ,,deutsch» schließlich zu einer Positivvokabel. 

Spätestens mit dem urwüchsigen, kraftvollen Mönch aus Wittenberg, der die Bibel ins Deutsche übersetzte und damit eine Revolution auslöste, trat die deutsche Sprache einen unvergleichlichen Siegeszug an. Sie wurde hoffähig. Man wurde unabhängig von den „Furzköpfen in Rom», womit Luther respektlos auf den Papst deutete. Das Früh- neuhochdeutsche entstand mit Luther. Das Althochdeutsche (Beginn der schriftlichen Überlieferung von ca. 810 bis 1100) und das Mittel- hochdeutsche (ca. 1100 bis 1500) hatten den Weg geebnet, mit dem Hildebrandslied (einem Heldenlied) und mit den heute weitgehend vergessenen deutschen Poeten wie Walther von der Vogelweide, Hart- mann von der Aue und Wolfram von Eschenbach. Aber erst Luther setzte dem Ganzen die Krone auf, denn niemand war so sprachschöpferisch und rührig wie der Wittenberger. 

Deutsch wurde ein Markenzeichen. Doch wie sahen andere Völker die Deutschen in dieser Zeit? 

Es ist immer klug, für eine Nabelschau ausländische Wissenschaftler zu befragen. Sie sind nämlich im Allgemeinen neutraler. Will Durant, der vielleicht renommierteste Historiker der USA, beschreibt „die Deutschen» um die Zeit Luthers folgendermaßen: 

„Man geht wohl nicht fehl, wenn man die Deutschen als das gesündeste, vitalste und kraftstrotzendste Volk im damaligen Europa bezeichnet. Wolgemut und Dürer, Cranach und Holbein [allesamt Maler] zeigen sie uns als muskelstarke, stiernackige Männer mit runden Schädeln, die, mit Löwenherzen ausgestattet, bereit scheinen, die Welt zu verschlingen und mit Bier hinunterzuspülen. Wie die schrecklichen Folterinstrumenten aus jener Zeit beweisen, konnten sie grausam sein; sie waren aber auch gutmütig und großherzig und gaben ihrem religiösen Fanatismus nur selten blutigen Ausdruck; die Inquisition war verpönt und wurde im Allgemeinen nicht geduldet. Ein derbes, aber fröhliches Volk, erlaubten sie es ihrer Sinnlichkeit, allzu herbe Formen der Frömmigkeit zu mildern; ihr eher robuster Geist neigte mehr zu handgreiflichem Schabernack als zu trockenem Witz; er nahm der Logik den Stachel, der Schönheit den Schmelz und ließ weder das Raffinement der Franzosen noch die Eleganz der Italiener aufkommen. Ihre magere Renaissance blieb im Bibelstudium stecken; andererseits war ihr Denken von einer solchen Emsigkeit, gradlinigen Hartnäckigkeit und Robustheit, dass es sie in den Stand setzte, den Bruch mit Rom zu vollziehen und – später – die größten Wissenschaftler in der Geschichte hervorzubringen.» 

Gleichzeitig waren die Deutschen künstlerisch hochbegabt. Im 15., 16. und 17. Jahrhundert wurden sie regelrecht hofiert. Deutsche Holzschnitzer, Goldschmiede, Gießer, Maler, Bildhauer, Baumeister, Architekten, Kupferstecher und Steinmetze waren überall in Europa gefragt – von Albrecht Dürer, dem großen Meister, ganz zu schweigen. Gleich- wohl existierte noch kein einheitliches „Deutschland», wie wir es heute kennen. Lediglich die deutsche Sprache» und die „,deutsche Kultur» bildeten ein gemeinsames Band. 

Vor einigen Jahrhunderten gab es mehr als 300 unabhängige „deutsche» Staaten. Jeder dieser Kleinstaaten besaß seinen eigenen Bischof, Abt, Fürsten, Grafen oder König, fast jeder seine eigene Armee, seine eigene Münzprägung und die Bürger oft ihre eigene typische Kleidung. Nur die Sprache, die Musik und die Kunst waren gleich, waren „deutsch“. Viele Fürstentümer (z. B. Würzburg, Mainz oder Köln) wurden von Bischöfen oder Äbten geleitet, daneben gab es zahlreiche freie Reichsstädte (wie Frankfurt, Hamburg, Bremen oder Nürnberg), die Vielfalt war erstaunlich. 

