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Die Neue Welt gemäß dem PPP-Modell (Public-Private-Partnership)

junio 2, 2026 por Rudolf Lauff Deja un comentario

Kolonial – neokolonial – offenbar egal

Bei Bananen verhält es sich genauso “neo-kolonial” wie mit anderen Produkten, die wir in unseren Supermärkten zu kaufen gewohnt sind. Dort sieht die Wertschöpfungskette so aus:

Es gibt zwar unterschiedliche Berechnungsmethoden, doch die Ergebnisse sind stets ähnlich wie das hier grafisch aufgearbeitete.

„Von einer Banane im Verkaufspreis von sagen wir 30 Cent verbleiben beim Arbeiter auf der Plantage 1,9 Cent, bei seiner Firma 1,8 Cent, beim Exporteur 1,6 Cent, der Importeur in Europa erhält dann schon 7,2 Cent. Der Zoll schöpft dann noch 3,5 Cent ab während Großhandel und Reiferei 3,4 Cent berechnen. Beim Einzelhandel/Supermarkt bleibt schließlich der größte Anteil am Bananenpreis mit 10,4 Cent in der Kasse, von denen dann allerdings noch die Personalkosten ähnlich wie im Falle der Plantage abzuziehen sind. 62) Die Produzenten sind und bleiben bei dieser globalen Wertschöpfungskette die abhängigen Verlierer.

Doch auch dann, wenn es wie in Sambia geschehen über Jahre hinweg recht gut und aufwärts mit der nationalen Wirtschaft geht, die Bevölkerung und deren Gehälter sich parallel zum Kupferpreis verdoppeln, sich eine auf ihre bisherigen Leistungen stolze Mittelschicht bilden konnte, die ihre Kinder im Glauben an eine ungetrübte Zukunft auf teure Privatschulen geschickt hat, kann es plötzlich wieder ganz anders und schlimmer als zuvor laufen.

Während die Nachfrage nach Kupfer, dem Hauptexportprodukt Sambias, insbesondere im Rohstoff-hungrigen aufstrebenden China Jahr um Jahr gewachsen war, sich zahlreiche elegante Einkaufzentren und Privatschulen rund um den Kupferabbau angesiedelt hatten, stagnierte als Ergebnis der chinesischen Konjunkturschwäche seit dem Jahr 2015 plötzlich der Absatz und zuerst einmal zerstob der sambische Traum vom Leben wie im Fernsehen. Der Kwacha, die Währung Sambias, verlor innerhalb eines. einzigen Jahres die Hälfte seines Wertes. In seiner Verzweiflung verordnete Präsident Edgar Lungu Tage des Gebets im ganzen Land, um auf diese Weise um himmlische Hilfe bei der Lösung dieses gewaltigen Problems zu bitten. Während noch die Direk- torin des IWF-Programms für Afrika Antoinette Sayeh angesichts der katastrophalen Situation in Sambia dabei war, ein Konzept gegen die Jugendverwahrlosung aufzulegen hatte Ben Chinyimba, der 30 Jahre in einer Kupfermine gearbeitet hatte und von einem Tag auf den anderen seine Arbeit verlor und als Ehemann und Vater von 4 Kindern und zwei Enkeln vor dem Nichts stand, bereits aufgegeben und sich ein tödliches Pflanzenschutzmittel gespritzt.

Organisationen wie Fairtrade, Banafair oder Rainforest Alliance sind bestrebt, an dieser unausgeglichenen Wertschöpfungsket- te und Importzollpolitik der großen privaten und staatlichen ,,Nachfragemächte“ konkret etwas zu verändern. Das Konzept der Globalen Sozialen Marktwirtschaft dient dazu, eine sozialere Ausgeglichenheit für alle Bereiche des Wirtschaftens und der Wirtschaftenden zu erreichen. Ohne Lobbygruppen der Zivilge- sellschaft wie Attac, Fairtrade, Banafair, Foodwatch, LobbyCon- trol, Forum-fairer-Handel, Compact, Democracy-International e. V., Naturschutzverbände, Weltladen, Oxfam, die Kampagne Gerechtigkeit jetzt, Aktion gegen Armut, Rainforest Alliance oder das Aktionsbündnis Gerechter Welthandel und viele weitere weltweit verstreute Gruppierungen lässt sich eine Neujustierung der unausgeglichenen und unfairen Weltwirtschaftsbeziehungen im Sinne einer Globalen Sozialen Marktwirtschaft nicht errei- chen.

Das globalisierte von sozialen Rücksichten,,bereinigte System der globalisierten Gier» ist allerdings trotz der vereinzelten sozial und ökologisch motivierten Eingriffe weiter vorherrschend und bestimmt das globale wirtschaftliche Geschehen. Wie so oft trifft man auch hier auf fatalistische Grundhaltungen beim Bürger/ Konsumenten. Das sind eben,,die Märkte», da kann man nichts machen. Da muss man mitmachen, wenn man überleben will, wie in den Leitmedien wie über Naturgesetze berichtet wird. Muss man das hier Beschriebene wirklich alles so hinnehmen, was uns die aktuelle Bundeskanzlerin Merkel und die EU-Handels-kommissarin Malmström weismachen wollen? Demokratie und das Regelwerk der internationalen Wirtschaftsbeziehungen gehen ja eigentlich von der Akzeptanz des Volkes durch Wah- len aus. Schließlich soll ja auch eigentlich alle Macht vom Volk ausgehen, auch die Macht, die für die Aufstellung der Regeln im internationalen Handelsverkehr die Verantwortung trägt.“ *

Dass die unter diesen Rahmenbedingungen in Afrika, Lateinamerika, Südasien derart aufwachsenden jungen Menschen ihre Zukunft lieber in Nordamerika oder Europa sehen und per Migration umzusetzen suchen … ist nur zu verständlich. DOCH: deren Migrations-Zeche zahlen in Deutschland wie auch in anderen Zielländern die Steuerzahler und nicht etwa diejenigen Konzerne und ihre Aktionäre, die sich am hier beschriebenen neo-kolonialen Handelsaustausch ‘eine goldene Nase verdienen’.

‘GERECHT’ oder ‘NACHHALTIG’ bzw. ‘SOZIAL VERTRÄGLICH’ kann man diese Form von Arbeitsteilung zwischen Anteilseignern & Steuerzahlern nicht nennen.

Auch hier greift das Modell der Public-Private-Partnerschip (PPP), bei dem a) die Gewinne privatisiert und b) die Verluste den Steuerzahlern aufgebürdet werden.

“Schöne Neue Welt” nannte diese Art von Aufgabenverteilung vor Jahrzehnten bereits Aldous Huxley, ein schon damals ‘Eingeweihter’.

(* Quelle: Rudolf Lauff, ‘Globalisierung am Ende – Ein Bericht über die Auswirkungen der Globalisierung und den Anfang der Globalen Sozialen Marktwirtschaft’)

Publicado en: Economía, Geschichte, Nationale Politik, Philosophie, Política Internacional

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