Trotzdem war die Ausbildung in „,deutschen Landen» ausgezeichnet – allen voran in Preußen. Sieht man von den zahlreichen Ohrfeigen ab – ein Lehrer berichtete, dass er im Laufe seines Lebens 1.115.800 Ohr- feigen austeilte! – brauchte man den Vergleich mit anderen Ländern nicht zu scheuen. 

Die Bedeutsamkeit von Ausbildung und Bildung im 18. Jahrhundert führte schließlich zu einem sagenhaften Aufschwung. Eine relative Freiheit führte zu Ideen, Ideen brachten Wohlstand und Wohlstand ließ die Künste erblühen. Damit war der Boden für Goethe und Schiller und die Goldene Zeit der deutschen Philosophie bereitet. 

Wolfgang Amadeus Mozart

Doch „deutsch» war auch die sprichwörtliche Sauberkeit. Nirgend- wo gab es damals so viele Badestuben in Europa wie in deutschen Landen. „Deutsch» war auch die große Liebe zur Musik. Überall s man in Deutschland und fast jeder Deutsche spielte in dieser Zeit ein Instrument. „Deutsch» waren Händel und Haydn, Bach und Beethoven und selbstverständlich Mozart, der bis heute als der weltbeste Komponist gefeiert wird. 

Parallel dazu begann die Wirtschaftskraft der Deutschen zu erstarken. 

FRIEDRICH WILHELM I. 

Es stimmt: Schon vorher gab es eine Periode relativer Stabilität, Handel und Gewerbe waren ermutigt und eine verhältnismäßig große Liberalität ausländischen Unternehmern gegenüber an den Tag gelegt worden. Die preußische Beamten- und Verwaltungseffizienz war legendär. Aber erst im 18. Jahrhundert begann der sagenhafte Aufstieg. Und drei Faktoren begründeten diesen Erfolg: die unnachgiebige Förderung der Wirtschaft, die religiöse Toleranz und das Hochhalten von Gesetz und Ordnung. 

Friedrich, genannt «der Große», sah sich als «Erster Diener des Volkes», Erzieher und Innovator

Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) leitete wichtige Reformen ein, die sein Sohn später fortführte. Zunächst legte er Wert auf die alten deutschen Tugenden: Fleiß und Sparsamkeit wurden besonders gefördert. Er bestrafte herumlungernde Landstreicher, während er auf der anderen Seite Manufakturen, Industrie und Handel in besonderem Maße förderte. 1717 führte er die Schulpflicht ein. Bereits 1750, so ur- teilen Historiker, war Preußen in puncto Schulbildung ganz Europa haushoch überlegen. Besonders seine religiöse Toleranz war ein Pluspunkt: Friedrich Wilhelm I. erkannte so klar wie kein anderer, dass lutherisch zu bleiben, während er selbst einem anderen Bekenntnis an- religiöse Intoleranz den Staat behindert. So gestattete er seinem Volk hing. Nicht nur Katholiken und Juden gewährte er sondern auch vielen anderen Glaubensbekenntnissen. Darüber hinaus förderte er das geistige Leben, Schließlich fanden unter seiner strengen Hand Wirtschafts- und Verwaltungsreformen statt. Friedrich Wilhelm. sorgte dafür, dass die Ackerbaumethoden verbessert wurden und der Handel wieder in Schwung kam. Es entwickelten sich neue Industrien auf deutschem Boden (wie die Seidenindustrie). Bemerkenswerterweise kümmerte sich der große Preuße aber auch um die Natur. So verfügte er einen Erlass, wonach jeder Bauer vor seiner Hochzeit zwölf Bäume pflanzen musste. 

Aber es sollte noch besser kommen. 

DEUTSCHLAND NACH 1800 

Nach Ansicht vieler Geschichtswissenschaftler, unter ihnen beispielsweise der Historiker Heinrich Treitschke, hatte Deutschland sei- ne glanzvollste Zeit um und nach 1800. Dieses Urteil rührt zum Teil daher, dass in dieser Zeit wirklich bedeutende Geister auf deutschem Boden lebten. Hier sind Goethe und Schiller zu nennen, die von Eng- land bis Italien bekannt waren, aber auch die berühmten Philosophen Kant, Fichte, Schelling und Hegel, die von Russland bis Frankreich gelesen wurden. Und wir dürfen noch einmal auf Haydn, Mozart und Beethoven stolz sein, die die gesamte (musikalische) Welt eroberten. Wie war eine solche Blüte möglich? 

Ein Grund ist sicherlich, dass damals zahlreiche (deutsche) Staaten existierten. Durch diese Vielfalt war eine gewisse politische Freiheit gegeben; nicht alles wurde zentralisiert entschieden. So erhielten sich kulturelle Eigenarten. Diese vielen kleinen deutschen Staaten waren zwar politisch nicht sehr stark – was von Nachteil war, wie sich später zeigte, als Napoleon sie im Handstreich nahm -, aber dafür machte die Geisteswelt Quantensprünge. 

Der große Denker Fichte etwa rief nicht nur dazu auf, gegen die Herrschaft des Adels mobil zu machen, sondern auch dazu, endlich Denkfreiheit zu gewähren. Zudem plädierte er dafür, sich nicht unterdrücken zu lassen, und lehnte die Vorstellung ab, dass ein Mensch irgendjemandes Eigentum sei. Und auch andere Philosophen machten sich um eine bessere Staatsform Gedanken. Damals hatte sich eine interessante Mischung großer Geister auf diesem Fleckchen Erde vereint, das wir bereits Deutschland nennen wollen, obwohl es aus zahlreichen Kleinstaaten bestand. Viele individuelle Selbstverwaltungen machten eine relative Unabhängigkeit dieser bemerkenswerten Entwicklung In der Folge ging es mit Siebenmeilenstiefeln Schritt für Schritt voran.

Alfred Krupp
Nicolaus August Otto (1832-1891), Erfinder des Ottomotors

Die Gründe dafür waren ein enorm hoher Ausbildungsstandard, technische und industrielle Fortschritte und ein unvergleichliches Universitätswesen mit wissenschaftlichen Einrichtungen, Laboratorien und Forschungsinstituten. Deutschland wurde nach übereinstimmenden Aussagen internationaler Historiker zur wichtigsten Macht auf dem europäischen Kontinent. Deutsche Ingenieure und Wissenschaftler entwickelten sich zu den besten der Welt. 

Gleichzeitig expandierte die Wirtschaft. Das Wirtschaftswachstum in dieser Zeit kann nur als explosiv bezeichnet werden. Mit ihm korrespondierte eine wachsende Bevölkerung, die ebenfalls explosionsartig anstieg. Schon im Jahr 1890 zählte man 49 Millionen Deutsche. Dabei war das Bildungsniveau, wie schon erwähnt, einmalig auf der Welt. Auf 1 000 Einwohner gab es nur einen einzigen Analphabeten! Und der hohe Wissenstand kam allen zugute, zum Beispiel auch der Landwirtschaft. Die Expansion war auf vielen Gebieten atemberaubend: 1890 wurden 89 Millionen Tonnen Kohle gefördert – 227 Millionen Tonnen im Jahre 1914! Der Zuwachs im Bereich des Stahlsektors war noch spektakulärer: 17,6 Millionen Tonnen gab es im Jahre 1914, mehr als in Großbritannien, Frankreich und Russland zusammengenommen. Neue Industrien schossen wie Pilze aus dem Boden. Die optische Industrie, die technische Industrie und die Elektroindustrie schufen Meilensteine des Fortschritts, aber auch Wissenschaft, Literatur und Kunst blühten.

(Quelle:Frank Fabian, Die geheim gehaltene Geschichte Deutschlands, S. 15-22)

Publicado en: Ciencia, Cultura, Economía, Historia, Sin categorizar

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